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Der Samstag gehört den Tieren, aktiv und passiv. Die üblichen und täglichen Hundespaziergänge sind länger als unter der Woche, schließlich ist weniger Zeitdruck da und im Moment spielt auch noch das Wetter mit. Ein wunderschöner Herbst, da macht es Spaß morgens mit der aufgehenden Sonne mit dem Hund durch die Felder zu streifen. Glücklicherweise ist er nach einer Zerrung in der Schulter inzwischen wieder fast komplett fit und muss nicht mehr im Schongang nur um die Ecke geführt werden.

Heute Mittag gab es zusätzlich einen kurzen Ausflug zum Pferdestall, der war allerdings kürzer als geplant, denn vorher hinderte mich ein ausgiebiges Telefonat mit einer Freundin und kaum war ich da, kam die Nachricht von meinem Liebsten, dass er unterwegs ist zu mir.

Neben diesen aktiven Tierbeschäftigungen genieße ich den Samstag aber auch tierisch passiv: Heute morgen hatte ich eine televisionäre Begegnung mit einem alten Freund bei „Wildes Wohnzimmer“, dessen Vorliebe für exotische Tiere mir bekannt war, Hochzeit und Sohn waren aber neu für mich, schon so lange nichts mehr gehört also. Deshalb an dieser Stelle: Glückwunsch, Martin!

Jetzt gleich wird meine tierische Lieblingssendung starten, für die wir seit Wochen Samstag das Abendessen entsprechend planen und verschieben: Martin Rütter beschäftigt sich als Hundeprofi mit vierbeinigen Problemfällen. Faszinierend für mich ist dabei vor allem, wie viel er sieht bei einem Hund. Verhalten, Motivation, Grund und ein Training, das auch bei ähnlich gelagerten Fällen jedesmal ähnlich und individuell ist. Natürlich darf man nicht vergessen, dass er viel mehr sieht und bespricht und sicher deutlich mehr passiert, als wir hinterher im Fernsehen gezeigt bekommen. Gerade in letzter Zeit kommen mir die Fälle auch häufig sehr unnatürlich verkürzt vor, die Schritte und Erfolge sind dann sehr plötzlich, gerade noch geht alles schief und schon klappt alles wie am Schnürchen. Auch hier stelle ich mir immer mal wieder die Frage, wie groß der Leidensdruck wohl sein muss, damit man so viel von sich im Fernsehen preis gibt. Die Anmerkungen von Martin Rütter machen es da häufig nicht besser „sie quatscht den Hund tot“ – klar ist das witzig, wenn man es im Fernsehen sieht und von RTL sind wir sehr viel schlimmeres gewohnt, aber wer möchte schon, dass Millionen Menschen sehen können, dass man mit dem eigenen Hund gar nicht klar kommt?

Trotzdem: ich mag seine Beobachtungsgabe und seine Lösungsansätze. Und die vielen, verschiedenen Hunde, die ich dort zu sehen bekomme!

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Kennt Ihr das? Die Woche ist rum, endlich, so ein Glück. Hat ja lange genug gedauert wieder, diese Woche. Es ist Freitag Abend, ich bin zu Hause, ich habe jede Menge zu tun, eine To-Do-Liste von hier bis nach München, die ganze Woche bei allen anstehenden Computerarbeiten gedacht: das mache ich dann am Freitag, da habe ich ja Zeit – und dann ist es endlich Freitag und ich kann mich zu nix aufraffen. Ich will bloggen, eine Webseite zusammen schrauben, mich um Werbematerialien kümmern, Pläne für die nähere und fernere Zukunft machen und mit konkreten Maßnahmen untermauern, mein Leben ändern und noch mindestens 1000 andere Dinge, aber letztendlich sitze ich vor meinem Computer, surfe ein bischen sinnlos durch die Gegend, mache das eine oder andere Programm auf, das ich brauchen würde und mache es wieder zu, entrümpele den Desktop, schaue auf den Fernseher und wieder davon weg und nichts, aber auch gar nichts geht.

Und jetzt? Die Moral von der Geschichte? Nix, reicht ja nicht mal zum vernünftigen Bloggen. Ich denke, ich  mache jetzt weiter. Surfe ein bischen durch das Internet, groß genug ist es ja zum Glück, und morgen wird alles besser. Immerhin geht es mir deutlich besser als Papandreou, der weiss heute bestimt, was zu tun ist: bangen, ob er morgen noch Präsident ist. So gesehen geht es mir prima, ich kann nachher einfach schlafen gehen, während er bangen muss.

Die One-Woman-Show

Nov
2011
04

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„Ist das der Beruf, den Sie sich immer gewünscht haben?“ Fragte mich ein Kunde gestern, als ich in meinem Hauptberuf gerade seiner Frau zu schönen Füßen verhelfen wollte. Wahrheitsgemäß habe ich geantwortet „Nein, das ist er nicht, das hat sich so ergeben“. Und so ist es. Fußpflege und Kosmetik, das war nicht geplant, das kam im Laufe der Zeit. Was ich allerdings schon früh wusste, war, dich ich mich gerne selbständig machen wollte. Auslöser dafür war zum einen die typische Vorstellung von freier Zeiteinteilung und der Möglichkeit, mein Einkommen selbst zu bestimmen, zum anderen aber auch, dass ich schon früh mit Mobbing in Berührung gekommen bin und in dieser Situation keinerlei Rückhalt bei meinen damaligen Chefs gefunden habe. Da schien die Selbständigkeit wie eine Erlösung! Aus dieser Situation heraus habe ich mich damals auch Selbständig gemacht. Das war gut und es lief damals auch richtig gut. Später kam dann mal eine Phase, in der ich mich wieder in ein Angestelltenverhältnis gesehnt habe und einen Bürojob angenommen habe. Dort hatte ich sehr liebe, nette Kollegen, die auch der Grund warum, warum ich es über ein Jahr dort ausgehalten habe – obwohl der cholerische und unbeherrschte Chef direkt neben mir schon in der ersten Woche ein Grund zum Weglaufen gewesen wäre.

Selbständig zu sein war also immer mein Traum. Angefangen habe ich mit Webdesign und da hat es auch noch in etwa geklappt mit der freien Zeiteinteilung. Wenn ich allerdings bei Agenturen als Freelancer gearbeitet habe, war es damit schon wieder vorbei, aber das war immer nur ein Teil der Zeit (ein gut bezahlter noch dazu). Die Probleme fingen an, als ich das nicht mehr alleine gemacht habe, sondern mit meinem damaligen Partner zusammen gearbeitet habe. Zweimal habe ich das gemacht und zweimal habe ich mir dabei eine blutige Nase geholt und viel Geld verloren, wenn ich jetzt Geschichten von Frauen höre, die sich mit ihrem Partner selbständig machen wollen, rollen sich mir die Zehennägel hoch. „Finger weg!“ kann ich nur sagen.

Auch das mit der freien Zeiteinteilung klappt jetzt nur noch so mässig. Natürlich kann ich mir nach Bedarf Zeiten frei halten – ich muss es nur rechtzeitig vorher wissen. Kurzfristig ist es schwierig, ohne Kunden vor den Kopf zu stoßen und vielleicht zu verlieren. Meistens richtet sich meine freie Zeiteinteilung dann doch nach den Wünschen meiner Kunden.

Aber auch mit Angestellten in meinem jetzigen Bereich ist es nicht so einfach. Da müssen Krankheitsausfälle irgendwie ausgeglichen werden, unterschiedliche Arbeitsauffassungen prallen aufeinander und es erweist sich als schwierig jemanden zu finden, mit dem man auf einer Wellenlänge liegt. Da heißt es die Balance finden, oder man bleibt bei der One-Woman-Show.

Trotzdem bleibt mir als Fazit: doch Selbständigkeit ist toll! Sie hat viele, viele Nachteile: die große Verantwortung, es ist nicht am 1. pünktlich das Geld auf dem Konto und man weiß jeden Monat, womit man rechnen kann, es gibt keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und keinen bezahlten Urlaub, niemanden, der die Verantwortung übernimmt, wenn man selbst ausfällt. Dafür hat man jeden Tag die Freiheit, sich selbst zu entscheiden. Kein Chef vor der Nase und wenn es mit Kunden gar nicht geht, beendet man freundlich die Geschäftsbeziehung, ohne jemandem dafür Rechenschaft schuldig zu sein. Doch, ich liebe das, trotz aller Nachteile, die die Selbständigkeit definitiv hat!

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Addition und Subtraktion, das sind die beiden Grundrechenarten, die man als erstes in der Grundschule erlernt. Später kommen dann noch so spannende Sachen dazu wie Multiplikation und Division, Prozentrechnung, Faktoren und Wurzeln. In der Grundschule haben wir angefangen mit bunten Holzstäbchen für die Zahlen, dann mit Papier und Stift schriftlich gerechnet. Später kam der Taschenrechner dazu und heute benutze ich für das meiste, was meine Kopfrechenkünste überfordert, einen Computer. Addieren und Subtrahieren klappt dabei bis zu einer gewissen Zahlengröße durchaus noch im Kopf, erst wenn die Zahlen zu groß werden, brauche ich Unterstützung, wenigstens einen Zettel und einen Stift.

Vielleicht hätte diese einfache Methode, Zahlen einfach aufzuschreiben und dann zusammen zu zählen oder auch voneinander abzuziehen, mal jemand den Verantwortlichen bei den Banken sowie den Finanzministerien erklären sollen. Die Beherrschen die Prozentrechnung wohl perfekt, jedenfalls habe ich noch nie gehört, dass ein Banker vergessen hätte, die Zinsen für einen Kredit zu berechnen. Auch das Finanzamt kennt sich bei der Zinsrechnung gut aus. Was dagegen häufiger mal schief zu gehen scheint, dass ist die einfache Aufrechnung von Summen. Es ging los in Deutschland: der Bad Bank der Hypo Real Estate fällt auf, dass sie und damit der deutsche Staat 55 Milliarden Euro weniger Schulden hat, als sie ausgerechnet hatte. So ein kleiner Rechenfehler kann natürlich mal vorkommen, hat wohl außer einem kurzen Anschiss von Herrn Schäuble weiter keine Konsequenzen. Da folgt auch schon die nächste Nachricht: Irland hat beim Zusammenzählen seiner Staatsschulden doppelt gezählt und jetzt festgestellt, dass es 3,5 Milliarden Euro weniger Schulden hat. Auch das ist sehr spannend, zählen habe ich ja sogar noch vor dem addieren und subtrahieren gelernt, aber man kann ja auch nicht alles können!

Trotzdem stellt sich jetzt natürlich die Frage: was kommt als nächstes? Wird Italien die 200 Milliarden finden, die Berlusconi unter seinem Kopfkissen versteckt und da vergessen hat? Oder wird die griechische Opposition nach Neuwahlen, bei denen sie die Regierung übernimmt, die Staatsbilanzen seit der Euro-Einführung nachrechnen und dabei feststellen, dass durch einen fortgesetzten und sich potenzierenden Rechenfehler die hohen Staatsschulden entstanden sind, die sich nach neuer Berechnung nur noch auf 4,50 Euro belaufen?

Immerhin, schon Amerika hat seine Krise einfach weggerechnet und weggetrickst. Zack, die Schuldengrenze erhöht und schon gibt es kein Problem mehr. Vielleicht gelingt uns das ja auch, wenn wir noch ein paar Leute an den richtigen Stellen auftreien, die nicht rechnen können.

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Plötzlich und überraschend ist alles wieder anders. Eben noch schien alles klar, der Heil versprechende Rettungsschirm war beschlossen und die Aktienmärkte wiegten sich in trügerischer Sicherheit, da kam plötzlich alles anders: In Griechenland, der Wiege der Demokratie, hat der Präsident beschlossen, dass das Volk entscheiden soll. In einem Volksentscheid soll es darüber entscheiden, ob es den Rettungsschirm annehmen will mit allen Konsequenzen, oder eben nicht.

Das ist Demokratie jubeln jetzt viele, hier entscheidet das Volk. Aber ist das wirklich so? Also, natürlich entscheidet es, aber eigentlich ist es nur Papandreous verzweifelter Versuch, das Volk und das Parlament auf seinen Kurs einzuschwören. Immer vorausgesetzt, es kommt überhaupt soweit und er übersteht die Vertrauensfrage.

Dann hat die griechische Bevölkerung also die Wahl. Nicht ganz zu Unrecht befürchtet dieses allerdings, dass es hier vor die Wahl zwischen Pest und Cholera gestellt wird. Was darf es denn sein, lieber der Rettungsschirm mit Knebel-Sparpaket oder lieber die Pleite? Die griechische Opposition fordert Option 3: Neuwahlen. Hier stellt sich allerdings die Frage: Und dann? Zaubert die Opposition plötzlich ein Heilmittel aus dem Hut? Haben die Oppositionspolitiker so viel Geld unter dem Kopfkissen, dass sie die Schulden Griechenlands mal eben bezahlen können? Wenn nicht stehen sie wohl vor der gleichen Wahl, wie der Rest der Bevölkerung: Pest oder Cholera, Rettungsschirm oder Pleite.

Was der Rettungsschirm bringt, scheint dabei erstmal klar: Geld zur Verhinderung der Pleite. Dazu natürlich massive Sparpakete, um alles zurück zu zahlen. Selbst wenn der Rettungsschirm funktioniert, wird Griechenland auf Generationen hinaus damit beschäftigt sein, diese Schulden abzutragen.

Was die Pleite bringt, ist auch einigermaßen klar. Vermutlich die Rückkehr zur Drachme. Enteignungen, Zahlungsausfälle, aber auch Chancen. Die Chance für die jetzige junge Generation Griechenlands, sich etwas Neues aufzubauen. Aufschwung liegt immer im Aufbau, danach ist es verzweifeltes Rudern um Erhaltung. Jetzt gäbe es die Chance, neu zu starten ohne dabei kommende Generationen mit einer Schuldenlast zu belasten, die nicht abzutragen ist.

Dazu kommt noch, dass realistisch betrachtet kein Staat seine Schulden tilgen kann, denn jedes Jahr machen sie neue Schulden. Früher oder später steht dieser Schritt uns vermutlich allen bevor. Mir scheint es ein Vorteil zu sein, wenn man früher dabei ist.

Ich bin sehr gespannt, ob die griechische Bevölkerung wirklich die Chance bekommt, sich zu entscheiden und wie sie sich entscheiden wird. Ich wünsche ihnen das Beste, egal, wie sie sich entscheiden!

Arm durch Arbeit

Okt
2011
31

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Völlig überraschend diskutiert die Bundesregierung einen Mindestlohn. Also einen Betrag, den ein Arbeitnehmer mindestens pro Stunde für seine Arbeit bekommen muss. Dabei werden Beträge ab 6,50 Euro pro Stunde diskutiert.

Bereits jetzt gibt es Mindestlöhne für einige Branchen. Für den Wach- und Sicherheitsdienst liegt der Mindestlohn bei 6,53 Euro in Ostdeutschland, in Westdeutschland bekommt er immerhin 8,60 Euro. Mehr als ein Westdeuscher Angestellter bei Wäschereidienstleistungen, der bekommt im Westen minimal 7,80 Euro, im Osten aber mehr, als der Wachmann: 6,75 Euro. What the…..???? Ich dachte immer, die Differenzen zwischen Osten und Westen lägen in insgesamt niedrigerem Lohn- und Preisniveau begründet. Aber wird im Osten dreckigere Wäsche gewaschen oder ist es da sicherer, dass das Verhältnis zwischen Wäschereidienstleistungen und Sicherheitspersonal sich plötzlich umdreht?

Noch dazu bleibt die Frage: was ist denn genau alles billiger im Osten? Mieten? Ok, vielleicht. Strom, Gas, Wasser, Telefon? Na, eher nicht! Lebensmittel? Höchstens die regionalen, lokalen, auf dem Bauernhof. Ich persönlich glaube ja nicht, dass die Lebensmittel im Supermarkt einer Kette im Osten weniger kosten, als im Westen. Aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren.

Wie auch immer, 6,50 Euro mindestens also. Oder stapeln wir nicht ganz so tief, nehmen wir das Pflegepersonal. Das sind die, die uns etwas zu Essen bringen und den Hintern abwischen, wenn wir es nicht mehr können. Die, von denen wir uns erhoffen, dass sie nett zu uns sind, auf unsere Bedürfnisse eingehen, sich Zeit für uns nehmen, auch über die pure Pflichterfüllung hinaus. Mindestlohn: 7,50 Euro pro Stunde. Das macht bei 40 Stunden pro Woche, 4 Wochen pro Monat etwa 1200 Euro brutto. Oder so ungefähr 900 Euro netto. 900 Euro. Im Monat! Davon gehen dann Miete, Strom, Heizung, Telefon, Lebensmittel und Kleidung ab. 900 Euro, das ist weniger, als man im Monat behalten darf, wenn man Insolvenz anmeldet, das sind nämlich ziemlich genau 1000 Euro. 900 Euro sind auch unterhalb des Pfändungsfreibetrags bei Lohnpfändungen, der liegt knapp über 1000 Euro. Es ist also unter dem Betrag, wo man einem noch was wegnehmen darf. Dafür möchten wir liebevoll und aufmerksam gepflegt werden? Ich habe ja Zweifel, dass das klappen wird…

Aber was kann man tun, gegen solche Dumping-Preise beim Lohn? Die Wahl ist ja häufig: entweder arbeiten, und so gut wie nix dabei verdienen. Oder nicht arbeiten und Hartz4 bekommen. Hartz4 benötigt man möglicherweise auch, wenn man ganztags zum Mindestlohn arbeitet, spätestens dann nämlich, wenn noch eine weitere Person, ein Kind etwa, mit davon leben muss. Wo bleibt da die Würde des Arbeitnehmers?

Das perfidestes daran ist aber, dass es so schwierig ist, offen dagegen zu protestieren, wenn man erstmal in der Situation ist, dass man solche Jobs angeboten bekommt. Wer auf Hartz4 angewiesen ist, kann nicht mal eben sagen „für die paar Kröten arbeite ich nicht, das ist menschenunwürdig!“ Also, sagen kann er es natürlich, die Frage ist nur, wie häufig er es tut, denn wer einen angebotenen Job ablehnt, riskiert seine Hartz4-Bezüge. Wer eine solche Arbeit annimmt, leistet dafür dem Lohndumping Vorschub. Da wird die Wahl schwer, seien wir ehrlich, entweder nimmt man dann zähneknirschend den Job an, oder man windet sich  mit einem Trick raus. Möglichkeiten, einen Job nicht zu bekommen, gibt es genug. Mehrfaches Nachfragen, wie das mit dem Personalrat geregelt ist, und das Überstunden doch wohl nicht anfallen, hilft beim Vorstellungsgespräch häufig, wenn man den Job nicht will. Aber kann es das wirklich sein? Kann es wahr sein, dass die Bürger in einer Demokratie sich nicht offen dagegen wehren können, ausgebeutet zu werden, weil ihnen dann die Lebensgrundlage entzogen wird? Breche ich ein Gesetz, wenn ich einen Job ablehne, weil das Gehalt zu niedrig ist? Wohl nicht. Bestraft werden kann ich aber trotzdem. Spannend ist die Frage, was passieren würde, wenn ich meinem potentiellen Arbeitgeber sage, dass ich selbstverständlich den Job antreten werde, aber bei jeder sich bietenden Gelegenheit sagen werde, dass ich  mich ausgebeutet fühle.

Verfaulter Sonntag

Okt
2011
30

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Faulenzerei gehört zu den Luxustätigkeiten, die ich mir selten leiste. Von meinem Schwesterherz habe ich deshalb neulich erst ein Büchlein mit dem Titel „Little Miss Busy“ geschenkt bekommen, mit dem guten Rat, mal Däumchen drehen zu lernen. Ich arbeite daran, heute jedenfalls gelingt es mir richtig gut!

Ich bin nicht zu Hause sondern genieße das Wochenende bei meinem Liebsten. Für den heutigen Tag bedeutet das: Ausschlafen, mit dem Hund spazieren gehen und Brötchen besorgen, dann an den gedeckten Frühstückstisch setzen, danach auf dem Sofa ein paar Nebenjob-Texte verfassen und durch die Blogosphäre surfen, Presseclub halb angeschaut und halb  verdöst, Mittags-Nickerchen, ein bischen surfen und jetzt ein Mini-Blogeintrag um das schlechte Gewissen zu beruhigen. Falls das Sofa mich irgendwann wieder frei gibt (die Sogwirkung ist unglaublich und kaum zu bezwingen!) nochmal mit dem Hund raus, nachher noch zum Tanzkurs und dann endlich Feierabend mit Hawai-Toast und leider nicht Tatort sondern heute Polizeiruf. WEnn das kein perfekter Sonntag ist, dann weiss ich auch nicht!

Tja, bei allem Grund zu jammern und zu meckern, über die Politik, über die Krise, über persönliche und gesellschaftliche Befindlichkeiten: heute geht es mir einfach gut. Zugegeben: das ist eine eher spießige Art von gut, aber was solls? Hip und innovativ sein, oder gar provokativ und witzig ist mir gerade viel zu anstrengend….Und die Sonne scheint auch noch, was will man mehr! Euch wünsche ich, dass es Euch genauso gut geht.

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Im ersten Teil haben wir uns eingestanden, dass ein Problem da ist und eine Lösung gefunden werden muss. Auch die Vorarbeiten sind abgeschlossen: es gibt eine genaue Auflistung, was für Forderungen bestehen und was für Kredite laufen. Damit ist ein großer Schritt schon getan, die wirkliche Arbeit geht aber jetzt erst los. Die erste gute Frage ist: wenn alle festen monatlichen Beträge wie Miete, Strom, Versicherungen bezahlt sind, wie viel bleibt dann noch übrig? Wie viel Geld braucht man zum Leben? Und ist danach auch noch etwas übrig?

Die nächste, wichtige Entscheidung, ist die Frage, ob man eine Schuldnerberatungsstelle aufsucht. Wenn man jetzt erkennen kann, dass die Rückstände nicht allzu hoch sind und der Verzicht auf ein paar Mal essen gehen die vollständige Abzahlung ermöglicht, braucht keine Schuldnerberatung. Wenn die Schulden höher sind und nur wenig Geld übrig ist, um sie abzustottern, kann ein Schuldnerberater Sinn machen. Dabei ist die Wahl des richtigen Schuldnerberaters wichtig. Zunächst einmal ist für alle Nicht-Selbständigen die Schuldnerberatung kostenlos. Was bei diesem wichtigen Tipp häufig übersehen wird: bei Selbständigen ist das anders, da können durchaus Kosten auflaufen, das Erstgespräch ist aber in jedem Fall kostenlos. Ein guter Schuldnerberater guckt sich dabei alle Zahlen genau an, stellt viele Fragen zum Hintergrund und der aktuellen Situation und rechnet mit einem und schaut genau hin. Ein Schuldnerberater, der nach einem flüchtigen Blick auf die Zahlen gleich die Insolvenz-Keule auspackt, hat etwas falsch verstanden. Die wichtigste Hilfestellung, die eine Schuldnerberatung leisten kann: sie verhandelt mit den Gläubigern. Diese sind häufig deutlich kompromissbereiter, wenn sie von einer solchen Stelle angesprochen werden, und die können auch mit sehr viel weniger Emotionen die Gespräche angehen.

Aber auch selbst kann man weit kommen. Wenn also klar ist, wie viel Geld jeden Monat übrig ist, um Schulden abzuzahlen, kann man sich die Frage stellen, ob es Möglichkeiten gibt, diesen Betrag zu erhöhen. Wo sind Einsparungen möglich? Darüber habe ich in Teilen neulich schon geschrieben. Aber auch: kann ich die Einnahmen erhöhen? Wenn das Geschäft gerade nicht so gut läuft, woran liegt es? Fehlt es an Werbung? Macht es Sinn, einen Nebenjob zu suchen, wenn der Hauptjob ohnehin gerade nicht so läuft? Werbung muss nicht immer viel Kosten, günstige Ideen für Werbung bringe ich demnächst noch. Ein Nebenjob kann erstmal ein wenig Luft bringen.

Im nächsten Schritt gilt es herauszufinden, welche Schulden am Wichtigsten sind. Hier gilt auch: wer am meisten nervt, ist nicht zwangsläufig, der wichtigste. Wichtig sind erstmal all die Sachen, die lebensnotwendig sind: die aktuelle Miete, der aktuelle Stromlieferant, die Krankenkasse. Danach kommen all die, bei denen die Nichtbezahlung große Probleme nach sich zieht: können Kredite nicht bedient werden, werden die häufig gekündigt, dann ist die Restsumme auf einen Schlag fällig. Wenn notarielle Schuldanerkenntnisse vorliegen, wird schnell mal das Konto gepfändet, dann hat man keinen Zugriff mehr auf Geld und zusätzlich Scherereien mit der Bank, da passiert dann häufig genau das, Kredite werden gekündigt und sind kurzfristig fällig. Wer sich da unsicher ist, dem hilft auch hier die Schuldnerberatung weiter.

Das war der zweite Schritt auf diesem leider gar nicht so schnellen Weg. Nach Aufstellung von Einnahmen und Ausgaben im ersten Schritt ging es hierbei um die Frage, ob man eine Schuldnerberatung braucht und ob die Einnahmen erhöht werden können. Im nächsten Teil geht es dann um konkrete Schritte zum Abbau der Schulden.

Säckeweise Müll

Okt
2011
28

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Da lese ich so durch die Mailingliste der Piratenpartei Hannover und plötzlich geht es um den Müll. Um Erhöhung der Müllgebühren, verschiedene Entsorgungsunternehmen und um Mülltonnen oder Müllsäcke. Na, da haben sie mir doch mein Lieblingsthema auf dem Tablett serviert. Groß geworden bin ich  mich dem klassischen Mülltonnen-Prinzip: Mülltonne vor dem Haus, und wenn der Mülleimer in der Wohnung voll war, wurde er da hinein ausgeleert. Etliche Umzüge mit immer dieser Vorgehensweise später kam dann der Kulturschock: in der Region Hannover wird der Müll säckeweise abgeholt. Dafür kauft man sich im Supermarkt dafür zertifizierte Müllsäcke (Achtung, gibt es bei den meisten Discountern nicht, nochmal Achtung, der Preis hat es in sich), füllt seinen Müll in diese Säcke und stellt diese dann einmal die Woche vor die Tür, wo sie abgeholt werden. So weit, so gut. Jetzt kosten diese Säcke aber ordentlich geld, um die 10 Euro für 15 Säcke mit 30 Litern Fassungsvermögen. Wobei das zulässige Gesamtgewicht 10 kg beträgt. Schwerere Säcke werden mit einem leuchtend roten Aufkleber stigmatisiert und nicht mitgenommen. Dann heißt es umfüllen und auf zwei Säcke aufteilen….

Das gilt übrigens so nur für den Restmüll und für den Biomüll, für Wertstoffe und Papier gibt es kostenlose Säcke. Inzwischen gibt es für beides sogar Tonnen. Eine blaue Tonne für Altpapier kann man sich, freiwillig, vor die Tür stellen und eine gelbe Tonne für Wertstoffe. Schwarze und braune oder grüne Tonnen für Restmüll und Biomüll gibt es dagegen nicht. Biomüll ist natürlich auch überflüssig, wer keinen Komposthaufen hat, der für die Pauschalentsorgung von Essensresten und Kartoffelschalen geeignet ist, ist selbst schuld. Wertstoffe und Papier kann man also in die Tonnen schmeißen, Biomüll kommt auf den Kompost, bleibt der Restmüll. Als Bewohner einer kleinen Etagenwohnung bedeutet das, dass man den Müll eine Woche lang in der Wohnung behält. Das ist in vielen Fällen kein größeres Problem, könnte aber kritisch werden, wenn der Müll am Freitag Morgen abgeholt wird und Freitag Abend überkommt einen das dringende Bedürfnis nach einem halben gegrillten Hahn. Der wird geholt und zu Hause in Ruhe gegessen, die Knochen abgenagt und dann…. muss man es für eine Woche mit den zunehmend gammeliger werdenden Hähnchenresten in der Wohnung aushalten. Selbst das verpacken in mehrere Lagen Plastiktüten hilft nur bedingt bei sommerlichen Temperaturen unter dem Dach, der Kompost fällt bei der Mietwohnung ohne Garten auch aus, wäre auch mehr ein Tipp, wenn einem die Nachbarschaft nicht so zusagt: das wäre ein Festmahl für Ratten! Ich muss den Müll in solchen Fällen unter Verschluss halten, denn je belästigter sich meine Nase fühlt, desto angezogener wird mein Hund von den Gerüchen. Da kommt Freude auf, irgendwann zählt man die Stunden bis zur nächsten Müllabfuhr und wenn der stinkende Kram dann weg ist, zählt vor allem eins: Jetzt bloß keine Hähnchen Gelüste bis, sagen wir, einen Tag vor dem Abholtermin. Und dann bloß nicht verschlafen, sonst gibt es sieben Tage Verlängerung mit dem stinkenden Müll.

Kleine Anekdote am Rande mit den so praktischen Müllsäcken: neulich hing ich hinter dem Müllauto fest, dass sich im Schritttempo durch die Straßen wälzte. Der Entsorgungsfachmann hinten dran griff sich einen gefüllten Restmüllsack und beförderte ihn mit geübtem Schwung auf den Wagen. So genau hatte er aber nicht hingeschaut, der Sack blieb an der unteren Kante der Einwurföffnung kurz hängen und platze auf – ist halt nur dünnes Plastik. Hinter dem langsam rollenden Müllwagen ergoss sich eine Mischung aus verschmutzter Kleintierstreu und Küchenabfällen auf die Straße und hinterließ eine meterlange Spur, die vom Entsorger während der Fahrt kurz und mäßig interessiert betrachtet wurde…

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55 Milliarden. Das ist die unglaubliche Summe, um die sich die Bad Bank der Hypo Real Estate verrechnet hat. Zu unseren Ungunsten. Die Verantwortlichen bei der Bank haben gesagt: dass ist die Summe, so viel Schulden haben wir.  Da das Volk dafür haftet, sind das also unser aller Schulden. Unsere führenden Politiker haben das so abgenickt und für gegeben hingenommen: Dann ist das eben so. Jetzt hat mal jemand mit offenbar einem Hauch mehr Grips als der Rest der Manager bei der FMS Wertmanagement (so heißt diese Bad Bank nämlich) das ganze nochmal nachgerechnet und festgestellt: Ups, verrechnet. Um lächerliche 55 Milliarden Euro. Naja, das sind ja Peanuts, das kann ja mal passieren. Da stellt sich doch die Frage: was wäre passiert, wenn es nicht zufällig mal aufgefallen wäre? Sind 55 Milliarden wirklich so unbedeutend, dass da keiner mal nachfragt, nachguckt, nachrechnet? In dem Fall hätte ich gerne ein bisschen was davon, sagen wir nur so 5 Millionen, ich bin ja bescheiden und es kommt ja nicht drauf an, oder?

Der Schulden Peter würde jedenfalls ganz schön dumm gucken, wenn er bei seinen Vorbereitungen für das Gespräch mit Angela und Nicolas alles schön zusammen gerechnet hat, und dann sagt plötzlich ein Gläubiger „nene, warte mal, das ist ein bisschen weniger, so 55 Milliarden etwa, grob über den Daumen gepeilt, da haben wir uns vertan“. Vermutlich würde er darauf drängen, dass dann auch alle anderen Zahlen nochmal nachgerechnet werden, nur so zur Sicherheit. Und mal ehrlich: das wäre wohl nicht die dümmste Idee, wenn tatsächlich solche Fehler passieren können und keiner merkt es!

Herr Schäuble findet die Begründungen der Bad Bank jedenfalls „plausibel“, die daraus folgende Entwicklung „erfreulich“ – keine Frage, weniger Schulden ist immer ein erfreuliches Ergebnis, was mir fehlt neben plausibel und erfreulich sind Anmerkungen im Sinne von „unglaubliche Schlamperei“, „unfassbare Dummheit“ und „unerträglicher Betrug am Volk (vor der Korrektur)“.

Zusammenfassen bleibt: die Hypo Real Estate und ihr Bad Bank haben wiederholt bewiesen, dass sie zu dumm ist, um 1 und 1 zusammen zu zählen. Erst pleite zu gehen, sich dann retten zu lassen und es dann nichtmal zu schaffen, die eigenen Schulden und damit die Schulden anderer richtig zusammen zu rechnen, das muss man erstmal hinkriegen. Hut ab vor dieser Leistung! Wenn die sich hinterher aber immer noch „Bank“ nennen und Geschäfte treiben können, stellt sich die Frage, wer hier dumm ist. Die Bank, die uns alle verarscht, oder wir, die wir uns verarschen lassen? Da hat der piratige Ruf nach mehr Transparenz mehr als nur ein wenig Berechtigung: wir sollen zahlen, also müssen wir auch wissen, wofür genau. Und woher die 55 Milliarden kamen und wohin sie gingen, in den Bilanzen…

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