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Kommentare deaktiviert für Sonntagsbraten und Alltagsschnitzel

Der Gang durch den Supermarkt zeigt eine riesige Fülle von Fleisch- und Wurstprodukten: eine große Fleischtheke, in der alle Sorten von Fleisch und Wurst appetitlich angerichtet sind, daneben das Kühlregal, in dem abgepackt Schnitzel und Rouladen, Hähnchenschenkel und gewürzte Nackensteaks liegen. Nur ein paar Meter weiter dann die nächste Kühltheke, in der Schinken, Leberwurst und Aufschnitt portionsweise abgepackt angeboten werden. Neben der normalen Variante gibt es natürlich auch noch die Light-Version mit Geflügelfleisch und wenig Fett. Da weiß man gar nicht, wohin man zuerst schauen soll.

Es gab Zeiten, da war man froh, wenn Sonntags ein Braten auf den Tisch kam. Wochentags war Fleisch viel zu teuer. Heute dagegen gibt es Sonntags den Braten, dafür gibt es Wochentags zum Mittagessen Schnitzel, Frikadellen oder Würstchen mit Kartoffelsalat und zum Abendessen Brot mit Salami, Schinken und Fleischwurst. Sind wir mal ehrlich: dass das nicht so besonders gesund sein kann, leuchtet vermutlich den meisten Menschen ein, oder?

Dazu kommt vor Allem eines: das geht natürlich nur, weil die Preise für Fleisch und Wurst so niedrig sind. 1,99 Euro für 500 Gramm Schweineschnitzel. Na, da wird ja die Gemüsepfanne fast teurer. Allerdings muss man auch überlegen, was dahinter steckt. Das Schwein muss dafür ja monatelang untergebracht und gefüttert werden, tierärztlich versorgt, anschließend geschlachtet und dann das Fleisch verarbeitet. Das bedeutet viele Stunden Arbeit, die von Menschen geleistet werden muss. Natürlich wird für die günstigen Preise auch am Arbeitslohn derjenigen gespart, die für das Fleisch arbeiten müssen. Am meisten wird aber an dem gespart, der das Fleisch liefern muss: am Schwein. Solche Preise sind nur dann möglich, wenn möglichst viele Schweine möglichst kostengünstig versorgt, möglichst schnell groß und fett gefüttert und möglichst günstig geschlachtet werden. Das kann mit artgerechter Haltung nicht mehr viel zu tun haben. Die Bilder der Schweine, die in dunklen Ställen auf verdreckten Spaltböden stehen hat sicher jeder schon mal gesehen, genau wie die Hühner in winzigen Käfigen. Genau daher kommt das billige Fleisch!

Artgerechte Haltung für ein Schwein würde Kleingruppen beinhalten, saubere, trockene Ställe, mit Stroh ausgestreut, artgerechtes, abwechslungsreiches Futter, eine Suhle, wo sie sich im Schlamm wälzen und dadurch ihre Haut pflegen können, die Möglichkeit sich zu bewegen. Nichts davon kann verwirklicht werden, bei den Fleischpreisen, die wir beim Supermarkt oder Discounter bezahlen.

Ich bin kein eingefleischter Vegetarier, ich habe aber ein Problem damit, wenn das Tier, dass ich essen will, schon vorher so sehr leiden muss, dass man sich fragen kann, ob die Schlachtung nicht die Erlösung von lebenslangem Leiden ist. Wenn das Tier schon sterben muss für meinen Genuss, dann soll es vorher ein lebenswertes Leben gehabt haben. Ein Leben das ihm angemessen ist. Darüber hinaus ein Leben, das auch meiner Gesundheit gut tut, weil das Tier nicht mit Antibiotika vollgestopft und mit unglaublichen Abfällen gemästet wird. Ich habe gar nichts gegen Küchenabfälle als Schweinefutter, aber Dioxin und ähnliches haben in meinem Essen nichts verloren.

Das würde allerdings bedeuten, dass das Fleisch deutlich teurer werden muss. Sehr viel teurer. Ich bin der Meinung, dass man das nur durch Gesetze durchsetzen kann, die die Tierhaltung regeln. Eine artgerechte und tiergerechte Haltung sowie eine ortsnahe Schlachtung wären hier wichtig. Es kann doch nicht sein, dass die Schlachttiere aus Kostengründen quer durch Europa gekarrt werden. Das ist nicht nur Quälerei, es ist auch ökologischer Blödsinn.

Das bedeutet am Ende aber auch, dass es dann nur noch für den Sonntagsbraten reichen würde, und eben nicht mehr für das Alltagsschnitzel. Macht aber nix, ist sowieso viel gesünder!

Zwei am Tag!

Nov
2011
20

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Die Bloggerei bescheinigt mir ja, dass ich inzwischen 2 Besucher pro Tag habe. Tatsächlich sind es an den meisten Tagen mehr als zwei, eher so drei bis sieben (wobei, also, einer davon bin ich wohl immer….). Da die Bloggerei aber den Durchschnitt über einen längeren Zeitraum nimmt, fallen da natürlich auch Zeiten rein, in denen gar keine Besucher da waren. Ich habe nach dem Start eine Phase gehabt, in der ich praktisch gar nix gepostet habe und da der Blog natürlich noch total unbekannt war, dann auch gar keine Besucher kamen. Das hängt mir nach wie vor nach und es ist wirklich hart, den Schnitt hier wieder zu heben. Insgesamt ist es ohnehin harte Arbeit, mit einem Blog an Leser zu kommen. Nach einigen Monaten hofft man natürlich darauf, dass einen einige Leser gefunden haben und immer wieder kommen. Ist aber schwierig, wie gesagt.

Ich habe bewusst darauf verzichtet, Werbung direkt bei Freunden und Bekannten zu machen, ich wollte gerade mit diesem Blog ausprobieren, wieviele Besucher man wirklich rein über das Internet bekommen kann. Das macht es natürlich nicht einfacher, vielleicht sollte ich meinen Freunden doch mal von diesem Blog erzählen?

Die Suchmaschinen-Zugriffe sind auch nach wie vor extrem mager. Dafür aber zumindest in teilen erheiternd. „Allein im Alltagsdschungel“ – das passt ja, zumindest um den Alltagsdschungel geht es hier ja definitiv, wenn ich auch nicht genau weiß, was der Suchende mit dieser Suchanfrage zu finden erhoffte. Da könnte die nächste Suchanfrage hilfreich sein „Allein im Alltagsdschungel Aufsatz“. Naja, ich schreibe hier ziemlich viel und irgendwie hat es alles was mit dem Dschungel des Alltags zu tun – weit gefasst. Trotzdem fürchte ich, diese Suche war nicht zielführend. „Bedingungsloses Grundeinkommen unterzeichnen“ – ja, auch um das Grundeinkommen geht es hier mal, keine Frage, zum Unterzeichnen der Petition ist es aber zu spät. Macht nichts, engagieren kann man sich auf jeden Fall. Empfehlen kann ich hier etwa die Piratenpartei, die haben das Grundeinkommen im Parteiprogramm stehen und brauchen engagierte Leute, die das auch voran treiben wollen. „Ich koche zu viel“ – hm, ich fürchte, dabei kann ich nicht helfen. Vielleicht einfach einen Teil einfrieren oder Freunde zum gemeinsamen essen einladen?

Na gut, genug gejammert, im Durchschnitt zwei Besucher pro Tag laut Bloggerei, das ist ein Anfang. Mal schauen, wie es weiter geht!

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Das Wochenende verbringe ich mal wieder in Hannover. Einer meiner liebsten Bestandteile der Wochenendplanung ist dabei der samstägliche Einkauf auf dem Lindener Markt. Zahlreiche Stände mit frischem Obst und Gemüse, frischen und ungewöhnlichen Nudeln, Fleich und Fisch, unbekannten Pilzen, Verkauf von Kaffee, Espresso, Backwaren, Punch und Crepes und eine bunte, fröhliche Mischung einkaufender Menschen – wenn es nicht gerade in Strömen regnet ist der Einkauf auf dem Markt für mich spannender, als jeder Jahrmarktbesuch. Und mindestens genauso nahrhaft, dafür gesünder und in der Regel auch billiger.

Da ich gestern durch die Igeldame Felicitas verhindert war und damit insgesamt in Verzug gekommen bin, hat mein Liebster schonmal angeboten, den Marktbesuch heute alleine zu erledigen. Hallo? Das ist keine Pflichtveranstaltung, das ist Spaß! Ich habe mich etwas mehr beeilt und so waren wir dann auch um halb eins am Markt. Das ist natürlich spät, der Markt schließt glaube ich gegen zwei, andererseits ist es nicht das Schlechteste, spät am Markt anzukommen. Die Verkäufer dort möchten ihre Sachen ungern wieder mit nach Hause nehmen und so empfing uns schon der erste Marktstand mit den gebrüllten Worten „Jeder Blumenkohl nur noch fünfzig Cent! Zwei Kohlrabi für einen Euro!“ Na bitte, das wäre doch ein Schnäppchen, nach Blumenkohl und Kohlrabi war uns aber gar nicht. Wir waren zunächst auf der Suche nach ausgefallenen und frischen Nudeln. Die Ravioli mit Ricotta-Tomaten-Füllung hatten es uns angetan, dazu gibt es morgen eine leckere Salbei-Butter, den Salbei brauchten wir also auch. Heute soll es Mangold-Röllchen mit Hackfleisch-Füllung geben, Mangold haben wir dann auch an zwei verschiedenen Bio-Ständen gefunden und an einem gekauft. Bio ist er wohl, aber nicht wirklich ökologisch sinnvoll, ich habe nicht bedacht, dass zur Zeit der Spinat in Deutschland frisch geerntet wird, Mangold aber von Juni bis August bei uns Saison hat. Das ist also wohl leider Importware. Hilft jetzt aber nichts mehr, jetzt liegt er frisch und glänzend in der Küche. Gleich wird er blanchiert und mit einer Masse aus Hackfleisch, gedünstetem Gemüse, Ei und Schmand gefüllt, im Ofen gebacken und dann mit Kartoffeln gegessen. Hmmmm!

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Der Igel ist viel zu klein und leicht und liegt schlapp auf der Seite

Vielleicht habt Ihr Euch ja schon gewundert, dass gestern gar kein Post von mir kam? Ja, ich muss zugeben, ich war ein wenig abgelenkt. Mittags bin ich mit meinem Hund spazieren gegangen, da saß zwischen Garten und Feldweg plötzlich ein kleiner Igel vor mir. Ein sehr kleiner Igel, der sich auch nicht rührte, als ich ihn mir genauer angesehen habe. Thales war zum Glück so abgelenkt, dass er zweimal über den Igel drüber gesprungen, ohne ihn wirklich zu bemerken. Tja, was tut man mit einem Igel im Winter? Ich wollte keinesfalls einen Igel aus seiner vertrauten Umgebung reißen, der gut ohne mich klar kommt. Aber nach „kommt gut klar“ sah das kleine Ding nicht aus…. also habe ich das Igelchen in eine Schüssel gesetzt und bin erstmal ins Geschäft gegangen: Laut geeichter Waage der Post wog der kleine Igel 258 Gramm. Das Internet gab Auskunft: 500 Gramm müsste er im November wenigstens wiegen, um eine Chance zu haben.

Der Igel ist viel zu  klein und leicht und liegt schlapp auf der Seite

Nächster Programmpunkt: Anruf bei der Igelnothilfe: der Igel soll auf jeden Fall einem Tierarzt vorgestellt werden und wenn ich keine Möglichkeit habe, ihn selbst zu überwintern, kann ich ihn vorbei bringen. Na bitte, das ist ja schon mal was.

Zu Hause habe ich ein wenig Katzenfutter in einer flachen Schale mit Haferflocken und etwas Wasser vermischt. Zunächst lag das Igelchen schlapp auf der Seite. Ich habe mir große Sorgen gemacht und ihm wenig Chancen eingeräumt, aber dann stieg der leckere Duft wohl in das Igelnäschen und es kam Leben in das kleine Kerlchen: mit lautem Schmatzen machte er sich über das Futter her. Das war wohl der Moment, in dem ich mich verliebt habe und so kriegte er den Namen „Felix“ – der Glückliche, denn glücklich wird er hoffentlich noch werden.

Der Igel frisst! So ein Glück, das spricht für seinen Überlebenswillen!

Die Tierärztin hat ihn dann auch angeschaut und kam zu folgenden Erkenntnissen: es ist ein Mädchen. Felix ist also eine Felicitas, die Glückliche. Sie ist sehr, sehr mager – vielleicht strebte sie ja eine Karriere als Model an? Diese Ambitionen hätten sie jedenfalls fast das Leben gekostet, so hätte sie es nicht mehr lange gemacht. Gegen Flöhe wurde sie mit einem speziellen Mittel behandelt, gegen Würmer zunächst nicht. Viele Igel, die sorgfältig entwurmt wurden, sterben dann im Frühjahr beim Aussetzen, wenn die Würmer wieder kommen. Laut Tierärztin ist ein Igel besser dran, wenn er nicht entwurmt wird – sofern die Würmer nicht in der Lunge sitzen. Wenn sie also anfängt zu husten, muss sie nochmal zum Tierarzt. Sie kann sich vollständig einrollen und mag offenbar vor allem Autofahren. Die Fahrt zum Tierarzt hat sie in ihrer Plastikwanne rumgekramt, auf der Rückfahrt hat sie gefressen. Die Behandlung beim Tierarzt war übrigens kostenlos, viele Tierärzte behandeln Wildtiere umsonst, obwohl das keine Verpflichtung ist!

Ansonsten heißt es jetzt aufpäppeln. Dazu eignen sich Katzen- oder Hundefutter, vermischt mit Haferflocken, Igel-Trockenfutter wurde mir ergänzend von der Tierärztin ans Herz gelegt, Eier hart gekocht oder als ungewürztes Rührei, ein bisschen Frischkäse, Rinderhackfleisch kurz angebraten (auch ohne Gewürze) sowie zur Zahnpflege Hühnerklein gekocht und mit Knochen, aber ohne Haut. Jetzt kommt aber das Problem: Felicitas braucht eine Unterkunft, einen mehrere Quadratmeter großen Auslauf, regelmäßiges Futter und gesundheitliche Kontrolle und Temperaturen zwischen 18 und 20 Grad. Ich wohne in einer kleinen Etagenwohnung, die ich mir mit Hund und Katze teile und Igel riechen recht intensiv. Das wird nicht klappen. Ideal ist ein warmer Kellerraum mit den richtigen Temperaturen, guter Belüftung und wenig Geruchsbelästigung für die Hausbewohner 🙁 Zum Glück konnte ich meine Freundin erreichen. Sie konnte den schwarzen Knopfaugen genauso wenig widerstehen, wie ich. Ihr Freund hat schon mehrfach Igel überwintert, da wurde Felicitas liebevoll aufgenommen und hat so das beste Winterquartier bekommen, das sich ein Igel wünschen kann. Als erste Amtshandlung wurden ihr dann auch zwei Eier gebraten, während wir einen Tee auf die Igelrettung getrunken haben. Jetzt heißt es Daumen drücken, dass die Igeldame schnell gesund und kräftig ist und ich werde sie gelegentlich besuchen und mal ein Bild von ihr machen!

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Da macht sich früh am morgen leichte und völlig unbegründete Heiterkeit breit: endlich spricht es mal einer aus! Anlass ist die Abstufung von zehn deutschen Landesbanken durch die Ratingagentur Moodys. Mal so nebenbei: jetzt sind die Ratingagenturen ja in aller Munde und alle Augen auf sie gerichtet – aber kanntet Ihr die vor der Euro-Krise? Ich habe mir ja sagen lassen, bei Geldanlagen hätte man schon immer auf das Rating geschaut, na gut, dann ist mir was entgangen. Mag daran liegen, dass ich selten mehr als den Inhalt meiner Portokasse zu verwalten habe, das Anlegen von Geld in größeren Summen ist mir fremd, sollte ich mal ein paar Kröten übrig haben, reicht mir dafür ein Sparbuch oder ich lege sie unter das Kopfkissen….

Gut, Moodys stuft also zehn Landesbanken zurück. Darüber berichtet auch die Süddeutsche, noch viel wichtiger finde ich aber, was diese im zweiten Teil des Artikels schreibt:

Der Euro-Gruppenchef und luxemburgische Regierungschef Juncker (die Euro-Gruppe, das sind die Finanzminister der Euro-Staaten, die setzen sich zusammen, dann sind sie eine Gruppe rund um den Euro) kritisiert den deutschen Umgang mit der Krise. Zwei Hauptkritikpunkte hat er. Einer ist moralisch: die Art, wie Deutschland südeuropäische Staaten kritisiert ist nicht in Ordnung. „Es erscheint bequemer, zu sagen, die Menschen im Süden wären faul, und die Deutschen würden malochen. So ist das aber nicht“ – und da hat Juncker wohl Recht. Zumal die Begründung dafür gleich der zweite Kritikpunkt ist: „Ich halte die Höhe der deutschen Schulden für besorgniserregend.“ Weil Deutschland nämlich, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, höher verschuldet ist als das Krisenland Spanien!

Jetzt muss man der Ehrlichkeit halber wohl zugeben, dass Banken-Rettungspakete und Euro-Rettungsschirme die Schulden Deutschlands natürlich nicht gesenkt haben – im Gegensatz zu der peinlichen Korrektur noch peinlicherer Rechenfehler. Aber letztendlich bestätigt das, was ich schon lange befürchte: wir sind alle viel zu hoch verschuldet. Kein einziger Industriestaat wird je in der Lage sein, seine Schulden zurück zu zahlen.

Gestern kam der Schulden-Peter wieder bei RTL, unter seiner Fuchtel hat eine Familie mit wirklich gutem Einkommen, die sich total verschuldet hat mit ihrem Haus, das Haus mit großem Verlust verkauft und sich in die Verbraucher-Insolvenz begeben. Das ist es letztendlich, worauf es bei den Euro-Staaten auch hinausläuft: das Einkommen ist nicht schlecht, aber die Schulden einfach zu hoch, so dass sie (wir! Das sind WIR!!!) am Ende alles verlieren werden. Immerhin: die Familie wird damit nach sieben Jahren ihre Schulden los sein. Für Europa sieht es weniger rosig aus…

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Kommentare deaktiviert für Genug Demokratie, jetzt wird wieder ernst gemacht!

Nach dem arabischen Frühling ging es plötzlich auch im Westen los. Die politische Stimmung kocht, das liegt daran, dass eine Krise die nächste jagt. Immer wieder versuchen uns die Politiker zu erklären, sie hätten die Krise jetzt im Griff. 2008 die Bankenkrise, Banken gerettet, alles gut. Jetzt die Eurokrise, Irland häuft zu viele Schulden an, Griechenland, ein neuer Gipfel, ein neues Hurra. Nur von kurzer Dauer, die Griechen machen klar, dass sie die Bedingungen nicht akzeptieren, eine Volksabstimmung wird angesetzt, die Demokratie scheint zu siegen – aber schon wird sie wieder abgesagt. Italien feiert den Rücktritt von Berlusconi und glaubt, mit Monti das Blatt werden zu können. Die Banken müssen mal wieder gerettet werden, zwischendurch scheiterte auch Obama fast an den Staatsschulden, trickste sich aber wieder raus.

Da ist es kein Wunder, dass die Menschen immer mehr das Gefühl haben, dass hier die Macht falsch verteilt ist. Da haben die Banken die Geschicke ganzer Staaten in der Hand und für diese Machtposition werden sie auch noch von den Staaten gepampert und mit Rettungsschirmen aufgepäppelt, wenn sie sich verkalkuliert und verspielt haben. Gegen die Macht der Banken und soziale Ungerechtigkeiten gingen die Menschen auf die Straße. Mit Occupy Wall Street fing es an und schwappte über. An verschiedenen Orten entstanden Occupy-Camps, für Ihre Überzeugungen und Ihre Forderungen zogen die Menschen nicht nur auf die Straßen, sie blieben auch da: auf den Straßen. In Zelten, über Wochen und Monate hinweg. Gelebte Demokratie, eindrucksvolle und dabei friedliche Demonstrationen, die über alle Unterschiede hinweg das gleiche Elend anprangern. Das Internet spielte eine wichtige Rolle bei der Verbreitung dieser Bewegung, aber auch ohne Technik verständigen sich die protestierenden Menschen, bedienen sich des „human microphones“, wo keine Lautsprecher möglich sind.

Das ist so unglaublich, so beeindruckend, so faszinierend – und so wichtig, denn es zeigt eine Meinung, eine Stimmung und eine Tendenz, die die Politiker nicht dauerhaft ignorieren können. Fassungslos haben Politiker und Banken sich das Spektakel einige Wochen angeschaut. Da machen die Bürger ernst, die gehen tatsächlich raus und stehen für ihre Überzeugungen ein! Tja, nun muss es aber auch reichen. Unerwartet werden jetzt Occupy-Camps geräumt. Überraschend ist vor Allem, dass es überall gleichzeitig passiert: New York, Zürich, London, an all diesen Orten werden die Camps aufgelöst und die Demonstranten vertrieben. Vielleicht ist der zeitliche Abstand auch nur deshalb so gering, weil sich zeigt, dass die Demonstranten wirklich friedlich sind. Sie protestieren, aber sie kämpfen nicht mit Gewalt.

Ob das jetzt das Ende darstellt, zumindest einläutet? Ich weiß es nicht, aber ich hoffe, dass der Protest weiter geht. Friedlich, miteinander und vernetzt, ohne Gewalt, so wie es die demokratischen Grundordnungen vorsehen. Denn der Souverän ist das Volk – das darf jetzt gerne auch mal souverän agieren und die Karten neu verteilen. Ich hoffe darauf. Darauf wetten würde ich nicht, Veränderungen machen Angst, der Leidensdruck muss schon sehr groß sein, bevor es dazu wirklich kommt.

posted by on Geld und Finanzen, Gesundheit

Kommentare deaktiviert für Lebensmittel-Kreuzfahrten

Es gibt etwas, das man nie tun sollte, wenn man kostengünstig Lebensmittel einkaufen will: spontan und auch noch hungrig einkaufen! Die Gefahr ist groß, dass in diesem Fall lauter Leckereien im Einkaufswagen landen, die man gar nicht aufessen kann und zu denen man auch noch gar keinen Plan hat, wann und in welcher Kombination man sie essen möchte. Wer also sparen will, etwa um Schulden abbauen zu können, der tut gut daran, sich einen Einkaufszettel zu schreiben. Noch besser: einen Wochenplan machen, was man wann essen möchte, danach den Einkaufszettel schreiben und dann einkaufen gehen. Soweit die Theorie. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die meinen Praxis zu dieser Theorie durchkreuzen: ich kaufe nur schnell für einen oder zwei Tage ein, ich muss lange arbeiten, habe aber hinterher noch Hunger oder auch: ich laufe über einen Markt mit lauter leckeren, frischen Sachen. Alles fatal für Geldbeutel, die ersten beiden Möglichkeiten meistens auch für den Plan, mich gesund zu ernähren.

Wie macht man es also besser? Genau, erst planen. Für eine gesunde Ernährung ist viel Obst und Gemüse besonders wichtig, wenn man durch die Frische-Abteilungen der Supermärkte geht, dann sind die auch übervoll mit allem, was man sich so wünschen kann. Auch jetzt im November gibt es einfach alles: Äpfel, Bananen, Weintrauben, Erdbeeren, frische Salate, Kohlrabi… es gibt nichts, was es nicht gibt. Ein Blick auf die Schilder über den Körben zeigt aber meistens, dass der größte Teil der frischen Sachen eine Kreuzfahrt oder Flugreise um die halbe Welt hinter sich hat. Kurze Wege haben aber gleich zwei Vorteile: die Waren sind besonders frisch, weil sie keine langen Transportwege hinter sich haben und die Umwelt freut sich auch.

Im Winter ist das schwieriger, als im Sommer. Was kann man denn um diese Zeit frisch aus Deutschland kaufen? Hier ist es schließlich kalt und frostig, was wächst denn da? Im geheizten Gewächshaus eine ganze Menge, aber das will ich ja auch nicht, also frisch: Äpfel und Birnen gehen da den ganzen Winter über, die lassen sich gut lagern. Für Möhren gilt das Gleiche, teilweise können sie noch geerntet werden, sonst gibt es sie als Lagerware. Im November auch noch frisch: Quitten! Weintrauben dagegen gibt es jetzt nur noch aus dem Süden importiert und dass bei uns Bananen und Orangen nur selten wachsen, leuchtet ein.

Beim Gemüse ist die Auswahl glücklicherweise größer, als beim Obst. Praktisch alle Kohlsorten gibt es jetzt frisch: Blumenkohl, Brokkoli, Rotkohl, Weißkohl, Rosenkohl, Wirsing und natürlich: Grünkohl. Außerdem Kohlrabi, Steckrüben (die übrigens auch zum Kohl zählen) und Spinat. Dazu gibt es immer noch Kürbis, der zwar schon geerntet ist, aber auch noch gelagert wurde.

Und auch bei den Salaten ist noch einiges frisch zu haben: Radieschen, Chinakohl und Feldsalat etwa. Kopfsalate kommen dagegen meistens aus dem Gewächshaus, das macht eine schlechte Energiebilanz und häufig sind auch die Nitratwerte sehr hoch. Gurken und Tomaten kommen übrigens praktisch ganzjährig aus dem Gewächshaus.

Na, da sind doch einige Möglichkeiten dabei. Ganz wichtig: immer auf die Schilder schauen, oft kommen Sorten, die auch in Deutschland erhältlich wären, trotzdem aus wärmeren Ländern, weil sie billiger erhältlich sind. Hier können wir nur als Verbraucher etwas ändern, indem wir Ware mit kurzen Wegen bevorzugen. Mein Favorit ist hier der Einkauf auf dem Markt – aber immer mit Einkaufszettel!

Bei Verbraucher fürs Klima gibt es übrigens einen tollen Saisonkalender, der genau zeigt, welche Sorten in welchen Monaten frisch erhältlich sind.

Geht es voran?

Nov
2011
14

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Der Anfang ist nie leicht, das war mir von vornherein klar. Und mal ehrlich: wer sollte denn schon lesen wollen, was sich so über das Leben und seine Irrungen und Wirrungen denke? Trotzdem habe ich gehofft (und hoffe es natürlich immer noch), dass ich den einen oder anderen Leser gewinnen kann. Im Moment stellt sich das allerdings wieder mal eher zäh da. Die Bloggerei  meint nach wie vor, ich hätte so ungefähr einen Besucher am Tag, die Statistiken zeigen zwar ein paar mehr, aber so richtig viel mehr als 4 oder 5 am Tag werden es da auch nicht. Die meisten kommen, wenn ich bei einem anderen Blogger einen Kommentar hinterlassen habe. Da scheint mir doch noch was zu fehlen? Genau, die Suchmaschinen. Die spielen überhaupt keine Rolle bisher, und so kann es wohl auch nicht so richtig viel werden mit den Besuchern. Ich werde mich also wohl doch dem eher ungeliebten Thema SEO ein wenig widmen müssen und mir mal einige Tipps zu Gemüte führen, wie ich besser gefunden werde. Könnte natürlich schwierig sein, bei meinem Themen-Sammelsurium. Na, wir werden sehen. Demnächst will ich übrigens mit noch einem Blog an den Start gehen, diesmal sehr themenbezogen zum Thema Hunde: Erziehung, Ernährung, Gesundheit und natürlich meine eigenen Hundegeschichten. Da wird es bestimmt ein wenig einfacher. Aber noch bin ich hier und nutze die Chance zum Üben, auch dieser Blog muss ja einigermaßen zu platzieren sein! Oder? So gelegentlich ein Kommentar wäre jedenfalls unglaublich aufbauend, nur so als Hinweis 😉

Ansonsten habe ich momentan ein wenig Probleme damit, mich aufraffen zu können. So viel zu tun und so wenig Motivation. Auch für den Blog fehlen mir gerade so die Themen, die mir auf der Seele liegen würden. „Döner-Morde“ finde ich als Ausdruck ganz furchtbar und sehr respektlos, aber darüber haben sich schon so viele andere geäußert. Da bleibt mir doch nur die Freude, dass zumindest bei der ARD heute die Rede war von „Morden an türkischen Kleinunternehmern“. Danke!

So, jetzt versuche ich  mich mal noch an ein paar anderen kleinen Baustellen und hoffe darauf, dass Ideen und Motivation morgen wieder größer sind.

Abendliche Heimkehr

Nov
2011
13

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Es fiel mir ja schon ziemlich schwer, aber nach einem schönen Wochenende bei meinem Liebsten habe ich mich vorhin in mein Auto gesetzt, um wieder nach Hause zu fahren. Ich hätte grundsätzlich auch noch bis morgen früh bleiben können, aber der Kater war schon seit 48 Stunden allein zu Hause und ich weiß, dass er das nicht mag, er liebt die Gesellschaft. 48 Stunden gehen immer ganz gut, ich mache das Katzenklo sauber bevor ich gehe und sorge für ausreichend Futter, dann geht das, aber länger mute ich ihm ungern zu, es sei denn, ich habe jemanden, der zwischendurch mal nach ihm schaut.

Für den Kater also habe ich  mich direkt nach dem leckeren Abendessen entschlossen, wieder nach Hause zu fahren. Abfahrt halb acht in Hannover, über die B65 Richtung Heimat. Bis Göxe war alles prima, kurz vor Göxe bin ich unerwartet in eine weiße Wand gefahren. Ab dann hiess es mehr tasten als fahren, in der dicken Nebelsuppe hatte ich das Gefühl, durch eine mir völlig fremde Landschaft zu fahren.

Langsam und tastend hab ich schließlich auch meinen Wohnort erreicht und bin durch die Straßen nach Hause geschlichen. Es war kurz nach acht, kein Mensch, nicht ein einziger war auf den Straßen. Kurz noch mit dem Hund um die Ecke, an den Schrebergärten vorbei in Richtung Bahnschienen. Die einfahrende S-Bahn habe ich zwar gehört, gesehen habe ich sie und ihre drei weißen Lichter aber erst, als ich praktisch vor ihr stand.

Für richtig schöne Fotos war es leider zu dunkel und ich habe nicht die richtige Kamera dafür, obwohl der Anblick der kahlen Äste, die sich über die Gartenzäune der Schrebergärten reckten, nur halb und verschwommen sichtbar im Nebel, jedem Horrofilm Ehre gemacht hätten. Aber es war kalt, es war feucht, es war einsam und so war ich sehr froh, als ich mit Hund und Gepäck in meine warme Wohnung zu dem schnurrenden und maunzenden Kater gehen konnte. Ne, ganz ehrlich, so romantisch das manchmal aussieht: ich mag den Herbst nicht! Und den Winter auch nicht, ich plädiere nach wie vor für einen gepflegten Winterschlaf von Anfang November bis Ende Februar.

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Weihnachten 2008 habe ich das erste Mal vom Grundeinkommen gehört. In meiner alten Heimat saß ich mit einem Freund zusammen im Café und wir haben gemeinsam über das Leben, die Welt und das ganz Drum Herum diskutiert. Er erwähnte das bedingungslose Grundeinkommen, das mir so gar nichts sagte. Er hat mir dann ein Buch mitgegeben, „Einkommen für alle“ von Götz Werner. Das habe ich dann gelesen, dann wieder weggelegt, dann weiter gelesen. Die Idee fand ich spannend und dachte mir „ja, das wäre es“. Ein Einkommen, unabhängig davon, ob und was ich arbeite. Geld zum Leben, ohne Sorge, dass es einem genommen wird. Wer jemals wirkliche Existenzängste hatte, kann sicher nachvollziehen, was diese Vorstellung bewirken kann. Ich habe jahrelang in einer Beziehung verharrt, die eine Sackgasse war, weil ich befürchtete, plötzlich völlig mittellos dazustehen, wenn ich sie beenden würde. Das bedingungslose Grundeinkommen bedeutet die Möglichkeit, sich frei zu entscheiden. Für eine Arbeit, für einen Lebensentwurf, ohne Sorgen, dass das Geld nicht mehr reicht für die lebensnotwendigen Dinge.

Vor etwa 2,5 Jahren folgte dann die Online-Petition von Susanne Wiest zum Grundeinkommen. Ich habe sie mit unterzeichnet und war gespannt, was daraus wird. Inzwischen ist viel passiert: Die Petition wurde 1,5 Jahre später vor dem Petitionsausschuss des Bundestages vorgetragen von Susanne Wiest, die sich hervorragend geschlagen hat und exzellent vorbereitet war – ganz im Gegensatz zu den Abgeordneten, die sich häufig völlig ohne Sachkenntnis und Interesse mit pauschal ablehnender Haltung ohne sinnvolle Begründung zu Wort meldeten. Seither ist die Petition wohl ziemlich versandet, versackt in den bürokratischen Mühlen des Bundestages. Die Bewegung für das Grundeinkommen ging aber weiter, es wird zunehmend diskutiert, immer mehr Menschen kennen die Idee und lassen sich davon faszinieren.

Vor einiger Zeit ging ich dann auf die Suche nach einer Partei, die meinen Vorstellungen teil. Das war nicht einfach und nur eine Partei hat bisher das Grundeinkommen im Programm. Ich hoffe, es bleibt dabei, denn das wäre der Punkt, wo ich wirklich gerne mitarbeiten würde!

Jetzt aktuell habe ich verfolgt, was für Aktionen es gab zum einjährigen Jubiläum des Grundeinkommens vor dem Petitionsausschuss. Die Brief-Aktion fand ich sehr gelungen,wenn auch sehr klein, eine Radiosendung mit Interview von Susanne Wiest wurde dagegen für meinen Geschmack zu sehr zur Piraten-Werbesendung. Schade eigentlich, ich hätte es lieber gesehen, wenn es mehr um die Sache gegangen wäre.

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