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In Großstädten führt das wohl höchstens noch zu mäßigem Unmut bei den Hauseigentümern, hier auf dem Land ist es aber eine große Sache. Ich habe mich bereits beim Gang zum Bäcker heute morgen gewundert: nicht nur auf der Hauptstraße konnte ich einen Polizeiwagen vorbei fahren sehen, auch in der Nebenstraße, durch die ich den Weg abgekürzt habe, kam mir ein blau-weißer Wagen entgegen. Das ist mehr als ungewöhnlich, da liegt die Vermutung nahe, dass etwas passiert sein muß.

Beim Bäcker erhielt ich dann gleich die Bestätigung, die Bäckerin war aufgebracht: „ja, da fahren sie jetzt und kontrollieren, die ganze Straßenseite ist betroffen sage ich ihnen!!!“

Um was es geht? Na, um Schmierereien an den Hauswänden natürlich. Bahnhof, Bushaltestellen, Mülltonnen und ähnliche öffentliche Einrichtungen erwischt es auch bei uns hier draußen regelmäßig, Schmierereien an den Häusern sind dagegen die Ausnahme. Das letzte Mal, an das ich mich erinnern kann, war 2007. Das ist mir dafür noch in lebhafter Erinnerung, denn es hatte auch mein Geschäft erwischt: am Briefkasten sieht man die Spuren immer noch, am Schaufenster konnte ich sie beseitigen, an der Wand hat der Vermieter sie entfernen lassen.

Diesmal hat es also die Bäckerei erwischt und mehrere Häuser auf der Straßenseite. Das brachte mich doch dazu, erstmal an meinem Geschäft vorbei zu gehen, immerhin ist das schräg gegenüber der Bäckerei. Auf der anderen Straßenseite, aber immer noch nah genug dran, um vielleicht auch betroffen zu sein. Diesmal habe ich aber Glück gehabt, ich konnte nichts entdecken. Schlimm genug ist es für die, die jetzt sehen müssen, dass sie ihre Häuser wieder sauber bekommen.

Wenn es denn wenigstens einigermaßen sehenswerte Graffitis wären, aber sinnlose Buchstabenreihen hingekrakelt, bestenfalls ein „Yo, Man“?

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Apfelstrudel mit Vanillesauce

„Lass uns doch mal wieder Grünkohl machen, ist doch die Zeit dafür“ habe ich gesagt, worauf mein Liebster antwortete „Lass uns Gäste dazu einladen“. Grundsätzlich ist da gar nichts dagegen einzuwenden, Gäste waren schnell eingeladen und die Ansage von meinen Liebsten war auch eindeutig: „Ich mache den Grünkohl mit Beilagen und eine Suppe vorweg. Du kannst Dich ja um das Dessert kümmern“. Ja toll, wie soll ich denn da noch bei den Gästen punkten? Wegen der zentraleren Lage sollte die Einladung bei ihm stattfinden, für Deko war ich also auch nicht zuständig, da bleibt mir ja nur ein tolles Dessert, das sogar dann noch gerne gegessen wird, wenn sich alle schon mit Grünkohl pappsatt gefuttert haben. Ganz toll. „Mach doch Bratapfel“ – die Anregung habe ich gleich wieder verworfen, aber den Grundgedanken beibehalten: Apfel.

Ich mache Apfelstrudel mit Vanillesauce habe ich also beschlossen und natürlich auch gleich lautstark an allen möglichen Stellen verkündet. Überall war zweifelndes Kopfschütteln zu sehen. Das ist ja so aufwändig, das ist gar nicht einfach….. Na, kein Problem, ich hatte schließlich ein tolles Rezept mit Video gefunden! Alle Zutaten wurden besorgt und los ging es. Zum Glück hatte ich ja Unterstützung, der Teig war streng nach Rezept nämlich so dünn und klebrig, dass ich ständig Hilfe beim Mehl zugeben brauchte. Dazu habe ich es tatsächlich geschafft, die Knethaken falsch herum in das Handrührgerät zu stecken. Ergebnis: der Teig zieht sich nach oben und wandert ruck zuck in das Innere des Geräts, wo es später Stunden kostet, den zähen, klebrigen Teig aus den Löchern wieder herauszubekommen. Also habe ich den Teig von Hand und unter ständiger Zugabe von Mehl fertig geknetet, dann mit viel Öl drei Stunden ruhen lassen. Nach diesen Anfangsschwierigkeiten lief es dann aber wie von selbst. Der Teig war super und ohne Reißen prima zu verarbeiten, die Füllung war super lecker, die Vanillesauce brauchte ewig, um einzudicken, dafür war sie anschließend ebenfalls ein Gedicht.Apfelstrudel vor dem Backen - das sieht doch schon ganz gut aus

Nur die Gäste, naja, die waren schon von der tollen Radieschengrün-Suppe und dem Grünkohl mit sechs Sorten Fleisch so bedient, dass jeder nur noch ein Stück Apfelstrudel geschafft hat. Nicht so schlimm: da blieb mehr für uns übrig!

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Tja, es hilft nichts, der Adventskalender ist nicht da. Verschollen in den Weiten der Logistik. Björn rauft sich inzwischen die noch vorhandenen Haare und mir geht es kaum besser, wollte ich den Kalender doch verschenken. Zwischenzeitlich hat mich der Paketdienst also wieder einmal nicht gefunden. Heute sollte der Kalender dann an meine private Adresse geliefert werden, so hat Björn es mit der Hotline ausgehandelt. Da ich vormittags nicht da war, habe ich meine Vermieter um Hilfe gebeten und die haben freundlicherweise den gesamten Vormittag auf der Lauer gelegen und gewartet. Ab Mittag habe ich das übernommen und mich nicht aus dem Haus gerührt. Bis um kurz vor sieben, da meinte der Hund dann, wenn ich JETZT nicht mit ihm raus gehen würde, gäbe es ein Unglück. Um das zu vermeiden haben wir uns also auf den Weg gemacht und sind unter Erledigung weiterer, wichtiger Geschäfte (der Hund, nicht ich) zum Geschäft gegangen. Nur so, mal nachgucken, ob der Paketbote vielleicht da mal wieder war und einen Zettel hinterlassen hat, dass er mich nicht angetroffen hätte. Ich wäre ja quasi über jedes Lebenszeichen glücklich, aber auch da: nichts zu wollen.

Tja, was bleibt? Es ist der 3. Dezember, morgen ist Sonntag….. Falls Björn den Kalender nicht doch noch persönlich vorbei bringt, bleibt nur ein neuer Versuch mit einem anderen Paketdienst. Naja, immerhin habe ich es so bei Björn ins Blog geschafft!

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Ich habe ja neulich schon berichtet, dass der Adventskalender für meinen Liebsten im Versand versackt ist. Tatsächlich stellte sich bei einer Konsultation der Paketverfolgung heraus, dass der Götterbote mich offenbar einmal nicht angetroffen hat (aber auch keine Nachricht hinterlassen hat) und einmal festgestellt hat, dass ich an der angegebenen Adresse nicht ermittelt werden kann. In dieser Reihenfolge übrigens, laut Sendungsverfolgung.

Björn hat da also nochmal angerufen und nun sollte mir heute das Paket nochmal zugestellt werden. Das wäre toll, immerhin ist heute der 1. Dezember, also Zeit, das erste Türchen am Kalender zu öffnen. Um kurz vor eins musste ich dringend weg, eine Besorgung in einem Ort wenige Minuten entfernt stand an und konnte auch nicht verschoben werden, danach Termine in der direkten Umgebung meines Geschäfts. Ich habe also eine dekorative Bitte um Anruf auf dem Handy in meine Ladentür gehängt und mich auf den Weg gemacht in der Hoffnung, der Bote kommt nicht gerade dann, wenn ich am weitesten weg bin. Kam er natürlich doch, Murphy sei Dank.

Er hat tatsächlich angerufen, auf mich warten konnte er aber nicht, etwa zehn Minuten hätte ich gebraucht. Na gut, das kann ich nachvollziehen. Sagen, wo ich ihn treffen kann (ich wäre ihm hinterher gefahren) wollte er mir auch nicht. Er würde später nochmal vorbei kommen. Wann ungefähr das sein würde, konnte er aber auch nicht sagen. Wenn ich nicht ganztägig vor Ort sein kann, muss ich mir eben was einfallen lassen.

Dieser Anruf kam um kurz nach eins, ich hatte dann noch Termine, aber ab vier Uhr war eine instruierte und mit Geld ausgestattete Kollegin im Geschäft, ab halb sechs bis nach sieben war ich wieder da. In der Zeit kam der Paketbote nicht, eine Benachrichtigung gab es auch nicht, ob er vorher noch einmal da war, weiss ich nicht, angerufen hat er jedenfalls nicht noch einmal. Jetzt steigt die Spannung: wird der Götterbote morgen noch einmal auftauchen und meinem Liebsten einen Adventskalender bringen?

Ich weiss, anrufen und evtl. kurz warten oder irgendwo mit mir treffen ist ein echtes Entgegenkommen, ich bin deshalb bei den Paketdiensten auch immer sehr großzügig mit Trinkgeldern, ich weiss das zu schätzen. Es funktioniert auch meistens wunderbar, aber diesmal ist wirklich der Wurm drin. Der nächste Haken kommt: ich kann auch morgen nicht den ganzen Tag vor Ort sein und auch meine Nachbarn sind nicht zuverlässig, ganztägig immer erreichbar und bereit eine Nachnahme anzunehmen. Leider kann ich die Pakete der Paketdienste ja auch nicht irgendwo abholen, es ist wirklich vertrackt 🙁

Ein Königreich für meinen Zotter-Adventskalender!!!

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Seit fast genau sechs Jahren habe ich mein Geschäft unter der gleichen Adresse. In dieser Zeit habe ich säckeweise Briefe und so viele Pakete bekommen, dass sie die immerhin 80 Quadratmeter komplett ausfüllen würden. Mit praktisch allen Paketdiensten und den häufigsten hier vertretenen Briefdiensten habe ich in dieser Zeit Bekanntschaft gemacht. Einige Paketdienstfahrer rufen inzwischen auf meinem Handy an, wenn sie ein Paket für mich haben, um vorher abzuklären, ob ich zur passenden Zeit im Geschäft bin, oder sie mir das Paket vielleicht zu Hause vorbei bringen können. Ich denke, das spricht für sich, zumindest für ganz gute Kontakte?

Die besten, sozusagen innigsten Kontakte habe ich dabei zur Post und zum DHL. Hier bei uns werden Briefe und Pakete noch vom selben Zusteller gebracht. Die Zusteller, die hier regulär in der Umgebung Dienst haben, kenne ich dabei alle. Das hat einen ganz einfachen Grund: die nächstgelegene Post-Filiale ist….. in meinem Geschäft. Früher hab ich diese als Post-Service-Filiale selbst betrieben, heute haben ich den Raum an die Post untervermietet. Trotzdem: die Zusteller verkehren alle täglich in meinen Räumen, zwangsläufig, weil sie benachrichtigte Sendungen bringen und hier angenommene Sendungen abholen müssen. Ich denke ich kann also mit Recht behaupten, dass die Zusteller und ich uns einigermaßen nahe stehen.

Vor wenigen Tagen passierte dann das Kuriose: der Anruf eines Lieferanten, seine Lieferung wäre zurück gekommen, was denn los wäre, ob ich umgezogen wäre und hätte ihm das nicht mitgeteilt? Natürlich nicht, die Adresse auf dem Paket stimmte auch, er hat mir telefonisch durchgegeben, was drauf steht: das ist exakt meine Adresse. Trotzdem kam das Paket mit dem Aufkleber „Empfänger konnte an der angegebenen Adresse nicht ermittelt werden“ zurück. DHL, übrigens. Das ist durchaus spannend, mal abgesehen von den persönlichen Kontakten zu den Zustellern und den täglichen Dienstbesuchen durch dieselben steht meine Name in großen Buchstaben auf der etwa 8 Meter breiten Schaufensterfront. Eigentlich schwer zu übersehen, würde ich meinen….

Ich habe das als Kuriosum abgehakt, man muss ja nicht alles verstehen. Leider kommt der nächste Haken gleich hinterher. Da wollte ich meinem Liebsten einen Adventskalender schenken und habe ihn bei Björn im Onlineshop bestellt. Feine Sache, wurde auch rechtzeitig versandt – an die Geschäftsadresse, da bin ich nämlich tagsüber, im Gegensatz zu meiner Wohnanschrift. Bis jetzt ist er allerdings nicht bei mir aufgetaucht. Der Adventskalender meine ich. Auch keine Benachrichtigung irgend eines Paketdienstes. Wetten, der ging zurück, weil ich unter der Adresse nicht zu ermitteln war?

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„Ach, ich kann doch nix mehr machen“ sagte die alte Dame zu mir, bei der ich gestern einen Hausbesuch machte. Da hatte sie soweit auch völlig Recht, sie hing recht verloren in mehrere Decken gewickelt in ihrem Sessel, dünn und schwach. Wenn ich so etwas häufiger vor Augen habe, bleibt es nicht aus, dass ich mir auch Gedanken über mein eigenes Alter mache. Die Dame wurde zu Hause von Ihren Kindern gepflegt. Ich habe keine Kinder und bin inzwischen fast 40 Jahre alt, ich gehe mal davon aus, dass sich das auch nicht mehr ändern wird. Das ist auch völlig in Ordnung so, bedeutet aber auch, dass mich meine Kinder sicher nicht im Alter pflegen werden.

Ich werde also vermutlich eine Weile zu Hause sein, hoffentlich nicht ganz alleine, schön wäre es ja doch, wenn man gemeinsam alt wird. Aber wer weiß schon, was kommt? Zunächst also zu Hause, und wenn ich „nix mehr kann“, dann führt mich der Weg fast unvermeidlich in ein Heim. Ich hoffe, ich sorge frühzeitig dafür, dass ich dann in das Heim komme, dass ich mir schon vorher ausgesucht habe.

Ich sehe ganz häufig, dass die Senioren furchtbar unzufrieden sind. Sie haben keine Pflichten und keine Aufgaben mehr, sie sind Rentner und wenn es mit der Haus- und Gartenarbeit und dem Essen kochen nicht mehr klappt, dann werden sie eben versorgt und haben nichts mehr zu tun. Sie würden dann gerne unterhalten werden, aber die Familienangehörigen haben viel zu tun, sie müssen arbeiten, den Haushalt versorgen, und den Haushalt und die Versorgung der alten Angehörigen gleich mit übernehmen. Dazu kommen noch Kinder und ein wenig Freizeit, da bleibt nicht mehr so viel Zeit, um einen gelangweilten Menschen mit sehr viel Zeit zu dessen Zufriedenheit zu bespaßen.

Bleibt der Fernseher zur Unterhaltung. Wer zu Hause ist und keine Angehörigen hat, für den ist der Fernseher häufig der einzige Kontakt zur Außenwelt, die einzige Ansprache – eine höchst einseitige Ansprache noch dazu.

Nun sind wir ja die Generation Internet. Wir verbringen jeden Tag viel Zeit vor dem Rechner und in den unendlichen Weiten des Datenstroms. Für mich hoffe ich ja, dass ich irgendwann zu Hause oder im Pflegeheim in meinem Sessel oder Bett sitzen werde, ein iPad oder was auch immer bis dahin der Stand der Forschung ist, jedenfalls etwas mit großem Bildschirm und hervorragender Sprach Ein- und Ausgabe auf dem Schoß. Dann hoffe ich flink und unbehindert durch das Netz zu surfen, zu meckern, wo ich unzufrieden bin, meinen Altersstarrsinn voll auszuleben und nach wie vor viele Kontakte zu haben. Selbst wenn ich den Menschen, mit denen ich dann spreche, vielleicht nie im Leben begegnen werde, ist die Vorstellung mit vielen Menschen zu kommunizieren nicht viel besser, als wenn nur der Fernseher als Kommunikationspartner bleibt?

Wer weiß, wie das Leben bis dahin aussieht. Aber wenn es irgendwie geht, werde ich meinen Computer mit Zähnen und Klauen verteidigen, wenn sie mich irgendwann ins Heim bringen. Auf ein vernetztes Alter!

Hausbesuchswoche

Nov
2011
24

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Im Moment habe ich gerade eine „Hausbesuchswoche“. Natürlich mache ich nicht nur Hausbesuche, aber sieben Hausbesuche in einer Woche sind schon viel, allein am Mittwoch waren es vier Stück. Dabei sind Hausbesuche nicht gerade meine Lieblingstermine, aus mehreren Gründen.

Zum einen sind Hausbesuche körperlich anstrengend. In meinen Räumen sitzen die Kunden auf einem Stuhl, den ich hochfahren kann wie einen Zahnarztstuhl und so einstellen, dass ich die Füße der Kunden in angenehmer Arbeitshöhe vor mir habe. Beim Hausbesuch lümmeln die Kunden in ihrem Lieblingssessel, sitzen steif auf dem Küchenstuhl oder liegen im schlimmsten Fall im Bett. Ich sitze auf einem Stuhl oder Hocker davor und bette die Füße der Kunden auf eine Fußstütze. Schlimmstenfalls sitzen die Kunden dabei niedriger als ich oder sie liegen eben in ihrem Bett, möglicherweise noch ein recht niedriges normales Bett, zwischen Wand und Schrank eingekeilt. So oder so, ich muss mich in den allermeisten Fällen stark bücken und häufig verrenken, um die Füße der Kunden richtig zu erreichen. Das ist nicht toll, aber wer nicht mehr kommen kann, ist eben auf einen Hausbesuch angewiesen und da versuche ich das Beste draus zu machen.

Der nächste Punkt ist, dass ich für Hausbesuche deutlich mehr Zeit einplanen muss, als für Termine bei mir. Anfahrt, Abfahrt, Ausrüstung auf- und wieder abbauen, häufig sind die Kunden dann noch nicht fertig, haben vergessen, dass ich komme, müssen erst noch ihr Wohnzimmer umräumen, das Geschirr wegbringen und schnell nochmal zur Toilette. Da geht Zeit drauf.

Dann kommt dazu, dass die Wohnungen häufig nicht allzu angenehm sind. Die Kunden können nicht mehr kommen wegen körperlicher oder auch geistiger Einschränkungen, das macht sich häufig auch in der persönlichen Hygiene und in der Sauberkeit in der Wohnung bemerkbar. In meinem Geschäft habe ich solche Kunden nur eine halbe bis ganze Stunde da und benutze hinterher großzügig Desinfektionsspray. Bei den Kunden zu Hause habe ich das nicht, und gelegentlich komme ich in Häuser, wo ich eigentlich am Liebsten gar nichts anfassen möchte, am wenigsten die Füße der Hausherrin oder des Hausherren. Na gut, Handschuhe, Mundschutz, Augen zu und durch, es hilft ja nichts….

Zusammengefasst also anstrengend, zeitaufwändig und potentiell eklig. Weil es so anstrengend ist und mein Rücken nach jedem Hausbesuch ächzt und jammert versuche ich die Hausbesuche auf 1-2 am Tag und 3-4 pro Woche zu beschränken. Meistens klappt das ganz gut, diese Woche klappte es gar nicht. Das ist das übliche Problem mit der Verteilung: wünschenswert wäre ja, wenn sich die Gesamttermine gleichmäßig über das Jahr verteilen würden. Das bleibt aber ein Wunschtraum, es gibt immer wieder Wochen, in denen der Tag locker 48 Stunden haben dürfte, damit alle Kunden, die einen Termin in dieser Woche haben wollen, auch einen bekommen können. In anderen Wochen herrscht dafür Totentanz. Das ist normal und bei den Hausbesuchen nicht anders. In manchen Wochen liegt gar keiner an, dafür ballen sie sich in der nächsten Woche. Zum Glück ist die Woche ja morgen rum, ein Hausbesuch noch, in der nächsten Woche sieht es dann schon wieder anders aus.

Morgentran

Nov
2011
24

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Wer hat eigentlich die Sache mit dem frühen Austehen erfunden? Es gibt ja Tage, sogar Wochen, da bin ich schon lange wach, bevor der Wecker klingelt und stehe dann zwar nicht mit Begeisterung aber doch einigermaßen munter auf. Spätestens nach dem morgendlichen Hundespaziergang bin ich dann auch wach und irgendwie bereit für den Tag.

Im Moment ist das leider ganz anders. Ich wache vom Weckerklingeln auf, drehe mich stöhnend nochmal auf die andere Seite. Spätestens nach dem dritten Klingeln stehe ich dann doch auf. Ich schleppe mich erst ins Bad und dann mit dem Hund vor die Tür. Der Spaziergang macht mich auch nur kurzfristig wach, eine halbe Stunde später hänge ich mit meiner leeren Frühstücks-Müsli-Schüssel vor dem PC, versuche ein paar über Nacht eingegangene E-Mails zu entziffern und will eigentlich nur eines: Schlafen! Gerade im Moment geht es mir genau so, ganz genau! Besonders gemein ist dabei: auf dem extra dafür abgedeckten Gästebett neben mir liegt mein Hund. Er schläft. Dabei schnarcht er so lautstark, dass ich fürchte, meine Vermieter im Schlafzimmer unten drunter fallen gleich aus dem Bett. Direkt daneben, an sein haariges Hinterteil gekuschelt, liegt übrigens der Kater. Popo an Popo, sozusagen. Der schläft auch, schnarcht dabei aber wenigstens nicht. Zumindest nicht so laut, dass ich es über die Schnarchgeräusche vom Hund hinweg noch hören würde. Natürlich kam es auch, wie es kommen musste: als ich gerade ein Foto davon machen will, wacht der Kater auf und macht einen halbwegs wachen Eindruck. Der Hund allerdings schläft unbeeindruckt weiter.

Ich wünsche Euch einen angenehmen, stressfreien, dabei aber munteren und ausgeschlafenen Tag. Bei mir klappt das gerade leider nicht so.

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Ich schreibe gerne. Wirklich gerne. Es macht mir Spaß meine Gedanken zu einem Thema aufzuschreiben, ich teile mich gerne mit und schriftlich kann ich länger darüber nachdenken und auch für mich meine Gedanken nochmal ordnen.

Das, was ich hier schreibe, ist trotzdem ein reines Hobby. Nur Spaß an der Freude. Ich habe tagsüber mein Geschäft, um das ich mich kümmern muss, zwischendurch noch meinen Nebenjob bei der Texterflotte. Was hier erscheint, das schreibe ich morgens, bevor ich arbeiten gehe, in meiner Mittagspause oder Abends, nach Feierabend. Manchmal ist es dann wirklich schwer, mich zu motivieren. Heute ist so ein Tag. Ich hab gar nicht so viel Arbeit gehabt, ein ziemlich geruhsamer (dadurch aber auch unbefriedigender) Tag, nur ein einziger Artikel für die Texterflotte, abends ein wenig Buchführung/Korrespondenz. Nichts aufregendes und ich hätte genug Zeit gehabt, um hier noch einen Text zu schreiben.

Ich hab es aber nicht hingekriegt. Ich habe vor dem offenen WordPress-Dashboard gesessen und bei Amazon Bücher angeschaut, nach einer Bedienungsanleitung für meine Nähmaschine (eine Singer Featherweight plus) gegoogelt, Pressemeldungen und Tweets gelesen und mir gewünscht, ich könnte mich aufraffen, hier noch etwas zu schreiben. Mist. Heute also quasi ohne Text, zumindest nur mit einem Platzhalter für einen Text, der nicht geschrieben wurde. Morgen gibt es wieder mehr, hoffe ich!

Eine Ankündigung gibt es dafür auch, ich möchte den Schwerpunkt ein wenig verschieben und Euch mehr aus meinem Alltag berichten. Insbesondere aus dem beruflichen Alltag, insbesondere den als Fußpflegerin und Geschäftsfrau. Ich hoffe, das kommt Euch entgegen und interessiert den einen oder anderen von Euch.

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Kommentare deaktiviert für Hauptschule, Oberschule, Gesamtschule: Hauptsache Schule!

Ich habe 1991 in Bayern Abitur gemacht. Mit einem eher mäßigen Abschluss (2,8, na, das war jetzt keine Bestleistung), dafür galt zu dieser Zeit ein bayerisches Abitur noch als etwas Besonderes. Schon damals war aber die Entwicklung erkennbar: mit Abitur kann man selbstverständlich studieren, aber auch für eine Ausbildung etwa als Bankkaufmann wurde Abitur schon als praktisch selbstverständlich voraus gesetzt. Mit viel Glück und Beziehungen hatte man da auch noch mit einem sehr guten Realschulabschluss eine Chance, mit einer durchschnittlichen „Mittleren Reife“ musste man sich da in jedem Fall nicht mehr bewerben.

Ich habe dann ein bisschen Lehramt studiert (und festgestellt, dass unterrichten nicht mein Ding ist), eine Ausbildung als Arzthelferin gemacht und arbeite nun in einem Bereich, für den man kein Abitur braucht: als Fußpflegerin sowie im Webbereich. Dafür wäre mehr unternehmerisches und wirtschaftliches Grundwissen sinnvoll gewesen, das hätte man vielleicht eher an der Wirtschaftsschule gelernt, die es bei uns auch gab, da war ich aber nicht. Dafür kann ich Latein, hätte um ein Haar Altgriechisch lernen müssen und kann die Vererbungslehre gemäß Mendel und darüber hinaus erläutern.

Schon damals, 1991, war es mit einem Hauptschulabschluss schwieriger eine gute Ausbildungsstelle zu bekommen. Immerhin, in den meisten handwerklichen Berufen und auch als Einzelhandelskaufleute hatten sie gute Chancen. Heute sieht das anders aus. Ein Hauptschulabschluss wird nicht mehr als qualifiziert wahrgenommen, Perspektivlosigkeit unter den Schülern wie ihren Lehrern führt zum „Berufswunsch Hartz4“ – na klar, da wird den Schülern ja auch von allen Seiten eingeredet, sie würden nichts können, wären für nichts gut genug und nicht qualifiziert für irgend etwas.

Gleichzeitig sinkt auch das Niveau an den anderen Schulen. Da die Hauptschule keine Aussichten auf einen ordentlichen, gut bezahlten Beruf mehr bringt, müssen die Kinder wenigstens die Realschule besuchen, am Besten gleich das Gymnasium. Völlig unabhängig davon, ob sie die Voraussetzungen und Neigungen dafür mitbringen, werden sie durch eine Schulform geschleppt und gescheucht, die sie in vielen Fällen überfordert und zu Frust und frühen Depressionen führt. Das tut das Gefühl der Hauptschüler, nichts wert zu sein, allerdings auch. Die flächendeckende Verabreichung von Antidepressiva kann dabei nicht die Lösung sein.

Die Hauptschule soll jetzt mit der Realschule zur Oberschule zusammen gefasst werden, Gymnasium bleibt. Der andere Ansatz wäre die generelle Einführung von Gesamtschulen. Ich bin ehrlich: das ist mir völlig egal. Ob wir eine Schule für alle haben oder drei verschiedene Schulen oder fünf – mir wäre es wichtig, dass die Schüler viel mehr gefördert werden. Auch bei dem niedrigsten Schulabschluss muss es möglich sein, dass alle Schüler eine ordentliche Rechtschreibung beherrschen, sich vernünftig ausdrücken können, die Grundrechenarten und den Dreisatz beherrschen und ein grundlegendes Wissen über Geschichte, Politik und Wirtschaft mitbringen. Wenn das nicht möglich ist (und im Moment scheint es nicht möglich zu sein), dann liegt das nicht an zu dummen Schülern. Es liegt auch nicht daran, dass zu viele Schüler mit Migrationshintergrund da sind, das ist nämlich einfach ein gesellschaftlicher Fakt, damit müssen und wollen wir leben und das das Beste daraus machen – im absolut positiven Sinne, denn das ist auch eine große Bereicherung für die Gesellschaft. Es liegt daran, dass wir nicht gewillt sind, die Schülern nach ihren Möglichkeiten zu fördern. In kleinen, individuell aufgeteilten Gruppen lernt es sich viel besser, kann viel mehr Wissen vermittelt werden. Ein transparentes, durchlässiges System, dass allen Schülern Chancen gibt, das wäre mein Wunsch. Das kostet Geld, das ist mir klar – aber dafür scheint es mir gut angelegt, Geld in die Bildung und die Schulen zu stecken bedeutet ja, in unsere Zukunft zu investieren.

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