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Kommentare deaktiviert für Die Zombie-Apokalypse kann kommen

Die sichtbaren Folgen von Schlafmangel

Beruflich stehen tiefgreifende Veränderungen ins Haus, ich habe zig Termine gleichzeitig und zu allem Überfluss ist ausgerechnet jetzt auch noch Wahlkampf mit allem, was dazu gehört. Schlaf ist da eher Mangelware und die Folgen sind unübersehbar: der Blick in den Spiegel zeigt, dass ich im Fall einer Zombie-Apokalypse wenig zu befürchten hätte, ich bin derzeit gut getarnt. Unter den Untoten würde ich mit den fiesen, dunklen Ringen unter den geröteten Augen gar nicht auffallen. Dazu kommen die schlafmangelinduzierten eher abgehackten und fahrigen Bewegungen – eine Sorge also weniger, die Zombie-Apokalypse kann kommen.

Für den Alltag, den Auftritt beim zukünftigen Arbeitgeber oder bei Wahlkampf-Veranstaltungen ist das aber eher ungeeignet und ganz ehrlich: außer von Zombies möchte ich so lieber von niemandem gesehen werden. Da es leider im Moment keine Option ist, mich wahlweise entweder zu Hause zu verkriechen oder aber mich einfach mal so richtig auszuschlafen, bleibt die Suche nach Lösungen.

Was also tun?

Schnelle und einfache Lösung: eine Sonnenbrille oder ein Hut mit einer breiten Krempe verdecken die Augen und man ist vor mitleidigen Blicken gefeit. Leider funktioniert das nur bei gutem Wetter, Sonnenschein und unter freiem Himmel gut. In geschlossenen Räumen führt eine Sonnenbrille eher zu irritierten Blicken, die man aber dank eingeschränkter Sicht durch die dunkle Brille selbst gar nicht wahr nimmt. Bei trübem Wetter sieht man sich draußen auch gelegentlich mit der Frage „soll ich Ihnen über die Straße helfen?“ konfrontiert. Keine dumme Idee übrigens, wenn man dank Schlafmangel und zusätzlicher Verdunkelung nicht viel mitkriegt.

Die Lösung: Wegschminken

Kein Problem, die Augenringe kann man einfach mit Abdeckcreme verstecken. Für alle, die wie ich meinen, dass zwei Minuten für ein komplettes Make up eine ordentliche Zeitplanung sind, wird allerdings auch das zur Herausforderung. Hier findet Ihr noch einige Tipps dazu.

2 Tipps aus eigener Erfahrung:

– bei Hautrötungen ist eine grünliche Abdeckcreme super. Bei Augenringen sieht die jedoch eher krank aus, die schimmern nämlich selbst leicht grünlich. Besser ist deshalb eine Creme, die leicht rosa getönt ist.
– Wer wie ich keine 20 mehr ist und schon ein paar kleine Fältchen um die Augen hat, muss ganz besonders aufpassen beim Auftragen und die Creme sehr sparsam verwenden und gut in die Haut einarbeiten (da sind die 2 Minuten ruck zuck schon rum…). Andernfalls setzt sich die Creme in den Fältchen ab und mit grünlichen Augenringen und rosa/lila blitzenden Fältchen dazwischen ist die Zombie-Apokalypse dann doch wieder die naheliegendste Option.

Was am Ende wirklich hilft, ist Schlafen und den Stress hinter sich lassen. Werde ich auch machen, nach dem 22. September. Bis dahin bleibt der Griff zu Abdeckcreme und Sonnenbrille.

Krimi ohne Pointe

Jul
2013
11

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Das Telefon im Büro von Gerhard Schindler, Chef des Bundesnachrichtendienstes klingelt schrill. Er runzelt unwillig die Stirn, er wollte gleich nach Hause und das Telefon stand schon den ganzen Tag nicht still. Am Abend wollte er mit seiner Frau in die Oper gehen. Eine konservative Inszenierung, Entspannung nach harter Arbeit. Seufzend nimmt er den Hörer ab „Ja?“ „Ein Mr. Smith möchte Sie sprechen. Persönlich“ knarzt sein Assistent in das Telefon. Schindler schmunzelt ein wenig, dem amerikanischen Geheimdienst fällt auch nichts originelles ein. Smith. Und sein Assistent lässt sich davon einwickeln. Er seufzt „Stellen Sie durch“. Es klickt in der Leitung. „Smith?“

Der Anrufer legt ohne Begrüßung los: „Bei Ihnen wird ein Terroranschlag geplant“ kriecht eine ölige Stimme mit kaum wahrnehmbarem, amerikanischem Akzent durch die Leitung. „Herbert in der Breiten Straße 15 in H. baut eine Bombe in seinem Keller. Ein Einzeltäter, er will sie bei der Messeeröffnung zünden. Wir haben Beweise. Jetzt liegt es bei Ihnen.“ Der Anrufer legt auf. Schindler seufzt noch einmal. Diese Amerikaner…

Er ruft den örtlichen Polizeichef Waldemar Krempel in H. an. Dieser gibt die Information sofort an seine zwei fähigsten Mitarbeiter weiter, Komissarin Sabine Weiße-Weste und ihr Kollege Friedhelm Blitzmerker sammeln ein paar Kollegen um sich. „Ein geplanter Terroranschlag“ erläutert Weiße-Weste die Sachlage in der Einsatzbesprechung. „Gefahr im Verzug, keine Zeit für bürokratische Verrenkungen. Wir schlagen sofort zu.“ Ihr Kollege Blitzmerker hilft Ihr noch in die Weste, äh Jacke und mit fünf Streifenwagen fahren sie in die Breite Straße. Sie stürmen die Wohnung und brechen die Tür zum Keller auf. Hier finden sie Herbert, vertieft in den Bau seiner Bombe. Neben ihm liegen nicht nur die Baupläne, sondern auch Bestelllisten und die Ausdrucke der E-Mails von Freunden, denen er von seinen Plänen berichtet hat sowie ein Plan des Messegeländes und ein Ablaufplan der Eröffnungsfeier.

Weiße-Weste und Blitzmerker erstatten Krempel Bericht. Die Nachricht über die erfolgreiche Verhinderung des Terroranschlags erreicht Schindler in der Oper. Er liest die SMS während der Arie und grinst zufrieden in sich rein. Er muss Innenminister Friedrich informieren, aber das hat Zeit bis morgen.

Den nächsten Morgen beginnt Schindler mit einem Anruf beim amerikanischen Geheimdienst. „Smith, bitte.“ Er wird durchgestellt. „Alles erledigt, wir haben Herbert“ erstattet Schindler Bericht. „Jaja“ antwortet die ölige Stimme am anderen Ende „weiß ich längst“ und legt auf. Schindler wundert sich nur kurz, dann bricht er zu seinem Besuch bei Innenminister Friedrich auf. Er findet diesen in Gedanken versunken. Auf einem Schmierzettel sammelt Friedrich Stichpunkte für ein Interview. Er soll die Notwendigkeit der Vorratsdatenspeicherung darlegen. So richtig überzeugend klingt das alles nicht einmal für ihn, aber er wird es mit Nachdruck vortragen, dann glaubt man ihm schon. Den Bericht von Schindler hört er nur mit halbem Ohr und schreibt eine kurze Notiz: „BND: Terroranschlag in H. verhindert, Täter gefasst. Hinweis von den Amerikanern.“

Später am Tag, das Interview hat er so leidlich hinter sich gebracht, informiert er weitere zuständige Politiker. Frau Merkel trifft er in der Kantine des Bundestages. Sie ist ebenfalls abgelenkt, sucht sie doch nach weiteren Gründen, Griechenland unter Druck zu setzen, damit die deutschen Banken keinen Schaden nehmen. Mit einem abwesenden Nicken nimmt sie die knappen Informationen von Friedrich zur Kenntnis „Klar, die Amis, die wissen Bescheid“ murmelt sie und vergisst den Vorgang gleich wieder. Das politische Tagesgeschäft wartet. ENDE

So oder so ähnlich könnte es abgelaufen sein. Frau Merkel erklärt, sie habe zwar von nichts gewusst, aber die Daten von den Amerikanern, die brauchen wir ja, um Terroranschläge zu verhindern. Herr Friedrich hat ebenfalls nix gewusst, außer, dass durch Hinweise der Amerikaner nicht näher spezifizierte Terroranschläge in Deutschland vermutlich verhindert werden konnten. Herr Schindler möchte vor allem mehr Geld für Abhörmaßnahmen, möchte er doch genauso gut informiert sein, wie Smith.

Was meinem durch zahllose Tatort-Sendungen geschulten kriminalistischen Gespür dabei jedoch auffällt: Niemand, niemand, niemand, nicht Schindler, nicht Friedrich, nicht Merkel und offenbar auch nicht die ausführenden Organe wie Krempel, Weiße-Weste und Blitzmerker haben mal die Frage gestellt: „Was für Beweise eigentlich, was genau wissen die Amerikaner und woher, zum Teufel, wissen die das eigentlich???“ Jeder Tatort-Komissar würde eine Verschwörung wittern und den Fall hinter dem Fall aufzuklären versuchen, nur Weiße-Weste und Blitzmerker sind da offenbar genauso arglos wie Merkel und Co.

Würde mir das als Tatort, naja, besser als James-Bond-Film verkauft, würde ich wegen unglaubwürdiger Darstellung wegzappen. Nur unsere Politiker, die meinen, sie könnten uns wirklich dermaßen für dumm verkaufen…

Bild: © fotokalle – Fotolia.com

O tempora, o mores

Jun
2013
26

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Erinnert Ihr Euch noch an alte Spionagekrimis? Solche, in denen der coole Spion unter Einsatz seines Lebens und eines Trenchcoat geheime Verschwörungen aufdeckte, die das ganze Land, ach was, die ganze Welt in Gefahr brachten? Spionage gibt es schon seit es Völker, Staaten, vermutlich seit es Menschen gibt. Spione wurden an den Höfen von Herrschern eingeschleust, damit ein anderer Herrscher früher wusste, was sein Gegner plante und wie er den Plänen entgegnen konnte. Diese mussten deshalb immer sehr vorsichtig sein, wem sie sich anvertrauten und wer möglicherweise vertrauliche Gespräche mithören konnte.

Spionage macht auch heute wieder Schlagzeilen. Dabei geht es jedoch nicht um den smarten Typen im Trenchcoat, sondern die dreckige Arbeit wird von Computern erledigt. Das ist aber nicht der einzige Unterschied. Viel entscheidender: es geht nicht um die Pläne von Herrschern und Regierungen. Mit Programmen wie PRISM und Tempora hören Geheimdienste zwar immer noch vertrauliche Unterhaltungen ab, es geht dabei jedoch um die Kommunikation von jedem von uns. Um meine Mails an Familie und Freunde, um unser aller E-Mails, Facebook-Nachrichten, vertrauliche Kommunikationen. Warum sind wir denn für die Geheimdienste verdächtig? Naja, wir sind für Amerika und Großbritannien natürlich Ausland.

Aber wenigstens unsere eigene Regierung schützt uns ja vor solchen Zugriffen, oder? Leider nicht einmal das. Im Gegenteil, Frau Merkel erklärt, wir wären ja angewiesen auf die Ergebnisse der amerikanischen Internetüberwachung. Deshalb wird sie also nicht nur akzeptiert, sie ist offensichtlich der Regierung auch bekannt gewesen. Im Gegensatz zu uns übrigens, dem Volk, dem Souverän in einer Demokratie, vor uns wurde das geheim gehalten. Hätte nicht ein Edward Snowden uns von PRISM und Tempora erzählt, wir würden immer noch vermuten, unser größtes Problem wäre der BND. Obwohl, der kommt natürlich noch dazu, der überwacht uns nämlich auch.

Spionage findet also hier statt, nicht eine Regierung spioniert hinter der anderen her, sondern der Staat hinter seinen Bürgern. Wie groß muss die Angst der Regierung vor uns sein, wenn sie meint, nur durch umfangreiche Überwachung uns in Schach zu halten?
Es liegt an uns, ob wir das so hinnehmen, oder ob wir uns wehren. Um bei Cicero zu bleiben: Quousque tandem abutere, Catilina, patientia nostra? – „Wie lange noch, Catilina, wirst du unsere Geduld missbrauchen?“. Es wird Zeit zu zeigen, dass wir mit unserer Geduld am Ende sind. Am Samstag etwa, bei der Demonstration gegen Internetüberwachung, ab 13 Uhr in Hannover am Kröpke. Seid Ihr dabei?

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Auf geeignete Maßnahmen gegen das Gefahrenpotential, das von den blanken Brüsten aufgebrachter Frauen ausgeht, ging Radio FFN heute morgen ein. Auf dem Weg zur Arbeit hörte ich einen Bericht über die Sommertour des niedersächsischen Ministerpräsidenten Weil. Der tourt jetzt vier Tage durch Niedersachsen und besucht verschiedene Orte. Immer natürlich begleitet von seinen Bodyguards. Der Reporter von Radio FFN berichtete von dem schwierigen Job, den diese bei so einer Reise haben: an mehreren Orten täglich springen sie aus dem Bus, müssen sich schnell einen Überblick verschaffen und halten dabei natürlich immer Blickkontakt, zum Schutz von Herrn Weil. Der Reporter endete mit der Aussage, einen Femen-Protest wie bei der CeBIT würde er aber nicht erwarten,  er würde von einer friedlichen Reise ausgehen.

Ich konnte mir ein Lachen nicht verkneifen. Ahja, ein Tross von Bodyguards also, die den Ministerpräsidenten vor der größten zu erwartenden Gefahr schützen soll: Frauen, die mit blanken Brüsten als einzige Bewaffnung auf ihn losgehen.

Man kann die Femen-Proteste unterschiedlich beurteilen. Nicht immer stimme ich mit ihnen überein und nicht immer halte ich die von ihnen gewählte Form des Protests für angemessen. Eines muss man ihnen aber lassen: die nackten Oberkörper erzielen das, was sich alle Aktivisten wünschen: mediale Aufmerksamkeit.

Ein Ministerpräsident, der sich vor allem vor Frauen mit nackten Brüsten fürchten und von Bodyguards bewachen lassen muss, scheint mir jedenfalls in einer vergleichsweise glücklichen Lage zu sein.

Bild: cc by 2.0 Bastien Deceuninck

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Kommentare deaktiviert für Wahlprogramme lesen – alles andere ist Werbung

Seit dem Wochenende ist es nun auch offiziell bekannt, das CDU-Wahlprogramm zur Bundestagswahl, selbstbewusst bis zur Ignoranz vorgestellt als „Regierungsprogramm“. Bereits das Lesen des Vorworts von Merkel und Seehofer ist für Diabetiker mit Vorsicht zu genießen, ein Zuckerschock droht. So viel rosarote und zuckersüße Verklärung der bisherigen Erfolge der schwarz-gelben Regierungskoalition sind nur schwer zu ertragen, einem Realitäts-Check halten sie nicht stand.

einige Aussagen aus dem Vorwort

Das fängt schon ganz weit vorne an, auf Seite 3: „Europa und der Euro kommen voran.“ heißt es da ganz selbstverständlich und der Leser fragt sich automatisch, ob die Krisen in verschiedenen Euro-Ländern wie Griechenland, Spanien usw. an Frau Merkel wohl unbemerkt vorbei gegangen sind. Kann doch wohl nicht…?

Auf Seite 6 geht es dann um „unsere erfolgreiche Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik“. Da werden sinkende Arbeitslosenzahlen angeführt und die große Zahl der Menschen hervor gehoben, die einen Arbeitsplatz haben. Was für ein Arbeitsplatz das ist und wie viele dieser Menschen davon in prekären Beschäftigungsverhältnissen zu menschenunwürdigen Bedingungen verheizt werden, wird vorsichtshalber gar nicht erst erwähnt.

Dieser Stil zieht sich durch. Es geht besonders um Europa und um Arbeit für alle (jedoch ohne konkret anzuführen, wie sich technologischer Fortschritt und Vollbeschäftigung vertragen könnten). Es geht auch darum, „dass die Menschen sicher und vor Kriminalität geschützt leben können.“ (Seite 5). Wie das gehen soll? Na klar, wie so etwas immer geht, durch Überwachung: „Deshalb wollen wir auch um Gewalt und Diebstähle abzuwehren sowie zur Aufklärung von Straftaten, den Einsatz von Videotechnik an Brennpunkten wie etwa auf Bahnhöfen verstärken.“ (Seite 9). Keine Rede natürlich vom Schutz der Privatsphäre, Unschuldsvermutung und ähnlichen Themen.

Das Internet: doch kein Neuland?

Tatsächlich hat auch das Internet Eingang in das Wahlprogramm gefunden: „Das Internet und die digitale Technologie prägen unser Leben. Smartphones und Tablets sind heute aus dem alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Das Internet ist ein Wachstumstreiber für unsere Wirtschaft.“ (Seite 8). Guck an, es ist ja gerade erst eine Woche her, dass Frau Merkel verkündete, das Internet wäre für uns alle Neuland. Eine Woche später schon ist es aus unserem alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Dass es stärker kontrolliert, überwacht und reglementiert werden soll, das erwähnt sie vorsichtshalber nicht, obwohl sie letzte Woche auch erst betonte, wie sehr wir auf die Ergebnisse der Internetüberwachung durch das amerikanische Überwachungsprogramm PRISM angewiesen sind.

Vergeblich gesucht habe ich im Programm von CDU und CSU Standpunkte zur Situation derer, die von Niedriglöhnen leben, aufstocken oder von Arbeitslosengeld II leben müssen. Diese kommen im rosaroten Deutschlandbild der Schwarzen schlicht nicht vor. Erwähnt werden nur Mittelstand, Handwerker und Industrie. Von sozialer Marktwirtschaft ist wohl die Rede, auch von einer starken Wirtschaft aber nicht von einer sozialen Gesellschaft. Von Verantwortung für Betriebe und Unternehmen, auch für Familien, aber nicht für den einzelnen Menschen.

Das Feindbild ist rot-grün…

Auffällig im Wahlprogramm ist auch das fortgesetzte und wenig sympathische Bashing gegen rot-grün. Gipfelnd in Aussagen, die zumindest zweifelhaft sind: „In der Regierungszeit von Rot-Grün war die Schere zwischen den unteren und oberen Einkommen auseinandergegangen. In den letzten Jahren konnte diese Entwicklung gestoppt werden und die Schere beginnt sich wieder zu schließen.“ (Seite 23). Muss wohl an meiner fehlerhaften Wahrnehmung liegen, dass ich ein Schließen nicht sehe.

…und die FDP ist raus

Während die derzeitige Opposition also eine volle Breitseite erhält, wird der jetzige Koalitionspartner mit keinem Wort erwähnt. Früher gab es in den Wahlprogrammen eine ganz klare Aussage für die Bildung der Regierung, zuletzt auch zur Landtagswahl in Niedersachsen. Nicht zuletzt das dürfte zu der hohen Anzahl an Leihstimmen und das dadurch unerwartet gute Ergebnis der FDP bei der Landtagswahl verantwortlich gewesen sein. Scheinbar hat das dem Präsidium doch zu viel Angst gemacht, so dass sie sich durch diese Nicht-Erwähnung deutlich von der FDP distanziert haben. Mögliche Koalitionen in alle Richtungen, auch schwarz-grün, bleiben so offen.

Ich frage mich, wie viele Mitglieder der CDU dieses Wahlprogramm, pardon „Regierungsprogramm“ wirklich gelesen haben. Stehen Sie zu dieser rosaroten Realitätsverklärung? Ich fürchte ja, viele werden das Programm nicht gelesen, häufig nicht einmal überflogen haben. Fragt doch mal euren Bundestagsabgeordneten oder den entsprechenden Kandidaten für euren Wahlkreis. Ich bin gespannt was sie Euch antworten werden.

Aber auch die Frage an Euch, liebe Piraten: kennt Ihr denn unser Wahlprogramm? 😉

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Kommentare deaktiviert für Daten ohne Grenzen – oder doch nicht?

„Grenzüberschreitender Datenverkehr“, das waren die zwei Worte, die am frühen Sonntag Morgen, kurz nach dem Aufstehen dazu führten, dass ich nicht so recht wusste, ob mir nach lachen oder heulen zumute ist. Der Ausdruck stammt aus einem Spiegel-Online Artikel, in dem es darum geht, dass der Nachrichtendienst weitere 100 Millionen Euro in die verstärkte Internet-Überwachung investieren will. Also dafür, um unsere E-Mails mitzulesen, unsere privaten Facebook-Nachrichten, unsere Twitter-Direktnachrichten und so weiter.

Warum? Naja, im Kampf gegen den Terror, wie immer. „Der Terror“ ist immer eine prima Begründung, wenn der Staat seine Bürger mehr überwachen will. Realistisch gesehen ist die Gefahr bei einer Fahrt auf das Land von einer wild gewordenen Kuhherde über den Haufen gerannt zu werden vermutlich höher, als die Gefahr, Opfer eines Terroranschlags zu werden. Ganz sicher ist die Gefahr vom Bus überfahren zu werden höher. Weder der Gedanke an wild gewordene Kuhherden noch der Anblick von Bussen beeindruckt uns aber so sehr, wie die im Verhältnis irrationale Angst vor Terroranschlägen.

Der Terror hält also wieder einmal her als Vorwand dafür, dass der Staat unsere Kommunikation belauscht. Terroristen und große Verbrecher kriegt er dadurch eher nicht, die wissen sich zu schützen. Dafür weiß der Staat dann, wer von seinen Bürgern eine heimliche Liebschaft oder Probleme mit den Eltern hat. Will ich, dass der Staat das weiß? Sicher nicht, das geht ihn gar nichts an!

Ist ja aber auch alles nicht so dramatisch, es geht ja nur um den „grenzüberschreitenden Datenverkehr“. Das bedeutet, wenn ich hier in Hannover eine E-Mail an meine Freundin in München schreibe, dann fällt das da nicht drunter, oder? Oder doch? Ich verwende eine E-Mail Adresse einer .de-Domain, die auf einem Server in einem deutschen Rechenzentrum gehostet wird. Was aber, wenn meine Freundin aber eine Googlemail-Adresse hat? Die Google-Server stehen ja in Amerika. Also doch grenzüberschreitender Datenverkehr, ja?

Meine Schwester dagegen wohnt seit einigen Monaten im Ausland. Sie hat eine Mailadresse einer .de-Domain, gehostet auf einem Server in einem deutschen Rechenzentrum. Also kein grenzüberschreitender Datenverkehr, oder? Eigentlich ja doch…
Letztendlich lässt es sich nicht trennen, ob Daten in Deutschland bleiben oder bei Ihrem Weg durch das Internet Grenzen überqueren, über Server im Ausland reisen oder in einem anderen Land abgerufen werden. Das Internet ist nicht dafür ausgelegt, nationale Grenzen zu berücksichtigen, es ist global, es macht keine Unterschiede. Es teilt Daten in kleine Pakete auf und schickt die weiter – auf welchem Weg auch immer und durch welches Land oder über welchen Satelliten dieser auch führt.

Das bedeutet ganz genau eines: „Überwachung grenzüberschreitenden Datenverkehrs“ heißt, dass letztendlich alle Daten überwacht werden. Irgend eine Grenze werden sie sicherlich irgendwann mal überschreiten. Oder sie würden sie zumindest überschreiten können. Danke, lieber BND, ich fühle mich gleich viel sicherer, seit ich weiß, wie sehr Euch meine privaten E-Mails interessieren. Ich werde übrigens im Juli meine Eltern besuchen. In Bayern. Damit Ihr schon mal Bescheid wisst…

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Kommentare deaktiviert für Die Zukunft auf vier Rädern

Demnächst ziehe ich um. Ab Anfang Mai werde ich nicht mehr nur wenige Minuten Fußweg von meinem Geschäft entfernt wohnen, sondern etwa 30 km entfernt in der nächsten Großstadt. Das ist ein guter Grund darüber nachzudenken, wie ich diese Entfernung zurück legen werde.

Auto oder ÖPNV?

Mit dem Auto bin ich schneller und flexibler, als mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Ich kann zur von mir gewählten Zeit fahren und muss mich nicht über Verspätungen der Bahn ärgern oder über überfüllte Züge. Dafür stehe ich vielleicht im Stau und ich muss auch mit den Kosten rechnen: für eine Person alleine ist Autofahren ganz schön teuer!

Als ich den Führerschein gemacht habe…

Das war 1990, ich war 18 Jahre alt (ist das lang her…). Damals kostete das Benzin 1,42 pro Liter. DM versteht sich! Das sind umgerechnet etwa 0,70 €. Gestern war mein Tank mal wieder leer, das Benzin kostete mich 1,59 € pro Liter, mehr als das doppelte.  Auch vor meiner aktiven Autofahrer-Karriere sah es nicht wesentlich besser aus: insgesamt sind die Preise seit den 50er Jahren nur gestiegen, seit den 90er Jahren sogar ganz massiv. 1950 kostete das Benzin umgerechnet 0,28 € je Liter. 1972, im Jahr meiner Geburt kostete Benzin etwa 0,40 €.

Preise gehen stetig aufwärts – warum?

Schon der heutige Steueranteil ist höher, als „damals“, in meiner Kindheit, der komplette Benzinpreis. Seit 2003 zahlen wir für jeden Liter Benzin gleichbleibend rund 0,65 € Steuern. Dieser Anteil ist konstant, ändert sich also nicht mit Benzinpreisänderungen. Trotzdem gehen die Preise immer weiter rauf. Das kommt zum Teil daher, dass Öl ein knappes Gut ist. Die Vorräte gehen langsam aber sicher zur Neige, je seltener Öl ist, desto wertvoller wird es. Die Konzerne verstehen das auch auszunutzen und verknappen das verfügbare Öl zusätzlich. Zum Anderen liegt es auch daran, dass gerade hier bei uns das Auto „der Deutschen liebstes Kind“ ist.  „Kostet das Benzin auch 3 Mark und 10, scheissegal, es wird schon gehen“ sang Rio Reiser. Bei den 3 Mark und 10 sind wir jetzt in etwa – und tatsächlich, es geht, weil wir nicht auf das Auto verzichten wollen, egal, wie teuer es uns kommt.

Und wie geht es weiter?

Benzin wird nicht billiger. Wir können fest davon ausgehen, dass das auch in Zukunft so sein wird. Die Schlagzeile „Benzinpreis erreicht neues Rekordhoch“ hat sich inzwischen abgenutzt, sie wiederholt sich allzu regelmäßig. Die Ölreserven werden immer weniger, Kraftstoffe aus Rapsöl und ähnlichen biologisch anbaubaren Rohstoffen setzen sich nicht flächendeckend durch. Auch die Alternative „Elektroauto“ ist kein so durchschlagender Erfolg, wie erhofft. Wie weit der Benzinpreis noch steigt, liegt auch an uns, denn auch hier hängt die Preisentwicklung von Angebot und Nachfrage ab. Neben der Frage, wie lange wir uns das eigene Auto noch leisten können, sollten wir auch überlegen, wie lange wir uns diese Entwicklung noch leisten wollen. Der Benzinpreis wird hoch gehen, solange wir zulassen, dass er das tut. Nur wenn ausreichend Menschen auf das Auto ganz oder teilweise verzichten, haben wir eine Chance, diese Entwicklung zu stoppen.

Die Alternativen

Ich bin da nicht allzu optimistisch: Wir hängen an unseren Autos. Wer darauf verzichtet, gibt ein gutes Stück persönliche Bequemlichkeit ab. Für diesen Komfort sind wir offensichtlich bereit einen hohen Preis zu zahlen, das zeigt die Entwicklung der letzten Jahre. Die Utopien von Hoverboards und fliegenden Autos mit ungeklärter Kraftstoffquelle, wie sie „zurück in die Zukunft“ für dieses Jahr vorhersah, haben sich nicht erfüllt, wer individuell und bequem unterwegs sein will, fährt nach wie vor Auto. Umdenken ist da schwierig. Ein Ansatz dazu ist übrigens der fahrscheinlose öffentliche Personennahverkehr, wie die Piraten ihn fordern. Wenn wir mit dem Auto fahren, sollten wir uns bewusst sein, dass wir mit jedem Kilometer auch zukünftige Preiserhöhungen rechtfertigen und festschreiben. Es liegt an uns – mal wieder. Lobbyinteressen, Monopolisten, all das, was wir für die Benzinpreisentwicklung verantwortlich machen, funktioniert nur so lange, wie wir mitspielen.

Unsere Benzinpreise von 1950 bis heute

Quelle: http://www.t-online.de/auto/service/id_62745734/benzinpreise-die-entwicklung-seit-1950.html

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Jahrelang, ach was, jahrzehntelang wurde uns erzählt (in erster Linie von den Banken, aber es schien doch allgemeiner Konsens zu sein), dass Geld, dass wir übrig haben, auf die Bank gehört. Es ist nicht etwa zu Hause in der Spardose oder im Sparstrumpf unter der Matratze richtig aufgehoben, sondern bei der Bank auf einem Sparkonto oder in ein Aktienpaket investiert, wo es Zinsen bringt und sich vermehrt. Zu Hause, so hörten wir, wird das Geld ja nicht mehr, sondern durch die Inflation immer weniger. Schlimmstenfalls, bei einem Einbruch, ist das ganze Geld dann weg.

Also haben wir unser Geld brav zur Bank getragen. Wir haben es der Bank anvertraut. Für die kleinen Anleger waren die Verdienstspannen dabei mehr als mager: die 0,1 bis 2,0 Prozent auf das Sparbuch gleichen nicht einmal die Inflation aus. Jetzt kommt aber der Schock: Bankenkrise in Zypern. Nicht die erste in Europa, aber die erste, für die die kleinen Sparer direkt bezahlen: 6,75 Prozent von Spareinlagen unter 100.000 Euro werden direkt einbehalten und können von den Bankkunden gar nicht mehr abgehoben werden.

Die ursprüngliche Garantie, dass Spareinlagen unter 100.000 Euro in jedem Fall geschützt sind, gilt damit nicht mehr. Über Nacht und bevor die privaten Anlieger reagieren konnten, waren die Gelder eingefroren, noch bevor das dafür notwendige Gesetz zum Einzug der Gelder überhaupt beschlossen war. Da gewinnt so ein Sparstrumpf doch unerwartet an Attraktivität, aus dem kann man wieder heraus holen, was man hinein gesteckt hat, ganz im Gegensatz zum Sparkonto, offensichtlich.

Das betrifft uns nicht? Das stimmt, das betrifft uns nicht. Noch nicht. Wer kann jetzt schon sagen ob nicht die finanziell angeschlagenen Ländern Portugal, Italien, Frankreich oder irgendwann einmal in Zukunft auch Deutschland zu ähnlichen Maßnahmen greifen werden.

Zumindest betrifft es uns also noch nicht direkt. Letztlich betrifft uns die ganze Sache schon lange. Wir bringen unser Geld zur Bank. Dort lagert es aber nicht im Tresor, sonst würde es nicht mehr bringen, als der Sparstrumpf, im Gegenteil, für die sichere Lagerung müssten wir noch zahlen (wobei sicher: haha, jaja, solange der Staat nicht dran will, ne?), sondern es soll “arbeiten”.

Es ist kaum zu erklären, warum Banken sich fast schon regelmäßig verspekulieren und das Geld der Anleger verzocken. Egal, wo in Europa das passiert und welche Bank es betrifft: wir alle zahlen dann mit unseren Steuergeldern dafür, dass diese Banken und unsere Gelder auf den Konten gerettet werden. Wir haben kaum Kontrolle darüber, was bei den Banken passiert, aber wir zahlen dafür, wenn es schief geht. Die Ausgaben dafür übersteigen gerade bei den Kleinanlegern die Einnahmen durch die paar mickrigen Prozente auf dem Sparkonto schon lange. Wir sehen es nur nicht so direkt, wie die kleinen Bankkunden in Zypern das jetzt tun: die merken ganz direkt, dass das Geld von ihrem Konto runter geht, wir bezahlen Pleiten, Pech und Pannen bei den Banken über unsere Steuern. Vielleicht ist so ein Sparschwein da gerade nicht das dümmste aller denkbaren Sparmodelle?

Letztlich brauchen wir überall in Europa und der Welt mehr Möglichkeiten sowohl den Banken als auch den Politikern auf die Finger zu schauen und bei Bedarf auch auf die Finger zu klopfen, damit sie sorgfältiger mit unserem Geld und unseren Existenzen umgehen. Eine Trennung der Banken in Spar- und Investmentbereiche, bei denen die Gelder des einen nicht zur Begleichung der Forderungen des anderen heran gezogen werden dürfen, wäre ein erster Schritt in diese Richtung. Freie Märkte sind nicht die Lösung aller Probleme, sie werfen neue Probleme auf, für die wir jetzt Lösungen finden müssen. Wir sollten sie schnell finden, bevor uns wirklich nur noch die Pfennige im Sparschwein bleiben, und sich die Staaten an dem wenigen sauer Ersparten frei bedienen…

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Die Süddeutsche vergleicht heute Parteivorsitzende mit Erziehern und kommt dabei zu keinem guten Ergebnis. Mit Recht, wie ich finde, nur leider mit der falschen Begründung.

Mutti von der Leyen möchte Hartz4-Empfänger zu Erziehern weiterbilden, um damit auf die Schnelle die Lücke in der Kinderbetreuung stopfen zu können. Die Süddeutsche vergleicht das mit der Kandidatur von Herrn Horn für den Parteivorsitz der Linken und stellt fest: Neigung reicht nicht aus für einen Parteivorsitzenden, die Eignung spielt die Hauptrolle. Genau da setzt die Süddeutsche auch bei den zu Erziehern umfunktionierten Hartz4-Empfängern an: keine entsprechende Ausbildung, also auch keine Eignung, das spricht für eine schlechte Wertschätzung sozialer Berufe, da die offenbar jeder so nebenher machen kann. In diesem Punkt stimme ich der Süddeutschen zu, die Wertschätzung für soziale Berufe ist einfach grottenschlecht und das ist wirklich ein Skandal.

Bei der Begründung bin ich jedoch nicht mehr bei der Süddeutschen, das Problem sehe ich an einer ganz anderen Stelle: es sind die Neigungen, die auch die Befähigungen eines Menschen in besonderem Maße ausmachen. Nur wenn wir den Menschen die Möglichkeit geben, sich gemäß Ihren Neigungen zu verwirklichen, nehmen wir sie als Menschen ernst.

Wenn wir jetzt Menschen allein aufgrund der Tatsache, dass Sie keiner anderweitigen Berufstätigkeit nachgehen, in die sozialen Berufe drängen, als was sehen wir sie dann? Das ist an so vielen Stellen falsch, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.

Zunächst einmal wollen wir Menschen, die sich durch nichts außer der Tatsache, dass sie irgendwie „verfügbar“ sind dafür qualifiziert haben, die Betreuung unserer Kinder anvertrauen. Ich habe ja das Gefühl, dass bei jedem Babysitter mehr Sorgfalt bei der Auswahl walten würde.

Dann werten wir die sozialen Berufe weiter ab, denn letztlich geht es ja um schnelle Arbeitskräfte, nicht darum, sorgfältig ausgebildete Fachkräfte in ordentliche und entsprechend bezahlte Arbeitsverhältnisse zu vermitteln. Auf der Basis von 1-Euro-Jobs sollen billige Arbeitskräfte rekrutiert werden, die sich vor allem dadurch auszeichnen, dass sie sich staatlich verordnet kaum dagegen wehren können.

Das Wichtigste ist aber: es ist absolut menschenverachtend, Menschen völlig unabhängig von ihren Neigungen und Fähigkeiten in Jobs zu zwängen, nur weil da gerade (billige) Arbeitskräfte gebraucht werden. Jeder dieser potentiellen Aushilfserzieher bringt besondere Talente mit. Würden wir ihm helfen, diese auszubauen und sich damit zu verwirklichen, könnte er herausragende Leistungen auf genau seinem Gebiet bringen. Mit der angestrebten Vorgehensweise würden wir riskieren, das sehr viele Menschen, die Ihre Neigung auf einem ganz anderen Gebiet sehen, völlig gegen ihre individuelle Befähigung arbeiten müssen und dabei naturgemäß vergleichsweise schlechte Leistungen erzielen werden. So stellen Menschen nur „Material“ dar, keine Individuen, das ist mehr als traurig.

Davon, dass wir Menschen und ihre Bedürfnisse und ihre Fähigkeiten wirklich Ernst nehmen, sind wir leider noch weit entfernt. Das zeigt auch dieser Artikel der Süddeutschen Zeitung.

Yeah, Sommer!!!

Mai
2012
28

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Frauen, sagt man, frieren sowieso schneller als Männer. Für mich persönlich stimmt das. Subjektiv würde ich sogar sagen: ich friere schneller als die meisten anderen Menschen. Genau genommen fange ich im Oktober damit an und friere und bibbere einfach durch bis Mai. Den haben wir jetzt übrigens, genau genommen ist er schon fast wieder vorbei (und mein schlechtes Gewissen hat mich jetzt schon recht lange daran gehindert, hier rein zu schauen) und tatsächlich: ich friere nicht! Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und meine Laune erreicht ungeahnte Höhepunkte.

Da konnte noch nicht einmal der kleine emotionale Tiefschlag meines 40. Geburtstags etwas daran ändern. Das schlimmste daran war nicht der Geburtstag, aber wenige Tage vorher sagte eine Kundin zu mir „Naja, Sie sind ja auch schon weit über 40…“ – DAS hat gesessen. Aber ich rede mir ein, dass sie eine neue Brille braucht, das hilft ein wenig.

Das Pfingstwochenende war jedenfalls so gesehen ein voller Erfolg: Samstag und Sonntag war ich bei Piraten-Infoständen. Im Gegensatz zum Infostand Mitte Mai, nach dem ich noch völlig durchgefroren nach Hause gekommen bin (kleiner Vorgeschmack auf den kommenden Winterwahlkampf – das wird ein Spaß) war es das reine Vergnügen: draußen stehen, Ballontiere herstellen, mit den Leuten reden, zwischendurch über das Fest der Kulturen am Rathaus schlendern und etwas leckeres und exotisches essen – ja, so macht das Spaß.

Dabei hatte ich für dieses freie Wochenende eigentlich geplant die Wohnung sauber zu machen und mich mit der Buchführung zu beschäftigen. Hat nicht so richtig geklappt. Immerhin schreibe ich hier mal wieder ein paar Worte, wenn auch wirklich belangloses Zeug. Gleich fahre ich dann nach Hannover: Strandbar und Biergarten zum Wochenendausklang: Yeah, Sommer!!!

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