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Der Not und dem Zeitdruck gehorchend habe ich dieses Jahr meine Steuererklärung für 2010 selbst fertig gestellt. Jahrelang habe ich es mir nicht zugetraut und auch dieses Jahr war es so nicht geplant, aber „unverhofft kommt oft“ – sie musste ja fertig werden.

Insgesamt hat mich die Steuererklärung 2 1/2 Tage Lebenszeit gekostet, noch dazu das vorletzte Wochenende mit schönem und wirklich warmem Wetter sowie etliche Liter Angstschweiß, aber am Ende hat es sich gelohnt, diese Angst bin ich los!

Eine Steuererklärung ist tatsächlich kein Hexenwerk, wer sich sowieso regelmäßig mit seinen Zahlen beschäftigt und seine Unterlagen sorgfältig sammelt, wird nicht vor unlösbare Probleme gestellt. Als kleine Hilfestellung und Ermutigung will ich kurz schildern, wie das bei mir gelaufen ist mit der Steuererklärung.
Achtung, die nachfolgenden Beschreibungen und Ratschläge gelten nur für Selbständige mit einem nicht bilanzierungspflichtigen Unternehmen und ohne Angestellte, mit Ausnahme von 400-EUR-Jobbern!

Voraussetzungen, damit es klappen kann mit der hausgemachten Steuererklärung:

  • Du bist selbständig, aber nicht bilanzierungspflichtig, eine Einnahmen-Überschußrechnung reicht für Dich also aus. Am einfachsten ist es bei Kleinunternehmern, aber auch darüber hinaus ist es machbar
  • Du hast keine Angestellten. Solltest Du 400 EUR Kräfte angestellt haben, erstellst Du ihre Monatsabrechnungen mit Hilfe der von sv.net zur Verfügung gestellten Unterlagen selbst.
  • Du sammelst Deine Unterlagen sorgfältig und hast einen Überblick darüber, was bei Dir finanziell passiert. Wieviel Geld reinkommt, wieviel Geld rausgeht, wann welche Rechnungen bezahlt werden müssen, welche Versicherungen existieren usw.
  • Du erstellst Deine Umsatzsteuer-Voranmeldungen selbst. Das ist nicht zwingend erforderlich, macht aber vieles einfacher, weil Du dann schon ein paar Erfahrungen gesammelt hast. Und ganz ehrlich: das ist kein Hexenwerk!
  • Du hast keine allzu außergewöhnlichen Sachen abzurechnen.

Trifft alles so ungefähr zu? Na dann los. Das aufwändigste sind die Vorbereitungen. Alle Unterlagen zusammen suchen. Das sind nicht nur die Rechnungen, die Du gestellt hast, Belege für Deine Einnahmen und die von Dir bezahlten Rechnungen, sondern auch Kontoauszüge, Mietverträge, Versicherungsscheine, Kreditverträge, Nachweise über die Beiträge zur Krankenversicherung usw.

Anschließend habe ich dann zwei Tabellen gemacht. Tabelle 1: Einnahmen. Tabelle 2: Ausgaben. Sollte man Einnahmen und Ausgaben mit verschiedenen Steuersätzen haben (7% und 19% zum Beispiel), dann empfiehlt es sich, diese Tabellen nochmal aufzuteilen. In jeder Tabelle sollten für jeden Beleg Netto- und Bruttobetrag sowie Steuersatz und enthaltene Steuer angegeben werden.

Damit hast Du das schlimmste schon hinter Dir. Jetzt müssen die Zahlen aus den Tabellen und den weiteren Belegen noch in die Richtigen Formulare eingetragen werden. Grundsätzlich und kostenlos geht das mit Elster. Allerdings erfüllt das Programm keine Beratungsfunktion.

Ich habe die Steuer-Spar-Erklärung 2011 (für Steuerjahr 2010)
verwendet. Das Programm hilft einem mit einem roten Faden dabei, die richtigen Formulare auszufüllen und keine entscheidenden Zahlen zu vergessen. Wichtig für Selbständige: Du musst die Umsatzsteuererklärung ausfüllen, die Einkommenssteuererklärung, möglicherweise die Gewerbesteuererklärung, eine Einnahmen-Überschußrechnung und diverse Anlagen ausfüllen. Es ist also schon einiges. Leider hat sich das Programm anfänglich geweigert, vernünftig zu kooperieren. Es stürzte beim Versuch von der Einkommenssteuererklärung zur Gewinnerfassung zu wechseln ab und stellte sich mehrfach quer, so dass ich zunächst doch auf Elster zurück gegriffen habe. Das stürzt nicht ab, ist aber nicht nur sehr nüchtern, sondern auch sehr mühsam, da es einem gar nicht weiter hilft. Ich war des halb sehr froh, dass ich Steuer-Spar-Erklärung doch noch zur Zusammenarbeit überreden konnte. Und dann flutschte es wirklich. Das Programm setzt zwar voraus, dass man ansatzweise weiss, was man tut, viel mehr als Ansätze braucht man aber wirklich nicht. Es ist gut zu wissen, dass man als selbständiger eine Gewinnermittlung erstellen muss, und natürlich muss man wissen, ob man Angestellte hat, Vermieter ist usw. Dann fragt die Software übersichtlich alle Informationen ab und gibt Hinweise zum Ausfüllen der Formulare. Es schadet keineswegs, bei Unklarheiten nochmal nach rechtlichen Grundlagen zu googlen, insgesamt kommt man aber mit in Informationen in der Software schon sehr weit. Am Ende kann man alle Unterlagen einschließlich eines Standard-Anschreibens übersichtlich ausdrucken und hält seine Steuererklärung in den Händen. Eine Anzeige über die Höhe der zu erwartenden Erstattung gibt es natürlich auch.

Natürlich kann so eine Software nicht annähernd so umfangreich beraten, wie ein Steuerberater das könnte. Aber gerade bei kleinen Ein-Mann-Betrieben ist selten so richtig viel heraus zu holen. Dafür kostet ein Steuerberater immer eine ordentliche Stange die oben genannte Software ist für etwas über 20 EUR zu haben.

Abschließend bleibt zu sagen: Wer grundsätzlich mit seinen Unterlagen auf Kriegsfuß steht oder besonders komplizierte Vorgänge zu bearbeiten hat ist gut beraten zu einem Steuerberater zu gehen. Wer klein anfängt und seine Unterlagen und Zahlen immer gut im Blick hat, der kann sich das auch selbst trauen. Für mich gilt jedenfalls: so schlimm war es nicht, in Zukunft mache ich das selbst!

Tags: Finanzamt, Steuern

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