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55 Milliarden. Das ist die unglaubliche Summe, um die sich die Bad Bank der Hypo Real Estate verrechnet hat. Zu unseren Ungunsten. Die Verantwortlichen bei der Bank haben gesagt: dass ist die Summe, so viel Schulden haben wir.  Da das Volk dafür haftet, sind das also unser aller Schulden. Unsere führenden Politiker haben das so abgenickt und für gegeben hingenommen: Dann ist das eben so. Jetzt hat mal jemand mit offenbar einem Hauch mehr Grips als der Rest der Manager bei der FMS Wertmanagement (so heißt diese Bad Bank nämlich) das ganze nochmal nachgerechnet und festgestellt: Ups, verrechnet. Um lächerliche 55 Milliarden Euro. Naja, das sind ja Peanuts, das kann ja mal passieren. Da stellt sich doch die Frage: was wäre passiert, wenn es nicht zufällig mal aufgefallen wäre? Sind 55 Milliarden wirklich so unbedeutend, dass da keiner mal nachfragt, nachguckt, nachrechnet? In dem Fall hätte ich gerne ein bisschen was davon, sagen wir nur so 5 Millionen, ich bin ja bescheiden und es kommt ja nicht drauf an, oder?

Der Schulden Peter würde jedenfalls ganz schön dumm gucken, wenn er bei seinen Vorbereitungen für das Gespräch mit Angela und Nicolas alles schön zusammen gerechnet hat, und dann sagt plötzlich ein Gläubiger „nene, warte mal, das ist ein bisschen weniger, so 55 Milliarden etwa, grob über den Daumen gepeilt, da haben wir uns vertan“. Vermutlich würde er darauf drängen, dass dann auch alle anderen Zahlen nochmal nachgerechnet werden, nur so zur Sicherheit. Und mal ehrlich: das wäre wohl nicht die dümmste Idee, wenn tatsächlich solche Fehler passieren können und keiner merkt es!

Herr Schäuble findet die Begründungen der Bad Bank jedenfalls „plausibel“, die daraus folgende Entwicklung „erfreulich“ – keine Frage, weniger Schulden ist immer ein erfreuliches Ergebnis, was mir fehlt neben plausibel und erfreulich sind Anmerkungen im Sinne von „unglaubliche Schlamperei“, „unfassbare Dummheit“ und „unerträglicher Betrug am Volk (vor der Korrektur)“.

Zusammenfassen bleibt: die Hypo Real Estate und ihr Bad Bank haben wiederholt bewiesen, dass sie zu dumm ist, um 1 und 1 zusammen zu zählen. Erst pleite zu gehen, sich dann retten zu lassen und es dann nichtmal zu schaffen, die eigenen Schulden und damit die Schulden anderer richtig zusammen zu rechnen, das muss man erstmal hinkriegen. Hut ab vor dieser Leistung! Wenn die sich hinterher aber immer noch „Bank“ nennen und Geschäfte treiben können, stellt sich die Frage, wer hier dumm ist. Die Bank, die uns alle verarscht, oder wir, die wir uns verarschen lassen? Da hat der piratige Ruf nach mehr Transparenz mehr als nur ein wenig Berechtigung: wir sollen zahlen, also müssen wir auch wissen, wofür genau. Und woher die 55 Milliarden kamen und wohin sie gingen, in den Bilanzen…

Tags: Euro, Finazkrise, Schulden

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