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Es ist grau, trüb, neblig, kurz: es ist richtiges Herbstwetter. Ziemlich kalt ist es inzwischen auch. Wenn der Nebel so hängen bleibt, wird es den ganzen Tag nicht wirklich hell. Es ist genau das Wetter, bei dem man sich, sofern einen die Arbeit nicht aus dem Haus treibt, in der Wohnung gemütlich einkuschelt, ein warmes Bad, eine Tasse heißer Kakao bei Kerzenschein, ein schönes Buch und eine kuschelige Decke, das sind die wichtigsten Utensilien für diese Jahreszeit. Und natürlich hat man bei diesem Wetter wieder viel mehr Zeit, um vor dem Computer zu sitzen. Nicht so wie im ollen Sommer, wo einen das Wetter und der Unternehmungsgeist ständig vor die Tür treibt….

Na gut, aber jetzt genug gekuschelt, da draußen bricht gerade die Euro-Welt in Scherben, die Politik lahmt und humpelt so sehr, dass man sich fragt, ob ein Arzt noch hilft oder nicht gleich die Notschlachtung angesagt wäre und es gibt unzählige Baustellen und veränderungswürdige Zustände. Ich will etwas tun und ich will es jetzt. Vor ein paar Wochen habe ich zum ersten Mal ein Arbeitstreffen der Piratenpartei besucht und mich gefragt, ob das etwas für mich wäre. Ich habe mich durch die Parteiprogramme etliche Parteien gelesen, festgestellt, dass sie häufig Wasser predigen und Wein saufen, also jedenfalls das Gegenteil von dem tun, für das sie als Partei eigentlich stehen. Die Piratenpartei ist noch chaotisch, aber ich mag die Ansätze, die vielen, offenen Beteiligungsmöglichkeiten und auch die Tatsache, dass sie noch nicht in allen Bereichen festgelegt sind. Ich will da mitmachen, zumindest genauer reinschauen. Heute Abend also der nächste Anlauf: in Wennigsen wird erstmalig ein Piratenstammtisch stattfinden, da bin ich dabei. Und wenn alles klappt fahre ich morgen wieder zum Arbeitstreffen nach Hannover. Nur rumsitzen und meckern kann ja jeder und zu Hause im stillen Kämmerlein wäre sowieso jeder der bessere, um nicht zu sagen beste, Staatschef. Ich bin neugierig, wohin mich dieser Weg jetzt führt, ob ich vielleicht in kurzer Zeit feststelle, dass ich doch auf dem Holzweg war, oder ob ich mich wohl fühlen kann in dieser Partei. Wir werden es sehen, ich halte Euch auf dem Laufenden!

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Peer ruft mal wieder zur Blogparade, und so schlecht trifft sich das gerade nicht, leide ich doch gerade vor allem unter einer meiner Sitzgelegenheiten. Da käme der ausgelobte 50 Euro Gutschein gerade Recht!

Also, es geht um das Arbeits-Sitzmöbel, den Bürostuhl. Wer könnte da besser mitreden, als ich? Immerhin habe ich aktuell drei davon, habe schon etliche verbraucht und leide dank einer Skoliose unter ständigen Rückenschmerzen. Allerdings habe ich es noch nie zu einem wirklich hochwertigen Bürostuhl gebracht. Den Vogel abgeschossen habe ich wohl im letzten Winter als ich aus Geiz Ersparnisgründen das Büro/Gästezimmer über Winter „geschlossen“, also nicht genutzt und nicht geheizt habe und abendliche Computer- und Büroarbeiten an den Esstisch im Wohnzimmer verlegt habe – inklusive der dazugehörigen Sitzgelegenheiten. Die wochenlangen, hartnäckigen und ganz fiesen Rückenschmerzen hörten erst auf, als die Temperaturen wieder anstiegen und ich das Büro und damit auch den Bürostuhl wieder benutzt habe. Na gut, ich lerne ja gelegentlich aus meinen Fehlern. Dieses Jahr habe ich also das Wohnzimmer geschlossen und sitze Abends auf dem Bürostuhl vor dem Computer. Wegen der größeren Bequemlichkeit heize und benutze ich am Wochenende auch das Wohnzimmer. Gegen die ständig latent vorhandenen Rückenschmerzen hilft das natürlich nicht, dagegen hilft aber mindestens zwei Mal pro Woche reiten (auf dem Rücken eines Pferdes – nur um Missverständnissen vorzubeugen!) – wenn meine Zeit und mein innerer Schweinehund das zulassen.

Derzeit benutze ich also drei Bürostühle.

Stuhl Nummer 1 steht in meiner Wohnung im Büro und Gästezimmer. Wenn nicht gerade der auf dem Bild zu sehende Mitbewohner ihn besetzt, sitze ich morgens kurz darauf, verbringe Mittags einen Teil meiner Mittagspause hier und abends sitze ich nochmal hier, wie jetzt, während ich blogge. Der Stuhl ist von Aldi und schon etliche Jahre alt, aber noch funktioniert er und fällt noch nicht auseinander, das sind aber auch seine einzigen sinnvollen Qualifikationen. Die Decke über der Rückenlehne ist meinem abendlichen verstärkten Wärmebedürfnis geschuldet, so kann ich mich bei Bedarf mal eben in meine Decke einkuscheln. Dieser Stuhl muss bei nächster Gelegenheit ersetzt werden, aber, wie gesagt, noch hält er.

Stuhl Nummer 2 steht in meinem Geschäft im Büro/Maniküreraum. Hier sitze ich während der Maniküren und zwischen den Terminen. Der Stuhl ist von Ikea und sicher auch nichts, um täglich acht Stunden darauf zu sitzen. Er ist inzwischen vier Jahre alt und dafür noch ganz gut in Schuss. Also, der tut es noch eine Weile, denke ich. Ergonomisch ist auch er nicht der Hit, aber ich sitze immer nur kurze Zeitspannen darauf, dafür geht reicht er allemal.

Stuhl Nummer 3 ist mein Arbeitsstuhl während der Fußpflege-Behandlungen. Es ist ein Sattelhocker. Leider auch ein billiges Modell, aber die Sitzhaltung eignet sich sehr gut für die Arbeit. Während der Behandlungen sitze ich deutlich weniger statisch, als man am Schreibtisch sitzt. Ich rolle um die Füße der Kunden herum, Beuge mich darüber, schaue seitlich und darunter, ich muss mich in verschiedenen Winkeln zu den Füßen befinden, um alle Arbeiten ausführen zu können. Dafür ist der Stuhl sehr gut geeignet, ich sitze sehr flexibel und mein Rücken wird immer wieder entlastet. Als ständiger Bürostuhl bei Computerarbeit könnte das schwierig werden, aber für diesen Zweck ist er ideal.

Drei Stühle, drei verschiedene Verwendungen. Na, wer bietet mehr?

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Was so ein richtiger Blogger sein will, der muss wohl auch zwitschern, sagt man. Also habe ich mich jetzt auch bei Twitter angemeldet. Facebook, Google+, Blog, Twitter…. bin ich hip, oder was? Na, wir werden sehen. Anmeldung lief jedenfalls problemlos, als nächstes stellt sich die Frage: und wie krieg ich Twitter auf den/die/das Blog? Ahja, ganz einfach. Also relativ, wenn man denn seine eigene Twitter-URL erstmal kennt. Also, Ihr findet mich jetzt auch bei Twitter unter http://twitter.com/#!/ymeier. Bei Facebook und Google+ bin ich auch, kann mich aber noch nicht aufraffen, das auch zu verknüpfen, gerade Facebook ist doch recht privat…. vielelicht Google+, demnächst. Ich muss ja auch noch was haben, worüber ich schreiben kann. Also bloggen, meine ich. Und in Zukunft natürlich auch zwitschern.

Tja, und was schreibt man dann so? Alles doppelt und dreifach, in der Kurzform bei Twitter und die lange Verson dann im Blog? Vielleicht, doch, ankündigen kann man seine Blogposts ja mal. Und ansonsten vielleicht kurze Alltagsnachrichten, mal schauen, das wird sich wohl noch einpendeln.

So, das ist heute mal eine kurze Nachricht, ich muss jetzt weiter bei Twitter stöbern, damit ich da bald nicht nur rumstümpern, sondern richtig mitmischen kann.

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In der Kosmetikbranche sind sie größtenteils üblich, wenn auch nicht unumstrittten: Weihnachtsgeschenke für die Kunden. Von wenigen Ausnahmen mal abgesehen, machen die meisten Kolleginnen sich Gedanken und besorgen kleine Geschenke, mit denen sie Ihre Kunden zu Weihnachten erfreuen. Habe ich auch auch immer gemacht: Nagelbürstchen, kleine Handcremes, Schlüsselanhänger mit Einkaufswagenchips und selbstgemachte Badepralinen gab es in den letzten Jahren. Dieses Jahr bin ich ganz übel im Verzug. spätestens Mitte November muss es losgehen, eigentlich schon in der kommenden Woche, denn da kommen viele Kunden das letzte Mal vor Weihnachten. Diesmal habe ich aber nicht an den Frühbestellungs-Aktionen der Fachgroßhändler teilgenommen sondern auf die spontane Eingebung bis dahin gehofft.

Letztendlich ist es immer auch eine Preisfrage: ich möchte knapp 150 Kunden beschenken. Manche Kolleginnen setzen dabei auf eine Staffelung: für die meisten Kunden gibt es einen kleinen Schokoladen-Weihnachtsmann, die wirklich guten Kunden bekommen ein größeres Geschenk. Ich habe da Bedenken, spätestens wenn sich die Kunden untereinander austauschen, sind unzufriedene Kunden vorprogrammiert. Andererseits sind die Gewinnspannen gerade bei der Fußpflege pro Kunde nicht allzu groß, da kann ich nicht jedem Kunden ein großes Weihnachtsgeschenk machen. Letztendlich lautet die große Herausforderung also: für etwa 1Euro pro Kunde Geschenke finden, die die Kunden überraschen und erfreuen, einen positiven Eindruck hinterlassen, so gut wie alle Kunden ansprechen und die Kunden mit einem positiven Gefühl in das neue Jahr entlassen.

Morgen früh wird mich mein erster Gang zur Metro führen, zum Stöbern und schauen. Wie wäre es mit weihnachtlichen Nudeln? Oder mit Mini-Weihnachtsternen? Ich hoffe auf die Inspiration morgen, denn letztendlich soll das Geschenk ein Dankeschön an meien Kunden sein, für Ihre Treue und für noch viele gemeinsame Jahre. Drückt mir die Daumen, dass ich morgen eine tolle, spontane Idee habe!

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Der Samstag gehört den Tieren, aktiv und passiv. Die üblichen und täglichen Hundespaziergänge sind länger als unter der Woche, schließlich ist weniger Zeitdruck da und im Moment spielt auch noch das Wetter mit. Ein wunderschöner Herbst, da macht es Spaß morgens mit der aufgehenden Sonne mit dem Hund durch die Felder zu streifen. Glücklicherweise ist er nach einer Zerrung in der Schulter inzwischen wieder fast komplett fit und muss nicht mehr im Schongang nur um die Ecke geführt werden.

Heute Mittag gab es zusätzlich einen kurzen Ausflug zum Pferdestall, der war allerdings kürzer als geplant, denn vorher hinderte mich ein ausgiebiges Telefonat mit einer Freundin und kaum war ich da, kam die Nachricht von meinem Liebsten, dass er unterwegs ist zu mir.

Neben diesen aktiven Tierbeschäftigungen genieße ich den Samstag aber auch tierisch passiv: Heute morgen hatte ich eine televisionäre Begegnung mit einem alten Freund bei „Wildes Wohnzimmer“, dessen Vorliebe für exotische Tiere mir bekannt war, Hochzeit und Sohn waren aber neu für mich, schon so lange nichts mehr gehört also. Deshalb an dieser Stelle: Glückwunsch, Martin!

Jetzt gleich wird meine tierische Lieblingssendung starten, für die wir seit Wochen Samstag das Abendessen entsprechend planen und verschieben: Martin Rütter beschäftigt sich als Hundeprofi mit vierbeinigen Problemfällen. Faszinierend für mich ist dabei vor allem, wie viel er sieht bei einem Hund. Verhalten, Motivation, Grund und ein Training, das auch bei ähnlich gelagerten Fällen jedesmal ähnlich und individuell ist. Natürlich darf man nicht vergessen, dass er viel mehr sieht und bespricht und sicher deutlich mehr passiert, als wir hinterher im Fernsehen gezeigt bekommen. Gerade in letzter Zeit kommen mir die Fälle auch häufig sehr unnatürlich verkürzt vor, die Schritte und Erfolge sind dann sehr plötzlich, gerade noch geht alles schief und schon klappt alles wie am Schnürchen. Auch hier stelle ich mir immer mal wieder die Frage, wie groß der Leidensdruck wohl sein muss, damit man so viel von sich im Fernsehen preis gibt. Die Anmerkungen von Martin Rütter machen es da häufig nicht besser „sie quatscht den Hund tot“ – klar ist das witzig, wenn man es im Fernsehen sieht und von RTL sind wir sehr viel schlimmeres gewohnt, aber wer möchte schon, dass Millionen Menschen sehen können, dass man mit dem eigenen Hund gar nicht klar kommt?

Trotzdem: ich mag seine Beobachtungsgabe und seine Lösungsansätze. Und die vielen, verschiedenen Hunde, die ich dort zu sehen bekomme!

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Kennt Ihr das? Die Woche ist rum, endlich, so ein Glück. Hat ja lange genug gedauert wieder, diese Woche. Es ist Freitag Abend, ich bin zu Hause, ich habe jede Menge zu tun, eine To-Do-Liste von hier bis nach München, die ganze Woche bei allen anstehenden Computerarbeiten gedacht: das mache ich dann am Freitag, da habe ich ja Zeit – und dann ist es endlich Freitag und ich kann mich zu nix aufraffen. Ich will bloggen, eine Webseite zusammen schrauben, mich um Werbematerialien kümmern, Pläne für die nähere und fernere Zukunft machen und mit konkreten Maßnahmen untermauern, mein Leben ändern und noch mindestens 1000 andere Dinge, aber letztendlich sitze ich vor meinem Computer, surfe ein bischen sinnlos durch die Gegend, mache das eine oder andere Programm auf, das ich brauchen würde und mache es wieder zu, entrümpele den Desktop, schaue auf den Fernseher und wieder davon weg und nichts, aber auch gar nichts geht.

Und jetzt? Die Moral von der Geschichte? Nix, reicht ja nicht mal zum vernünftigen Bloggen. Ich denke, ich  mache jetzt weiter. Surfe ein bischen durch das Internet, groß genug ist es ja zum Glück, und morgen wird alles besser. Immerhin geht es mir deutlich besser als Papandreou, der weiss heute bestimt, was zu tun ist: bangen, ob er morgen noch Präsident ist. So gesehen geht es mir prima, ich kann nachher einfach schlafen gehen, während er bangen muss.

Die One-Woman-Show

Nov
2011
04

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„Ist das der Beruf, den Sie sich immer gewünscht haben?“ Fragte mich ein Kunde gestern, als ich in meinem Hauptberuf gerade seiner Frau zu schönen Füßen verhelfen wollte. Wahrheitsgemäß habe ich geantwortet „Nein, das ist er nicht, das hat sich so ergeben“. Und so ist es. Fußpflege und Kosmetik, das war nicht geplant, das kam im Laufe der Zeit. Was ich allerdings schon früh wusste, war, dich ich mich gerne selbständig machen wollte. Auslöser dafür war zum einen die typische Vorstellung von freier Zeiteinteilung und der Möglichkeit, mein Einkommen selbst zu bestimmen, zum anderen aber auch, dass ich schon früh mit Mobbing in Berührung gekommen bin und in dieser Situation keinerlei Rückhalt bei meinen damaligen Chefs gefunden habe. Da schien die Selbständigkeit wie eine Erlösung! Aus dieser Situation heraus habe ich mich damals auch Selbständig gemacht. Das war gut und es lief damals auch richtig gut. Später kam dann mal eine Phase, in der ich mich wieder in ein Angestelltenverhältnis gesehnt habe und einen Bürojob angenommen habe. Dort hatte ich sehr liebe, nette Kollegen, die auch der Grund warum, warum ich es über ein Jahr dort ausgehalten habe – obwohl der cholerische und unbeherrschte Chef direkt neben mir schon in der ersten Woche ein Grund zum Weglaufen gewesen wäre.

Selbständig zu sein war also immer mein Traum. Angefangen habe ich mit Webdesign und da hat es auch noch in etwa geklappt mit der freien Zeiteinteilung. Wenn ich allerdings bei Agenturen als Freelancer gearbeitet habe, war es damit schon wieder vorbei, aber das war immer nur ein Teil der Zeit (ein gut bezahlter noch dazu). Die Probleme fingen an, als ich das nicht mehr alleine gemacht habe, sondern mit meinem damaligen Partner zusammen gearbeitet habe. Zweimal habe ich das gemacht und zweimal habe ich mir dabei eine blutige Nase geholt und viel Geld verloren, wenn ich jetzt Geschichten von Frauen höre, die sich mit ihrem Partner selbständig machen wollen, rollen sich mir die Zehennägel hoch. „Finger weg!“ kann ich nur sagen.

Auch das mit der freien Zeiteinteilung klappt jetzt nur noch so mässig. Natürlich kann ich mir nach Bedarf Zeiten frei halten – ich muss es nur rechtzeitig vorher wissen. Kurzfristig ist es schwierig, ohne Kunden vor den Kopf zu stoßen und vielleicht zu verlieren. Meistens richtet sich meine freie Zeiteinteilung dann doch nach den Wünschen meiner Kunden.

Aber auch mit Angestellten in meinem jetzigen Bereich ist es nicht so einfach. Da müssen Krankheitsausfälle irgendwie ausgeglichen werden, unterschiedliche Arbeitsauffassungen prallen aufeinander und es erweist sich als schwierig jemanden zu finden, mit dem man auf einer Wellenlänge liegt. Da heißt es die Balance finden, oder man bleibt bei der One-Woman-Show.

Trotzdem bleibt mir als Fazit: doch Selbständigkeit ist toll! Sie hat viele, viele Nachteile: die große Verantwortung, es ist nicht am 1. pünktlich das Geld auf dem Konto und man weiß jeden Monat, womit man rechnen kann, es gibt keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und keinen bezahlten Urlaub, niemanden, der die Verantwortung übernimmt, wenn man selbst ausfällt. Dafür hat man jeden Tag die Freiheit, sich selbst zu entscheiden. Kein Chef vor der Nase und wenn es mit Kunden gar nicht geht, beendet man freundlich die Geschäftsbeziehung, ohne jemandem dafür Rechenschaft schuldig zu sein. Doch, ich liebe das, trotz aller Nachteile, die die Selbständigkeit definitiv hat!

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Addition und Subtraktion, das sind die beiden Grundrechenarten, die man als erstes in der Grundschule erlernt. Später kommen dann noch so spannende Sachen dazu wie Multiplikation und Division, Prozentrechnung, Faktoren und Wurzeln. In der Grundschule haben wir angefangen mit bunten Holzstäbchen für die Zahlen, dann mit Papier und Stift schriftlich gerechnet. Später kam der Taschenrechner dazu und heute benutze ich für das meiste, was meine Kopfrechenkünste überfordert, einen Computer. Addieren und Subtrahieren klappt dabei bis zu einer gewissen Zahlengröße durchaus noch im Kopf, erst wenn die Zahlen zu groß werden, brauche ich Unterstützung, wenigstens einen Zettel und einen Stift.

Vielleicht hätte diese einfache Methode, Zahlen einfach aufzuschreiben und dann zusammen zu zählen oder auch voneinander abzuziehen, mal jemand den Verantwortlichen bei den Banken sowie den Finanzministerien erklären sollen. Die Beherrschen die Prozentrechnung wohl perfekt, jedenfalls habe ich noch nie gehört, dass ein Banker vergessen hätte, die Zinsen für einen Kredit zu berechnen. Auch das Finanzamt kennt sich bei der Zinsrechnung gut aus. Was dagegen häufiger mal schief zu gehen scheint, dass ist die einfache Aufrechnung von Summen. Es ging los in Deutschland: der Bad Bank der Hypo Real Estate fällt auf, dass sie und damit der deutsche Staat 55 Milliarden Euro weniger Schulden hat, als sie ausgerechnet hatte. So ein kleiner Rechenfehler kann natürlich mal vorkommen, hat wohl außer einem kurzen Anschiss von Herrn Schäuble weiter keine Konsequenzen. Da folgt auch schon die nächste Nachricht: Irland hat beim Zusammenzählen seiner Staatsschulden doppelt gezählt und jetzt festgestellt, dass es 3,5 Milliarden Euro weniger Schulden hat. Auch das ist sehr spannend, zählen habe ich ja sogar noch vor dem addieren und subtrahieren gelernt, aber man kann ja auch nicht alles können!

Trotzdem stellt sich jetzt natürlich die Frage: was kommt als nächstes? Wird Italien die 200 Milliarden finden, die Berlusconi unter seinem Kopfkissen versteckt und da vergessen hat? Oder wird die griechische Opposition nach Neuwahlen, bei denen sie die Regierung übernimmt, die Staatsbilanzen seit der Euro-Einführung nachrechnen und dabei feststellen, dass durch einen fortgesetzten und sich potenzierenden Rechenfehler die hohen Staatsschulden entstanden sind, die sich nach neuer Berechnung nur noch auf 4,50 Euro belaufen?

Immerhin, schon Amerika hat seine Krise einfach weggerechnet und weggetrickst. Zack, die Schuldengrenze erhöht und schon gibt es kein Problem mehr. Vielleicht gelingt uns das ja auch, wenn wir noch ein paar Leute an den richtigen Stellen auftreien, die nicht rechnen können.

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Plötzlich und überraschend ist alles wieder anders. Eben noch schien alles klar, der Heil versprechende Rettungsschirm war beschlossen und die Aktienmärkte wiegten sich in trügerischer Sicherheit, da kam plötzlich alles anders: In Griechenland, der Wiege der Demokratie, hat der Präsident beschlossen, dass das Volk entscheiden soll. In einem Volksentscheid soll es darüber entscheiden, ob es den Rettungsschirm annehmen will mit allen Konsequenzen, oder eben nicht.

Das ist Demokratie jubeln jetzt viele, hier entscheidet das Volk. Aber ist das wirklich so? Also, natürlich entscheidet es, aber eigentlich ist es nur Papandreous verzweifelter Versuch, das Volk und das Parlament auf seinen Kurs einzuschwören. Immer vorausgesetzt, es kommt überhaupt soweit und er übersteht die Vertrauensfrage.

Dann hat die griechische Bevölkerung also die Wahl. Nicht ganz zu Unrecht befürchtet dieses allerdings, dass es hier vor die Wahl zwischen Pest und Cholera gestellt wird. Was darf es denn sein, lieber der Rettungsschirm mit Knebel-Sparpaket oder lieber die Pleite? Die griechische Opposition fordert Option 3: Neuwahlen. Hier stellt sich allerdings die Frage: Und dann? Zaubert die Opposition plötzlich ein Heilmittel aus dem Hut? Haben die Oppositionspolitiker so viel Geld unter dem Kopfkissen, dass sie die Schulden Griechenlands mal eben bezahlen können? Wenn nicht stehen sie wohl vor der gleichen Wahl, wie der Rest der Bevölkerung: Pest oder Cholera, Rettungsschirm oder Pleite.

Was der Rettungsschirm bringt, scheint dabei erstmal klar: Geld zur Verhinderung der Pleite. Dazu natürlich massive Sparpakete, um alles zurück zu zahlen. Selbst wenn der Rettungsschirm funktioniert, wird Griechenland auf Generationen hinaus damit beschäftigt sein, diese Schulden abzutragen.

Was die Pleite bringt, ist auch einigermaßen klar. Vermutlich die Rückkehr zur Drachme. Enteignungen, Zahlungsausfälle, aber auch Chancen. Die Chance für die jetzige junge Generation Griechenlands, sich etwas Neues aufzubauen. Aufschwung liegt immer im Aufbau, danach ist es verzweifeltes Rudern um Erhaltung. Jetzt gäbe es die Chance, neu zu starten ohne dabei kommende Generationen mit einer Schuldenlast zu belasten, die nicht abzutragen ist.

Dazu kommt noch, dass realistisch betrachtet kein Staat seine Schulden tilgen kann, denn jedes Jahr machen sie neue Schulden. Früher oder später steht dieser Schritt uns vermutlich allen bevor. Mir scheint es ein Vorteil zu sein, wenn man früher dabei ist.

Ich bin sehr gespannt, ob die griechische Bevölkerung wirklich die Chance bekommt, sich zu entscheiden und wie sie sich entscheiden wird. Ich wünsche ihnen das Beste, egal, wie sie sich entscheiden!

Arm durch Arbeit

Okt
2011
31

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Völlig überraschend diskutiert die Bundesregierung einen Mindestlohn. Also einen Betrag, den ein Arbeitnehmer mindestens pro Stunde für seine Arbeit bekommen muss. Dabei werden Beträge ab 6,50 Euro pro Stunde diskutiert.

Bereits jetzt gibt es Mindestlöhne für einige Branchen. Für den Wach- und Sicherheitsdienst liegt der Mindestlohn bei 6,53 Euro in Ostdeutschland, in Westdeutschland bekommt er immerhin 8,60 Euro. Mehr als ein Westdeuscher Angestellter bei Wäschereidienstleistungen, der bekommt im Westen minimal 7,80 Euro, im Osten aber mehr, als der Wachmann: 6,75 Euro. What the…..???? Ich dachte immer, die Differenzen zwischen Osten und Westen lägen in insgesamt niedrigerem Lohn- und Preisniveau begründet. Aber wird im Osten dreckigere Wäsche gewaschen oder ist es da sicherer, dass das Verhältnis zwischen Wäschereidienstleistungen und Sicherheitspersonal sich plötzlich umdreht?

Noch dazu bleibt die Frage: was ist denn genau alles billiger im Osten? Mieten? Ok, vielleicht. Strom, Gas, Wasser, Telefon? Na, eher nicht! Lebensmittel? Höchstens die regionalen, lokalen, auf dem Bauernhof. Ich persönlich glaube ja nicht, dass die Lebensmittel im Supermarkt einer Kette im Osten weniger kosten, als im Westen. Aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren.

Wie auch immer, 6,50 Euro mindestens also. Oder stapeln wir nicht ganz so tief, nehmen wir das Pflegepersonal. Das sind die, die uns etwas zu Essen bringen und den Hintern abwischen, wenn wir es nicht mehr können. Die, von denen wir uns erhoffen, dass sie nett zu uns sind, auf unsere Bedürfnisse eingehen, sich Zeit für uns nehmen, auch über die pure Pflichterfüllung hinaus. Mindestlohn: 7,50 Euro pro Stunde. Das macht bei 40 Stunden pro Woche, 4 Wochen pro Monat etwa 1200 Euro brutto. Oder so ungefähr 900 Euro netto. 900 Euro. Im Monat! Davon gehen dann Miete, Strom, Heizung, Telefon, Lebensmittel und Kleidung ab. 900 Euro, das ist weniger, als man im Monat behalten darf, wenn man Insolvenz anmeldet, das sind nämlich ziemlich genau 1000 Euro. 900 Euro sind auch unterhalb des Pfändungsfreibetrags bei Lohnpfändungen, der liegt knapp über 1000 Euro. Es ist also unter dem Betrag, wo man einem noch was wegnehmen darf. Dafür möchten wir liebevoll und aufmerksam gepflegt werden? Ich habe ja Zweifel, dass das klappen wird…

Aber was kann man tun, gegen solche Dumping-Preise beim Lohn? Die Wahl ist ja häufig: entweder arbeiten, und so gut wie nix dabei verdienen. Oder nicht arbeiten und Hartz4 bekommen. Hartz4 benötigt man möglicherweise auch, wenn man ganztags zum Mindestlohn arbeitet, spätestens dann nämlich, wenn noch eine weitere Person, ein Kind etwa, mit davon leben muss. Wo bleibt da die Würde des Arbeitnehmers?

Das perfidestes daran ist aber, dass es so schwierig ist, offen dagegen zu protestieren, wenn man erstmal in der Situation ist, dass man solche Jobs angeboten bekommt. Wer auf Hartz4 angewiesen ist, kann nicht mal eben sagen „für die paar Kröten arbeite ich nicht, das ist menschenunwürdig!“ Also, sagen kann er es natürlich, die Frage ist nur, wie häufig er es tut, denn wer einen angebotenen Job ablehnt, riskiert seine Hartz4-Bezüge. Wer eine solche Arbeit annimmt, leistet dafür dem Lohndumping Vorschub. Da wird die Wahl schwer, seien wir ehrlich, entweder nimmt man dann zähneknirschend den Job an, oder man windet sich  mit einem Trick raus. Möglichkeiten, einen Job nicht zu bekommen, gibt es genug. Mehrfaches Nachfragen, wie das mit dem Personalrat geregelt ist, und das Überstunden doch wohl nicht anfallen, hilft beim Vorstellungsgespräch häufig, wenn man den Job nicht will. Aber kann es das wirklich sein? Kann es wahr sein, dass die Bürger in einer Demokratie sich nicht offen dagegen wehren können, ausgebeutet zu werden, weil ihnen dann die Lebensgrundlage entzogen wird? Breche ich ein Gesetz, wenn ich einen Job ablehne, weil das Gehalt zu niedrig ist? Wohl nicht. Bestraft werden kann ich aber trotzdem. Spannend ist die Frage, was passieren würde, wenn ich meinem potentiellen Arbeitgeber sage, dass ich selbstverständlich den Job antreten werde, aber bei jeder sich bietenden Gelegenheit sagen werde, dass ich  mich ausgebeutet fühle.

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