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Der Igel ist viel zu klein und leicht und liegt schlapp auf der Seite

Vielleicht habt Ihr Euch ja schon gewundert, dass gestern gar kein Post von mir kam? Ja, ich muss zugeben, ich war ein wenig abgelenkt. Mittags bin ich mit meinem Hund spazieren gegangen, da saß zwischen Garten und Feldweg plötzlich ein kleiner Igel vor mir. Ein sehr kleiner Igel, der sich auch nicht rührte, als ich ihn mir genauer angesehen habe. Thales war zum Glück so abgelenkt, dass er zweimal über den Igel drüber gesprungen, ohne ihn wirklich zu bemerken. Tja, was tut man mit einem Igel im Winter? Ich wollte keinesfalls einen Igel aus seiner vertrauten Umgebung reißen, der gut ohne mich klar kommt. Aber nach „kommt gut klar“ sah das kleine Ding nicht aus…. also habe ich das Igelchen in eine Schüssel gesetzt und bin erstmal ins Geschäft gegangen: Laut geeichter Waage der Post wog der kleine Igel 258 Gramm. Das Internet gab Auskunft: 500 Gramm müsste er im November wenigstens wiegen, um eine Chance zu haben.

Der Igel ist viel zu  klein und leicht und liegt schlapp auf der Seite

Nächster Programmpunkt: Anruf bei der Igelnothilfe: der Igel soll auf jeden Fall einem Tierarzt vorgestellt werden und wenn ich keine Möglichkeit habe, ihn selbst zu überwintern, kann ich ihn vorbei bringen. Na bitte, das ist ja schon mal was.

Zu Hause habe ich ein wenig Katzenfutter in einer flachen Schale mit Haferflocken und etwas Wasser vermischt. Zunächst lag das Igelchen schlapp auf der Seite. Ich habe mir große Sorgen gemacht und ihm wenig Chancen eingeräumt, aber dann stieg der leckere Duft wohl in das Igelnäschen und es kam Leben in das kleine Kerlchen: mit lautem Schmatzen machte er sich über das Futter her. Das war wohl der Moment, in dem ich mich verliebt habe und so kriegte er den Namen „Felix“ – der Glückliche, denn glücklich wird er hoffentlich noch werden.

Der Igel frisst! So ein Glück, das spricht für seinen Überlebenswillen!

Die Tierärztin hat ihn dann auch angeschaut und kam zu folgenden Erkenntnissen: es ist ein Mädchen. Felix ist also eine Felicitas, die Glückliche. Sie ist sehr, sehr mager – vielleicht strebte sie ja eine Karriere als Model an? Diese Ambitionen hätten sie jedenfalls fast das Leben gekostet, so hätte sie es nicht mehr lange gemacht. Gegen Flöhe wurde sie mit einem speziellen Mittel behandelt, gegen Würmer zunächst nicht. Viele Igel, die sorgfältig entwurmt wurden, sterben dann im Frühjahr beim Aussetzen, wenn die Würmer wieder kommen. Laut Tierärztin ist ein Igel besser dran, wenn er nicht entwurmt wird – sofern die Würmer nicht in der Lunge sitzen. Wenn sie also anfängt zu husten, muss sie nochmal zum Tierarzt. Sie kann sich vollständig einrollen und mag offenbar vor allem Autofahren. Die Fahrt zum Tierarzt hat sie in ihrer Plastikwanne rumgekramt, auf der Rückfahrt hat sie gefressen. Die Behandlung beim Tierarzt war übrigens kostenlos, viele Tierärzte behandeln Wildtiere umsonst, obwohl das keine Verpflichtung ist!

Ansonsten heißt es jetzt aufpäppeln. Dazu eignen sich Katzen- oder Hundefutter, vermischt mit Haferflocken, Igel-Trockenfutter wurde mir ergänzend von der Tierärztin ans Herz gelegt, Eier hart gekocht oder als ungewürztes Rührei, ein bisschen Frischkäse, Rinderhackfleisch kurz angebraten (auch ohne Gewürze) sowie zur Zahnpflege Hühnerklein gekocht und mit Knochen, aber ohne Haut. Jetzt kommt aber das Problem: Felicitas braucht eine Unterkunft, einen mehrere Quadratmeter großen Auslauf, regelmäßiges Futter und gesundheitliche Kontrolle und Temperaturen zwischen 18 und 20 Grad. Ich wohne in einer kleinen Etagenwohnung, die ich mir mit Hund und Katze teile und Igel riechen recht intensiv. Das wird nicht klappen. Ideal ist ein warmer Kellerraum mit den richtigen Temperaturen, guter Belüftung und wenig Geruchsbelästigung für die Hausbewohner 🙁 Zum Glück konnte ich meine Freundin erreichen. Sie konnte den schwarzen Knopfaugen genauso wenig widerstehen, wie ich. Ihr Freund hat schon mehrfach Igel überwintert, da wurde Felicitas liebevoll aufgenommen und hat so das beste Winterquartier bekommen, das sich ein Igel wünschen kann. Als erste Amtshandlung wurden ihr dann auch zwei Eier gebraten, während wir einen Tee auf die Igelrettung getrunken haben. Jetzt heißt es Daumen drücken, dass die Igeldame schnell gesund und kräftig ist und ich werde sie gelegentlich besuchen und mal ein Bild von ihr machen!

Sonniger Optimismus

Nov
2011
17

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Ich gelte eher nicht als unglaublich optimistisch. Eher werde ich als skeptisch eingeschätzt, und ich selbst würde mich doch zumindest als vorsichtig bezeichnen. Übersprudelnder Optimismus macht mir eher Angst. Gestern habe ich aber einen Fall von so sonnigem Optimismus erlebt, dass muss ich einfach teilen:

Ich hatte ja gestern den tollen Wasserschaden im Geschäft, das Wasser stand im ganzen Raum, Abfluss verstopft, große Schweinerei und Improvisation mit den Kunden. Zusammen mit meinem Vermieter stand ich dann in der siffigen Brühe, gemeinsam haben wir dem Rohrreiniger bei seinen Bemühungen, die Ursache des Übels zu beseitigen, über die Schulter geschaut, da stößt mein Vermieter mich an „Mensch, Frau Meier, was für ein Glück, dass hier alles gefliest ist!“ und strahlt. Recht hat er, kein verdorbener Teppich, kein aufgequollenes Laminat und noch dazu Erdgeschoss ohne Keller unten drunter, also auch keine Mieter unten drunter, bei denen das Wasser durch die Decke tropfen konnte. Bis auf einen leicht muffigen Geruch ist heute schon nichts mehr zu merken von dem Problem gestern. Wie schön, wenn jemand so ein fieses Problem so gelassen und letztendlich positiv sehen kann!

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Da macht sich früh am morgen leichte und völlig unbegründete Heiterkeit breit: endlich spricht es mal einer aus! Anlass ist die Abstufung von zehn deutschen Landesbanken durch die Ratingagentur Moodys. Mal so nebenbei: jetzt sind die Ratingagenturen ja in aller Munde und alle Augen auf sie gerichtet – aber kanntet Ihr die vor der Euro-Krise? Ich habe mir ja sagen lassen, bei Geldanlagen hätte man schon immer auf das Rating geschaut, na gut, dann ist mir was entgangen. Mag daran liegen, dass ich selten mehr als den Inhalt meiner Portokasse zu verwalten habe, das Anlegen von Geld in größeren Summen ist mir fremd, sollte ich mal ein paar Kröten übrig haben, reicht mir dafür ein Sparbuch oder ich lege sie unter das Kopfkissen….

Gut, Moodys stuft also zehn Landesbanken zurück. Darüber berichtet auch die Süddeutsche, noch viel wichtiger finde ich aber, was diese im zweiten Teil des Artikels schreibt:

Der Euro-Gruppenchef und luxemburgische Regierungschef Juncker (die Euro-Gruppe, das sind die Finanzminister der Euro-Staaten, die setzen sich zusammen, dann sind sie eine Gruppe rund um den Euro) kritisiert den deutschen Umgang mit der Krise. Zwei Hauptkritikpunkte hat er. Einer ist moralisch: die Art, wie Deutschland südeuropäische Staaten kritisiert ist nicht in Ordnung. „Es erscheint bequemer, zu sagen, die Menschen im Süden wären faul, und die Deutschen würden malochen. So ist das aber nicht“ – und da hat Juncker wohl Recht. Zumal die Begründung dafür gleich der zweite Kritikpunkt ist: „Ich halte die Höhe der deutschen Schulden für besorgniserregend.“ Weil Deutschland nämlich, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, höher verschuldet ist als das Krisenland Spanien!

Jetzt muss man der Ehrlichkeit halber wohl zugeben, dass Banken-Rettungspakete und Euro-Rettungsschirme die Schulden Deutschlands natürlich nicht gesenkt haben – im Gegensatz zu der peinlichen Korrektur noch peinlicherer Rechenfehler. Aber letztendlich bestätigt das, was ich schon lange befürchte: wir sind alle viel zu hoch verschuldet. Kein einziger Industriestaat wird je in der Lage sein, seine Schulden zurück zu zahlen.

Gestern kam der Schulden-Peter wieder bei RTL, unter seiner Fuchtel hat eine Familie mit wirklich gutem Einkommen, die sich total verschuldet hat mit ihrem Haus, das Haus mit großem Verlust verkauft und sich in die Verbraucher-Insolvenz begeben. Das ist es letztendlich, worauf es bei den Euro-Staaten auch hinausläuft: das Einkommen ist nicht schlecht, aber die Schulden einfach zu hoch, so dass sie (wir! Das sind WIR!!!) am Ende alles verlieren werden. Immerhin: die Familie wird damit nach sieben Jahren ihre Schulden los sein. Für Europa sieht es weniger rosig aus…

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Nach dem arabischen Frühling ging es plötzlich auch im Westen los. Die politische Stimmung kocht, das liegt daran, dass eine Krise die nächste jagt. Immer wieder versuchen uns die Politiker zu erklären, sie hätten die Krise jetzt im Griff. 2008 die Bankenkrise, Banken gerettet, alles gut. Jetzt die Eurokrise, Irland häuft zu viele Schulden an, Griechenland, ein neuer Gipfel, ein neues Hurra. Nur von kurzer Dauer, die Griechen machen klar, dass sie die Bedingungen nicht akzeptieren, eine Volksabstimmung wird angesetzt, die Demokratie scheint zu siegen – aber schon wird sie wieder abgesagt. Italien feiert den Rücktritt von Berlusconi und glaubt, mit Monti das Blatt werden zu können. Die Banken müssen mal wieder gerettet werden, zwischendurch scheiterte auch Obama fast an den Staatsschulden, trickste sich aber wieder raus.

Da ist es kein Wunder, dass die Menschen immer mehr das Gefühl haben, dass hier die Macht falsch verteilt ist. Da haben die Banken die Geschicke ganzer Staaten in der Hand und für diese Machtposition werden sie auch noch von den Staaten gepampert und mit Rettungsschirmen aufgepäppelt, wenn sie sich verkalkuliert und verspielt haben. Gegen die Macht der Banken und soziale Ungerechtigkeiten gingen die Menschen auf die Straße. Mit Occupy Wall Street fing es an und schwappte über. An verschiedenen Orten entstanden Occupy-Camps, für Ihre Überzeugungen und Ihre Forderungen zogen die Menschen nicht nur auf die Straßen, sie blieben auch da: auf den Straßen. In Zelten, über Wochen und Monate hinweg. Gelebte Demokratie, eindrucksvolle und dabei friedliche Demonstrationen, die über alle Unterschiede hinweg das gleiche Elend anprangern. Das Internet spielte eine wichtige Rolle bei der Verbreitung dieser Bewegung, aber auch ohne Technik verständigen sich die protestierenden Menschen, bedienen sich des „human microphones“, wo keine Lautsprecher möglich sind.

Das ist so unglaublich, so beeindruckend, so faszinierend – und so wichtig, denn es zeigt eine Meinung, eine Stimmung und eine Tendenz, die die Politiker nicht dauerhaft ignorieren können. Fassungslos haben Politiker und Banken sich das Spektakel einige Wochen angeschaut. Da machen die Bürger ernst, die gehen tatsächlich raus und stehen für ihre Überzeugungen ein! Tja, nun muss es aber auch reichen. Unerwartet werden jetzt Occupy-Camps geräumt. Überraschend ist vor Allem, dass es überall gleichzeitig passiert: New York, Zürich, London, an all diesen Orten werden die Camps aufgelöst und die Demonstranten vertrieben. Vielleicht ist der zeitliche Abstand auch nur deshalb so gering, weil sich zeigt, dass die Demonstranten wirklich friedlich sind. Sie protestieren, aber sie kämpfen nicht mit Gewalt.

Ob das jetzt das Ende darstellt, zumindest einläutet? Ich weiß es nicht, aber ich hoffe, dass der Protest weiter geht. Friedlich, miteinander und vernetzt, ohne Gewalt, so wie es die demokratischen Grundordnungen vorsehen. Denn der Souverän ist das Volk – das darf jetzt gerne auch mal souverän agieren und die Karten neu verteilen. Ich hoffe darauf. Darauf wetten würde ich nicht, Veränderungen machen Angst, der Leidensdruck muss schon sehr groß sein, bevor es dazu wirklich kommt.

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Da fing der Tag ja gut an. Viertel vor neun treffe ich am Geschäft ein, ist schon ein bisschen spät, der erste Kunde kommt ja schon um neun und vorher muss ja noch einiges hergerichtet werden. Aber das klappt schon noch, dachte ich. Allerdings nur so lange, bis ich die Tür zu meinem Arbeitsraum öffnete: Der Fußboden stand völlig unter Wasser. Mein erster Blick ging zur Decke, durch die war vor ein paar Jahren schon einmal ordentlich Wasser gekommen, aber die strahlte in unschuldigem weiß. Ein Blick in Spüle und Waschbecken brachte die unappetitliche Erkenntnis, dass das Wasser offenbar durch den Abfluss zurück gedrückt worden war. Von da aus hatte es sich flächendeckend im Fußpflegeraum verteilt. Ganz große Klasse, viel schneller kann man nicht wach werden.

Also auf zum Vermieter, der hat sein Büro zum Glück nebenan. Inzwischen war es nur noch sieben Minuten vor neun. Der Kunde musste auch gleich vor der Tür stehen. Der Vermieter guckte etwas konsterniert, versprach aber gleich gucken zu kommen. Ich hab inzwischen angefangen zu improvisieren: Fußpflege heute in der Kosmetik-Kabine, dafür schnell die wichtigsten Sachen rüber geholt (dabei natürlich immer patsch-patsch durch das Wasser….), den Vermieter reingelassen zum gucken den völlig überrumpelten Kunden mit der Übergangslösung vertraut gemacht und auf den Stuhl befördert, dann ging es los. Immerhin: schneller geht es nicht. Kurz nach halb zehn hatte der Kunde ordentliche, frisch gepflegte Füße und der Rohrreinigungsdienst tauchte auf. Die nächsten beiden Kunden waren dann quasi live dabei während Rohrreiniger und Vermieter das Wasserproblem in den Griff zu kriegen versuchten, während sie in der Kosmetik-Kabine auf dem Stuhl und ich in der aus Platzgründen offenen Tür zum Flur auf meinem Stühlchen saß. Fußpflege zwische Tür und Angel – im wahrsten Sinne! Die Kunden hatten so praktisch freien Blick auf Chaos und Handwerkerfleiß, ich hatte das Chaos im Rücken und die Kunden vor mir. Aber beide Kundinnen waren sehr nett und verständnisvoll und fanden es gar nicht schlimm, dass die Fußpflege heute etwas improvisiert statt fand. Glücklicherweise auch beides Stammkundinnen, mit neuen Kunden kann man so etwas nicht machen.

Das nächste große Lob gilt Vermieter und Rohrreiniger: um kurz vor neun habe ich meinen Vermieter benachrichtigt, kurz nach halb zehn war der Rohrreiniger da und mit vereinten Kräften waren um 11 Uhr die Arbeiten beendet und ich konnte anfangen zu putzen. Um 12 Uhr war alles wieder sauber, nur der Geruch bleibt, es riecht eben ein wenig feucht und nach Abfluss. Jetzt geht es gleich wieder rüber ins Geschäft und ich hoffe, dass der Geruch nun auch weg ist – drückt mir die Daumen.

Achja, der Grund für die Verstopfung: ein fettes Büschel Haare inklusive Haargummi konnte zu Tage gefördert werden. Tja, wer weiß, Haare landen bei mir jedenfalls nicht im Ausguss, und auch die Zehennägel landen im Müll, nicht im Abfluß.

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Es gibt etwas, das man nie tun sollte, wenn man kostengünstig Lebensmittel einkaufen will: spontan und auch noch hungrig einkaufen! Die Gefahr ist groß, dass in diesem Fall lauter Leckereien im Einkaufswagen landen, die man gar nicht aufessen kann und zu denen man auch noch gar keinen Plan hat, wann und in welcher Kombination man sie essen möchte. Wer also sparen will, etwa um Schulden abbauen zu können, der tut gut daran, sich einen Einkaufszettel zu schreiben. Noch besser: einen Wochenplan machen, was man wann essen möchte, danach den Einkaufszettel schreiben und dann einkaufen gehen. Soweit die Theorie. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die meinen Praxis zu dieser Theorie durchkreuzen: ich kaufe nur schnell für einen oder zwei Tage ein, ich muss lange arbeiten, habe aber hinterher noch Hunger oder auch: ich laufe über einen Markt mit lauter leckeren, frischen Sachen. Alles fatal für Geldbeutel, die ersten beiden Möglichkeiten meistens auch für den Plan, mich gesund zu ernähren.

Wie macht man es also besser? Genau, erst planen. Für eine gesunde Ernährung ist viel Obst und Gemüse besonders wichtig, wenn man durch die Frische-Abteilungen der Supermärkte geht, dann sind die auch übervoll mit allem, was man sich so wünschen kann. Auch jetzt im November gibt es einfach alles: Äpfel, Bananen, Weintrauben, Erdbeeren, frische Salate, Kohlrabi… es gibt nichts, was es nicht gibt. Ein Blick auf die Schilder über den Körben zeigt aber meistens, dass der größte Teil der frischen Sachen eine Kreuzfahrt oder Flugreise um die halbe Welt hinter sich hat. Kurze Wege haben aber gleich zwei Vorteile: die Waren sind besonders frisch, weil sie keine langen Transportwege hinter sich haben und die Umwelt freut sich auch.

Im Winter ist das schwieriger, als im Sommer. Was kann man denn um diese Zeit frisch aus Deutschland kaufen? Hier ist es schließlich kalt und frostig, was wächst denn da? Im geheizten Gewächshaus eine ganze Menge, aber das will ich ja auch nicht, also frisch: Äpfel und Birnen gehen da den ganzen Winter über, die lassen sich gut lagern. Für Möhren gilt das Gleiche, teilweise können sie noch geerntet werden, sonst gibt es sie als Lagerware. Im November auch noch frisch: Quitten! Weintrauben dagegen gibt es jetzt nur noch aus dem Süden importiert und dass bei uns Bananen und Orangen nur selten wachsen, leuchtet ein.

Beim Gemüse ist die Auswahl glücklicherweise größer, als beim Obst. Praktisch alle Kohlsorten gibt es jetzt frisch: Blumenkohl, Brokkoli, Rotkohl, Weißkohl, Rosenkohl, Wirsing und natürlich: Grünkohl. Außerdem Kohlrabi, Steckrüben (die übrigens auch zum Kohl zählen) und Spinat. Dazu gibt es immer noch Kürbis, der zwar schon geerntet ist, aber auch noch gelagert wurde.

Und auch bei den Salaten ist noch einiges frisch zu haben: Radieschen, Chinakohl und Feldsalat etwa. Kopfsalate kommen dagegen meistens aus dem Gewächshaus, das macht eine schlechte Energiebilanz und häufig sind auch die Nitratwerte sehr hoch. Gurken und Tomaten kommen übrigens praktisch ganzjährig aus dem Gewächshaus.

Na, da sind doch einige Möglichkeiten dabei. Ganz wichtig: immer auf die Schilder schauen, oft kommen Sorten, die auch in Deutschland erhältlich wären, trotzdem aus wärmeren Ländern, weil sie billiger erhältlich sind. Hier können wir nur als Verbraucher etwas ändern, indem wir Ware mit kurzen Wegen bevorzugen. Mein Favorit ist hier der Einkauf auf dem Markt – aber immer mit Einkaufszettel!

Bei Verbraucher fürs Klima gibt es übrigens einen tollen Saisonkalender, der genau zeigt, welche Sorten in welchen Monaten frisch erhältlich sind.

Geht es voran?

Nov
2011
14

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Der Anfang ist nie leicht, das war mir von vornherein klar. Und mal ehrlich: wer sollte denn schon lesen wollen, was sich so über das Leben und seine Irrungen und Wirrungen denke? Trotzdem habe ich gehofft (und hoffe es natürlich immer noch), dass ich den einen oder anderen Leser gewinnen kann. Im Moment stellt sich das allerdings wieder mal eher zäh da. Die Bloggerei  meint nach wie vor, ich hätte so ungefähr einen Besucher am Tag, die Statistiken zeigen zwar ein paar mehr, aber so richtig viel mehr als 4 oder 5 am Tag werden es da auch nicht. Die meisten kommen, wenn ich bei einem anderen Blogger einen Kommentar hinterlassen habe. Da scheint mir doch noch was zu fehlen? Genau, die Suchmaschinen. Die spielen überhaupt keine Rolle bisher, und so kann es wohl auch nicht so richtig viel werden mit den Besuchern. Ich werde mich also wohl doch dem eher ungeliebten Thema SEO ein wenig widmen müssen und mir mal einige Tipps zu Gemüte führen, wie ich besser gefunden werde. Könnte natürlich schwierig sein, bei meinem Themen-Sammelsurium. Na, wir werden sehen. Demnächst will ich übrigens mit noch einem Blog an den Start gehen, diesmal sehr themenbezogen zum Thema Hunde: Erziehung, Ernährung, Gesundheit und natürlich meine eigenen Hundegeschichten. Da wird es bestimmt ein wenig einfacher. Aber noch bin ich hier und nutze die Chance zum Üben, auch dieser Blog muss ja einigermaßen zu platzieren sein! Oder? So gelegentlich ein Kommentar wäre jedenfalls unglaublich aufbauend, nur so als Hinweis 😉

Ansonsten habe ich momentan ein wenig Probleme damit, mich aufraffen zu können. So viel zu tun und so wenig Motivation. Auch für den Blog fehlen mir gerade so die Themen, die mir auf der Seele liegen würden. „Döner-Morde“ finde ich als Ausdruck ganz furchtbar und sehr respektlos, aber darüber haben sich schon so viele andere geäußert. Da bleibt mir doch nur die Freude, dass zumindest bei der ARD heute die Rede war von „Morden an türkischen Kleinunternehmern“. Danke!

So, jetzt versuche ich  mich mal noch an ein paar anderen kleinen Baustellen und hoffe darauf, dass Ideen und Motivation morgen wieder größer sind.

Abendliche Heimkehr

Nov
2011
13

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Es fiel mir ja schon ziemlich schwer, aber nach einem schönen Wochenende bei meinem Liebsten habe ich mich vorhin in mein Auto gesetzt, um wieder nach Hause zu fahren. Ich hätte grundsätzlich auch noch bis morgen früh bleiben können, aber der Kater war schon seit 48 Stunden allein zu Hause und ich weiß, dass er das nicht mag, er liebt die Gesellschaft. 48 Stunden gehen immer ganz gut, ich mache das Katzenklo sauber bevor ich gehe und sorge für ausreichend Futter, dann geht das, aber länger mute ich ihm ungern zu, es sei denn, ich habe jemanden, der zwischendurch mal nach ihm schaut.

Für den Kater also habe ich  mich direkt nach dem leckeren Abendessen entschlossen, wieder nach Hause zu fahren. Abfahrt halb acht in Hannover, über die B65 Richtung Heimat. Bis Göxe war alles prima, kurz vor Göxe bin ich unerwartet in eine weiße Wand gefahren. Ab dann hiess es mehr tasten als fahren, in der dicken Nebelsuppe hatte ich das Gefühl, durch eine mir völlig fremde Landschaft zu fahren.

Langsam und tastend hab ich schließlich auch meinen Wohnort erreicht und bin durch die Straßen nach Hause geschlichen. Es war kurz nach acht, kein Mensch, nicht ein einziger war auf den Straßen. Kurz noch mit dem Hund um die Ecke, an den Schrebergärten vorbei in Richtung Bahnschienen. Die einfahrende S-Bahn habe ich zwar gehört, gesehen habe ich sie und ihre drei weißen Lichter aber erst, als ich praktisch vor ihr stand.

Für richtig schöne Fotos war es leider zu dunkel und ich habe nicht die richtige Kamera dafür, obwohl der Anblick der kahlen Äste, die sich über die Gartenzäune der Schrebergärten reckten, nur halb und verschwommen sichtbar im Nebel, jedem Horrofilm Ehre gemacht hätten. Aber es war kalt, es war feucht, es war einsam und so war ich sehr froh, als ich mit Hund und Gepäck in meine warme Wohnung zu dem schnurrenden und maunzenden Kater gehen konnte. Ne, ganz ehrlich, so romantisch das manchmal aussieht: ich mag den Herbst nicht! Und den Winter auch nicht, ich plädiere nach wie vor für einen gepflegten Winterschlaf von Anfang November bis Ende Februar.

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Weihnachten 2008 habe ich das erste Mal vom Grundeinkommen gehört. In meiner alten Heimat saß ich mit einem Freund zusammen im Café und wir haben gemeinsam über das Leben, die Welt und das ganz Drum Herum diskutiert. Er erwähnte das bedingungslose Grundeinkommen, das mir so gar nichts sagte. Er hat mir dann ein Buch mitgegeben, „Einkommen für alle“ von Götz Werner. Das habe ich dann gelesen, dann wieder weggelegt, dann weiter gelesen. Die Idee fand ich spannend und dachte mir „ja, das wäre es“. Ein Einkommen, unabhängig davon, ob und was ich arbeite. Geld zum Leben, ohne Sorge, dass es einem genommen wird. Wer jemals wirkliche Existenzängste hatte, kann sicher nachvollziehen, was diese Vorstellung bewirken kann. Ich habe jahrelang in einer Beziehung verharrt, die eine Sackgasse war, weil ich befürchtete, plötzlich völlig mittellos dazustehen, wenn ich sie beenden würde. Das bedingungslose Grundeinkommen bedeutet die Möglichkeit, sich frei zu entscheiden. Für eine Arbeit, für einen Lebensentwurf, ohne Sorgen, dass das Geld nicht mehr reicht für die lebensnotwendigen Dinge.

Vor etwa 2,5 Jahren folgte dann die Online-Petition von Susanne Wiest zum Grundeinkommen. Ich habe sie mit unterzeichnet und war gespannt, was daraus wird. Inzwischen ist viel passiert: Die Petition wurde 1,5 Jahre später vor dem Petitionsausschuss des Bundestages vorgetragen von Susanne Wiest, die sich hervorragend geschlagen hat und exzellent vorbereitet war – ganz im Gegensatz zu den Abgeordneten, die sich häufig völlig ohne Sachkenntnis und Interesse mit pauschal ablehnender Haltung ohne sinnvolle Begründung zu Wort meldeten. Seither ist die Petition wohl ziemlich versandet, versackt in den bürokratischen Mühlen des Bundestages. Die Bewegung für das Grundeinkommen ging aber weiter, es wird zunehmend diskutiert, immer mehr Menschen kennen die Idee und lassen sich davon faszinieren.

Vor einiger Zeit ging ich dann auf die Suche nach einer Partei, die meinen Vorstellungen teil. Das war nicht einfach und nur eine Partei hat bisher das Grundeinkommen im Programm. Ich hoffe, es bleibt dabei, denn das wäre der Punkt, wo ich wirklich gerne mitarbeiten würde!

Jetzt aktuell habe ich verfolgt, was für Aktionen es gab zum einjährigen Jubiläum des Grundeinkommens vor dem Petitionsausschuss. Die Brief-Aktion fand ich sehr gelungen,wenn auch sehr klein, eine Radiosendung mit Interview von Susanne Wiest wurde dagegen für meinen Geschmack zu sehr zur Piraten-Werbesendung. Schade eigentlich, ich hätte es lieber gesehen, wenn es mehr um die Sache gegangen wäre.

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Zwei Tage Piratenpartei in Folge hinterlassen ihre Spuren: gestern war ich beim neu gegründeten Piratenstammtisch in Wennigsen, heute dann beim regulären Arbeitstreffen in Hannover. Kleine Schwierigkeiten immer inklusive, gestern habe ich erst den Stammtisch nicht gefunden (hatte sich gut getarnt), heute hätte ich um ein Haar quasi unfreiwillig Protokoll führen müssen. Das stellte sich aber so schnell als schwierig heraus, dass es mir glücklicherweise wieder abgenommen wurde. Blieben viele spannende Diskussionen, auch zum Thema Abgeordneten-Gehälter und Lobbyismus. Genug Input jedenfalls, dass ich hier mal meine 2 Cent zusammen fassen will.

Letztendlich sind die Abgeordneten doch bei uns allen angestellt. Sie werden von uns (aus-)gewählt und von uns dafür bezahlt, dass sie Arbeiten für uns erledigen. Der Einfachheit halber tue ich jetzt mal so, als ob ich quasi meinen ganz persönlichen Abgeordneten bezahlen würde.

Mein Abgeordneter soll sehr wichtige Arbeiten für mich erledigen, ausgesprochen wichtige Arbeiten. Deutlich wichtiger als etwa meine Putzfrau, deshalb soll er auch mehr verdienen dürfen. Letztendlich möchte ich ihn sogar richtig gut bezahlen, denn der Job ist so wichtig, dass ich nur den Allerbesten dafür möchte. Um den zu bekommen, den Besten, muss ich natürlich entsprechend tief in die Tasche greifen, sonst verdient der in der Wirtschaft einfach besser, als bei mir, und für die so wichtige Arbeit als mein Abgeordneter bleiben nur machtgeile Idioten, die in der Wirtschaft nicht genug verdienen. Also richtig viel Geld soll er verdienen. Dafür gebe ich natürlich auch seinen Arbeitsvertrag und die Arbeitsbedingungen vor. Da stehen dann die entscheidenden Sachen drin: Gehalt, Zusatzleistungen wie ein Dienstwagen, Arbeitszeiten…. Selbstverständlich kann man über Gehaltserhöhungen, pardon, Diäten und ihre Erhöhungen verhandeln, keinesfalls kann er sich die aber selbst genehmigen. Das kann nur ich, ich bin nämlich der Arbeitgeber!

Was ich auch in den Arbeitsvertrag aufnehmen würde, das ist die Sache mit den Nebenjobs. Das ist ja absolut nicht unüblich, dass Nebenjobs laut Arbeitsvertrag verboten sind oder zumindest genehmigt werden müssen. Ich bin da ja durchaus anspruchsvoll, für mein hohes Gehalt erwarte ich auch einiges an Arbeitsleistung, das ist mit einer 40 Stunden Woche eher nicht zu leisten, da sind schon ein paar Überstunden mit eingeplant. Der Job ist anstrengend, große Konzentration und Hingabe ist gefragt. Ich denke nicht, dass mein Angestellter da noch Zeit hat für einen Nebenjob. Wenn er dann noch ehrenamtlich im Altersheim Geschichten vorlesen will, soll mir das Recht sein, aber für einen anspruchsvollen Posten im Aufsichtsrat einer Firma reichen seine Zeit und seine Arbeitskraft sicher nicht aus. Mal abgesehen davon, dass ich da durchaus Interessenskonflikte vermuten würde. Also kein Aufsichtsratsposten für meinen Abgeordneten. Dann läuft er auch nicht Gefahr, sich bei politischen Entscheidungen zwischen meinen Interessen und denen der Firme, in deren Aufsichtsrat er sitzt, entscheiden zu müssen. Wer die Musik bezahlt, sagt an, was gespielt wird, so sagt man doch? Wir bezahlen unsere Politiker, wir sagen an, was sie spielen – da verträgt es sich ganz schlecht (genau genommen gar nicht!), wenn diese außerdem Gehälter von Firmen und anderen Gruppierungen beziehen.

Über mehr Transparenz, darüber, dass ich seine Arbeit genau kontrollieren und im Blick haben möchte, darüber sprechen wir jetzt heute nicht mehr…

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