Totentanz im Januar

Jan
2012
09

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Der Januar hat angefangen und die Arbeit hat mich wieder. Ein paar freie Tage sind da schnell vergessen, wenn es wieder los geht. Dabei gibt es Trends, die sich durch praktisch alle Branchen ziehen. Dazu gehört der Totentanz im Januar: alles Geld inkl. des Weihnachtsgelds, sofern man es denn noch bekommt, wurde in Weihnachtsgeschenke investiert, einen Urlaub oder eine rauschende Silvesterparty. Im Januar herrscht praktisch Katerstimmung, das Geld ist weg, die feierliche Stimmung auch, die Spendierhosen wurden wieder eingemottet und dementsprechend ist bei Einzelhändlern und Dienstleistern Flaute angesagt. Das ist kein Grund für eine ernst zu nehmende Besorgnis, das Phänomen tritt ja jedes Jahr aufs neue auf und es vergeht auch wieder. Auf der einen Seite ist das also eine Zeit, in der auch ich es ruhiger angehen lassen kann.
Bedauerlich ist nur, dass es auch dabei drunter und drüber geht. Die erste Woche im neuen Jahr ist natürlich noch angefüllt mit „Resten“ vom Vorjahr. Kunden, denen ich kurz vor Weihnachten keinen Termin mehr geben konnte etwa, und mit denen ich deshalb einen Termin für den Anfang des neuen Jahres vereinbart habe. So etwas kann über die turbulenten Feiertage schnell mal aus dem Gedächtnis verschwinden, was letzte Woche zu der unschönen Situation führte, dass ich an einem Tag stundenlang vergeblich auf meine säumigen Kunden gewartet habe, da gleich drei Termine nacheinander unangekündigt ausfielen. Das führt natürlich nicht zu einer Verbesserung meiner Laune, für die Kasse ist es ein zusätzlicher Verlust.
Andere Kunden rufen an und verschieben ihre Termine auf den Februar. Das ist schade, aber absolut in Ordnung, dann kann ich damit rechnen und mich darauf einstellen. Für diese Woche jedenfalls sieht es ruhig aus, die besinnliche Zeit also praktisch nach den Weihnachtstagen. Allerdings waren auf dem Anrufbeantworter auch wieder mehrere Anrufe mit kurzfristigen Terminwünschen, ganz so ruhig wie vermutet oder befürchtet wird es also auch nicht. Auch der Januar wird vorbei gehen, Zeit zum Luft holen, bevor der Kalender wieder voller wird!

Postgender und so

Jan
2012
04

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Postgender, das ist ein Schlagwort bei den Piraten. Es meint, dass das Geschlecht nicht wichtig ist. Es kommt eben nicht darauf an, ob ein Mensch Mann oder Frau ist. So gar nicht postgender fühlte ich mich beim heutigen Piratenstammtisch, als ich plötzlich als „Menschin“ bezeichnet wurde. Scherzhaft, versteht sich, weil wir eben gerade die Diskussion über Genderpolitik und Quoten angeschnitten hatten. Trotzdem brachte es mich zum Nachdenken.
Ich bin natürlich keine Menschin, ich bin ein Mensch. Denn Mensch bezeichnet, trotz männlichem Artikel „der Mensch“ eine Art, kein Geschlecht. Der Art Mensch gehöre ich ja an. So wie ein Pferd, das ist ja auch ein Pferd und darüber hinaus eine Stute oder ein Hengst. Oder ein Rind. Kleiner Haken an der Argumentation: es heißt  das Pferd und das Rind. Wie auch das Schaf. Das Huhn. Gibt es alles in männlich und weiblich, aber mit neutralem Artikel. Immerhin: die Schnecke! Jawoll! Die gibt es dummerweise nicht in männlich und weiblich, das sind Zwitter, also immer beides. Sehr postgender, aber nicht gut übertragbar.  Die Libelle! Hm, gibt es die in männlich und weiblich? Oder sind das am Ende auch Zwitter? Wie ist das mit den Fliegen? Immerhin: die Eule! Und die gibt es in männlich und weiblich. Aber wie heißt dann eine männliche Eule? Euler? Oder Eulerich? Euler klingt stark nach Heuler, die gibt es auch in beiden Geschlechtern, wobei das ja immer Jugendformen meint, bei Heulern. Ist bei Jugendformen die geschlechtliche Zuordnung schon entscheidend? Ich meine, ein Mädchen weiß ja schon vor der Pubertät, dass es weiblich ist, wie ist das bei Tieren?
Der Elefant. Auch den gibt es in beiderlei Geschlechtsvarianten. Die weibliche Form ist dann die Elefantenkuh. Hm, ob die sich dadurch verunglimpft fühlt? Ich bin ja auch keine Menschenkuh….
Spannende Betrachtung jedenfalls. Ich bin ein Mensch. Und als Mensch eine Frau sowie als Frau ein Mensch. Ich finde es für mich und für meine Identität durchaus wichtig, dass ich eine Frau bin, es definiert mich weitreichend. Für meine Handlungen, meine Arbeit, die Art, wie ich bewertet werde, sollte es aber keine Rolle spielen, denn in erster Linie bin ich Mensch. Mit Vorzügen und Fehlern, guten und schlechten Seiten, Talenten und und Neigungen, Schwächen und Abneigungen. Als solcher möchte ich in erster Linie gesehen werden.

PS: die meisten Insekten wie Fliegen und Libellen sind keine Zwitter.

Urlaub mit Hund

Jan
2012
03

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Ich hatte schon zu Beginn den Eindruck in ein Abenteuer zu starten: mit Hund und Gepäck im Zug zur großen Weihnachts-Familienrundreise, das konnte ja was werden. Der Anfang ging dabei erstaunlich gut, überhaupt waren die Zugfahrten wesentlich unproblematischer, als befürchtet.
Ein Hund zahlt im Zug den Kinderfahrpreis, zählt aber nicht als Kind. Das bedeutet, er profitiert nicht von Tickets, bei denen Kinder kostenlos mitgenommen werden dürfen, sondern benötigt  immer ein Kinderticket. Dafür hat er erstaunlich wenig Rechte, also eigentlich gar keine. Nach unbestätigten Gerüchten mussten schon Hunde mitsamt Halter den Zug verlassen, trotz gültigem Fahrausweis. Es ist ebenfalls nicht möglich einen Sitzplatz für den Hund zu reservieren, so dass man ausreichend Platz im Fußraum für ihn hätte. Nein, ich spreche ausnahmsweise nicht davon, dem Hund einen Platz auf dem Sitz frei zu halten….
Trotz aller Befürchtungen verliefen die Zugfahrten ziemlich problemlos. Auf der ersten Tour begrüßte er einen ebenfalls mitreisenden Jack-Russel-Terrier, der sich kurzerhand aus seiner Reisetasche befreit hatte, sehr freundlich und verdöste den Rest der Fahrt zu meinen Füßen. Angenehmerweise war meine Sitznachbarin ebenfalls Hundehalterin und fand es ganz normal und völlig in Ordnung, dass mein schlafender Hund den kompletten Fußraum beanspruchte und sie gucken musste, wo sie ihre Füße noch unterbringen konnte. Natürlich habe ich versucht, den Hund unter meinem Sitz einzuparken, aber das macht  mal einem schlafenden großen Hund klar….
Überhaupt hat er den größten Teil der Fahrten schlafend oder dösend verbracht und wirkte sehr entspannt, lediglich das Umsteigen war stressig. Hund, Gepäck, Zeitnot und manchmal auch noch fremde Hunde auf den Bahnsteigen gestalteten die Zugwechsel doch recht abenteuerlich.
Ebenfalls positiv war, dass das Zugpersonal sich angenehm neutral verhalten hat, niemand hat den (eigentlich vorgeschriebenen) Maulkorb für meinen Hund gefordert, den ich für Notfälle natürlich immer griffbereit dabei hatte. Genau wie ein Halti, das wohl in den meisten Fällen als Maulkorb-Ersatz akzeptiert wird. Lediglich einmal wurde ich gefragt, ob ich denn für diesen „kleinen Hund“ (in sehr ironischem Tonfall) auch eine Fahrkarte hätte. Die hatte ich zwar keine zwei Minuten vorher erst seiner Kollegin gezeigt, während er daneben stand, aber natürlich habe ich sie gerne noch ein zweites Mal raus geholt.
So viele positive Erfahrungen, natürlich musste auch etwas schief gehen. Bei den Eltern meines Liebsten verdarb sich mein Lieblings-Müllschlucker offenbar den Magen und damit den guten Wohnzimmerteppich. Prima, da macht man sich gleich beliebt…. immerhin: die Versicherung wird den Schaden wohl übernehmen.
Bei meinen Eltern angekommen dann gleich die nächste „gute Nachricht“: deren Hündin war über Weihnachten läufig geworden. Keine gute Kombination mit einem unkastrierten Rüden, weshalb sie kurzfristig Asyl bei einer Züchterin im Nachbarort fand, die selbst auch gerade läufige Hündinnen hatte.
Mein Fazit: das ging besser als befürchtet, alleine fände ich längere Zugfahrten in überfüllten Zügen, wie wir sie am Neujahrstag auf unserer Rückfahrt hatten, aber sehr anstrengend. Von den Kosten mal abgesehen ist es aber eine gute Sache, manchmal muss man sich einfach trauen. Ich habe auch von Mitreisenden im Zug nur positive Reaktionen gehört und mein Hund hatte immer wieder Gesellschaft von streichelnden Kindern. Der Hund sollte allerdings menschenfreundlich und nervenstark dafür sein, sonst wird es stressig.

2012

Jan
2012
02

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Ich bin 1972 geboren, bin also 1978 Jahren eingeschult worden. Es muss 1980, also in meinem zweiten Schuljahr gewesen sein, als meine damalige Klassenlehrerin uns fragte, was wir glauben, was wir im Jahr 2000, also 20 Jahre später, machen würden. 28 bin ich im Jahr 2000 geworden. 1980 war ich mir deshalb sicher, ich würde dann verheiratet sein, selbst Kinder haben und mit denen sehr viel Spaß haben und spielen. Beim Beruf war ich mir nicht so sicher, letztlich war der Plan ja auch Kinder zu haben und für diese Zeit zu haben. Wenn ein Beruf, dann natürlich einer, mit dem ich sehr zufrieden sein und gutes Geld verdienen würde.
2000 bin ich tatsächlich 28 geworden, jedoch unverheiratet und kinderlos. Aber ich hatte mich ein Jahr vorher selbständig gemacht, habe Webseiten erstellt und ich war sehr zufrieden damit! Kinder fand ich zu diesem Zeitpunkt nicht so sehr wichtig, aber mein Job hat mir viel Spaß gemacht und habe gehofft, so würde es weiter gehen und das Familienglück würde noch kommen.
Jetzt haben wir 2012. Ich bin immer noch unverheiratet und nach wie vor kinderlos, dieses Jahr werde ich immerhin 40 Jahre alt. Kinder möchte ich jetzt  nicht mehr, mich erschreckt die Vorstellung, dass ich im Rentenalter bin, bis sie erwachsen und mit ihrer Ausbildung fertig sind. Ich finde das aber nicht dramatisch, ein gutes Leben ist auch ohne Kinder möglich. Ich habe eine Beziehung, mit der ich sehr glücklich bin. Heiraten finde ich nicht mehr wichtig, ich kann ohne Papier glücklich sein. Ich bin nach wie vor selbständig, und die Tatsache an sich gefällt mir immer noch, wenn ich auch insgesamt ernüchtert bin. Ich habe die Branche zum größten Teil gewechselt, kümmere mich mehr um Füße und weniger um Webseiten, ich habe ein paar Höhen und etliche Tiefen miterlebt, ich steckte kurz vor oder eigentlich schon mehr in der Pleite und habe mich irgendwie wieder so halbwegs hochgerappelt. Es ist ein fragiles Gleichgewicht mit viel Unsicherheit, noch kann ich mich keineswegs in Sicherheit wiegen. Ich habe festgestellt, dass Selbständigkeit nicht nur Spaß mit harter Arbeit bedeutet, sondern auch Angst, Unsicherheit, Verlust, und eine Menge Ärger. Oft frage ich mich, ob es das wert war. Die Antwort ist: doch, das ist es wert. Ich bin sehr gerne selbständig, ich möchte das nicht mehr missen. Ich habe auch viel Sicherheit gewonnen, viele Ängste verloren, dafür sind andere dazu gekommen.
Was soll 2012 bringen? Veränderungen auf jeden Fall. Ich bin über Weihnachten und Silvester weggefahren. Meinen Jahresurlaub 2011 habe ich so praktisch mit pendeln von der Familie meines Liebsten zu meiner Familie quer durch Deutschland verbracht. Dadurch bin ich auf jeden Fall mal raus gekommen, habe den Alltag hinter mir gelassen und über vieles nachgedacht. Ich möchte einiges an meinem Leben ändern. Beruflich und privat. In den nächsten Tagen werde ich eine Liste machen mit den Dingen, die ich anpacken und ändern möchte und versuchen, sie in diesem Jahr abzuarbeiten. Ich bin sehr gespannt, wie mein Fazit am Ende dieses Jahres aussehen wird. Ich habe Ziele, die ich erreichen möchte, finanziell, materiell und ideell. Es gibt einen Kredit, den ich abbezahlen möchte in diesem Jahr, ich möchte weniger arbeiten und dafür mehr leben und ich möchte mich politisch engagieren. Wie gesagt, dieses Jahr wird zeigen, wie viel von diesen guten Vorsätzen ich umsetzen kann. Ich schaue optimistisch auf dieses Jahr, aber nicht ohne Skepsis. Die Neugier überwiegt aber: was wird es bringen? Mir und Euch, vor Allem Gutes, hoffe ich!
Frohes neues Jahr!

Frohe Weihnachten

Dez
2011
24

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Die letzten Tage vor Weihnachten waren wirklich übel: Arbeiten bis Donnerstag Abend, immer noch gespickt mit Telefonaten „nein, ich habe keinen Termin mehr frei, tut mir leid. Nein, auch nicht Freitag morgen um 7:00 Uhr…“ Ende dann am 22. um 19:30 Uhr, dann nach Hause. Ich hatte noch Wäsche in der Waschmaschine, kein Stück eingepackt, die Wohnung sah aus, wie nach einem Bombeneinschlag, kein einziges Geschenk war eingepackt und ich hatte nur noch 13,5 Stunden bis zur Abfahrt und wollte in der Zeit auch noch etwas schlafen. Und Tatsache: das hat geklappt. Um halb eins waren alle Sachen im Koffer und der grösste Teil der Wohnung zwar kein Wunder an Ordnung, aber es soll ja auch nur eine gute Freundin täglich den Kater betreuen – das wird wohl gehen. Um kurz nach neun Uhr am 23. Stand ich dann mit schwerem Koffer, Rucksack und Hund am Bahnhof, dann ging es los. Die Fahrt war glücklicherweise deutlich weniger stressig als erwartet, die Züge waren zwar voll, mein Hund hat sich aber absolut vorbildlich benommen und nachmittags um halb drei waren wir da: bei den Eltern von meinem Liebsten, wo wir mit Kaffee und Kuchen empfangen wurden. Inzwischen sind auch die Geschenke eingepackt, ich kriege die Augen wieder halbwegs auf, habe unfreiwillig eine längere Fahrradtour gemacht (nur eben zum Schlecker um die Ecke, und als sie es da nicht hatten, dann noch weiter und weiter  und weiter….). Jetzt ist der Hund nochmal dran mit einem schönen Spaziergang, nachher gibt es dann leckeres Abendessen und Bescherung. Ich wünsche Euch allen ein frohes, friedliche Weihnachtsfest und erholsame, entspannte Feiertage!

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Es ist kein reines Vergnügen, in dieser Jahreszeit früh aufstehen zu müssen. Morgens um halb sieben, wenn der Wecker klingelt, lausche ich deshalb auch erstmal, ob ich Regen auf dem Dach hören kann. Ich schlafe direkt unter einem Dachfenster, höre ich nichts, ist es entweder trocken, oder es schneit. Dann folgt der Blick aus diesem Dachfenster: wie nass sehen die Straßen aus? Liegt Schnee? Es folgen Aufstehen und rein in die warmen Klamotten, dann geht es mit dem Hund raus. Um kurz nach halb sieben ist es stockdunkel, aber zunächst gehen wir ein Stück unsere Straße hinunter, da brennen die Straßenlaternen. Die meisten Fenster sind noch dunkel, gelegentlich sieht man hinter einem erleuchteten Fenster Leute mit wirren Haaren und im Bademantel, die als erste, morgendliche Tätigkeit die Kaffeemaschine einschalten. Wenn ich spät dran bin kommen mir manchmal auch schon diejenigen entgegen, die mit der Bahn zur Arbeit fahren müssen. Heute morgen war ich früh dran, leichter Nieselregen, kalt, nass und kein Mensch unterwegs. An der Ecke bin ich Richtung Feld abgebogen. Zwischen Ecke und Feld kreuzen noch zwei kleine Querstraßen den Weg, aus einer Querstraße kam eine Frau: warmer Rock, Pullover, keine Jacke, lange, wirre Haare. Nicht mehr jung, aber sehr aufrecht kam sie langsam auf mich zu, in der Hand eine Taschenlampe. Die Straße war von den Laternen beleuchtet und sie bewegte sich in Richtung Ortsmitte, die Lampe fand ich deshalb ungewöhnlich. Sie kam mir entgegen, als wir ungefähr auf einer Höhe waren habe ich ihr einen guten Morgen gewünscht. Sie blieb daraufhin wortlos stocksteif stehen, die Lampe neben sich auf den Boden gerichtet, den Blick an mir vorbei strikt geradeaus und wartete, bis ich vorbei war. Dann ging sie genauso wortlos und mit ihrer Lampe vor sich leuchtend weiter.

Den ganzen Weg durch das dunkle Feld hat mich die Begegnung beschäftigt. Was macht die frühmorgens ohne Jacke mit einer Taschenlampe auf der Straße? Was war das für eine seltsame Reaktion auf einen freundlichen Gruß? Gut, ich bin ein wenig morgenmuffelig, aber so schlimm kann mein „Guten Morgen“ nicht ausgefallen sein – oder doch? Auf dem Rückweg habe ich sie nicht mehr gesehen, ob sie mir wohl nochmal über den Weg läuft?

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Wieder klingelte das Telefon, wieder wollte eine Kundin noch einen Termin vor Weihnachten. Das wird nun wirklich langsam knapp, aber noch gibt es eine Möglichkeit. Ich biete ihr also zwei verschiedene Termine an, die ihr aber beide nicht zusagen. Mehr geht leider nicht, der Terminkalender platzt aus allen Nähten, ich vertröste sie also auf das neue Jahr und weise darauf hin, dass die Woche vor Weihnachten ist, da ist es schwer noch Termine zu bekommen „Ach ja?“ sagt sie „ach ja, herrje, ich dachte, Weihnachten wäre erst nächste Woche“. Diese Missverständnis ließ sich schnell aufklären, das Fest findet ja jedes Jahr zur gleichen Zeit statt wenn auch immer wieder überraschend.

Zwei Stunden später machte ich mich mit dem Auto auf den Weg: es fehlt an Lebensmitteln und zur Bank musste ich auch. Schon die Straßen erschienen mir voll, bei der Bank herrschte mehr als reger Betrieb, Kaffeekränzchen vor dem Kontoauszug-Automaten eingeschlossen. Nur mit Mühe gelang es mir, Geld am Einzahlungsautomaten los zu werden und Auszüge zu bekommen. Beim Supermarkt war an einen Parkplatz nicht zu denken. Der normalerweise zu drei Vierteln leere Parkplatz war völlig verstopft, panische Hausfrauen parkten in ihrer Not in jeder Ecke, ohne Rücksicht auf die Frage, ob da noch jemand durchkommt. Im Supermarkt dann Schlangen an den Kassen und Gedränge an den Kühlregalen. Man könnte meinen, es wäre heute schon der 24. und Zeit für die letzten Panikkäufe.

Vielleicht waren auch alle dem gleichen Irrtum erlegen, wie meine Kundin und haben jetzt gerade erkannt, dass Weihnachten wider Erwarten doch schon diese Woche ist? Am Ende hat sich die Erkenntnis meiner Kundin wie ein Lauffeuer ausgebreitet und die Leute stürmten völlig geschockt Supermärkte und Banken? Hach, da fühle ich mich doch mal richtig wichtig!

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Das Telefon klingelt ja immer dann, wenn man es nicht brauchen kann. Das gilt besonders für die nicht durchgängig angenehmen Telefonate. Diese Anrufe scheinen grundsätzlich immer dann zu passieren, wenn es gerade eigentlich gar nicht passt. Den ganzen Vormittag passiert nichts, nicht ein einziger Kunde ruft an um einen neuen Termin zu vereinbaren, niemand will etwas von mir und ich bin schon kurz davor, mit einem Kontrollanruf die Funktionsfähigkeit des Telefons auszutesten. Dann kommt eine Kundin, die besonders heikel ist und gerade dann, wenn sie halbwegs anfängt sich zu entspannen, klingelt das Telefon. Na gut, das könnte ja ein wichtiger Kunde sein, ich gehe also vorsichtshalber ran und melde mich wie immer mit: „Fußpflege und Kosmetik, Meier, guten Tag?“. Die Antworten kann man prima kategorisieren:

„Müller, guten Tag, ich möchte bitte mit der Geschäftsführung sprechen“ – da möchte ein Vertriebler besonders klug sein und denkt, er wird so direkt zur Geschäftsführung meines Großunternehmens durchgestellt.

„Firma xyz, guten Tag, wer ist denn bei Ihnen für das Marketing zuständig?“ Haha, auch gut. Ja klar, kleine Fußpflegen und Kosmetikstudios haben ja in vielen Fällen einen Mitarbeiter nur für das Marketing….

„Firma uvw, guten Tag, spreche ich mit der Geschäftsführerin“ – na, da hat jemand zumindest erkannt, dass bei einem Unternehmen dieser Größenordnung nicht damit zu rechnen ist, dass es außer mir noch eine Frau Meier im Geschäft gibt.

All diesen Anrufen gemeinsam ist: sie wollen mir etwas verkaufen. Im besten Fall ist es ein Händler, mit dem ich bereits zusammen arbeite. Die wissen allerdings in der Regel, mit wem sie vermutlich sprechen, und melden sich geschickter. In den meisten Fällen kann man davon ausgehen, da will mir jemand ein Zeitschriftenabo, einen Wasserspender, eine neue Krankenversicherung oder eine teure Werbetafel auf der Rückseite von etwas, das sich schon von vorne niemand anguckt, andrehen. Pure Zeitverschwendung und die Entspannung der heiklen Kundin ist auch dahin, bis ich mein: „Ja, das bin ich. Nein, danke, ich habe kein Interesse“ in den Hörer geflötet habe…

Immerhin: Geschäftsführung, zuständig für das Marketing, das bin ich alles in Personalunion. Auch Empfang und Anmeldung, Buchhaltung, Einkauf…. ich bin ja schon froh, dass noch niemand nach der Putzfrau gefragt hat, schließlich müsste ich auch da sagen: jawoll, das bin ich.

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„Das nehme ich Ihnen wirklich übel!“ sagte mein Kunde und meinte damit nicht, dass ich ihm den halben Zeh abgeschnitten oder die Füße mitsamt Socken in das Fußbad gesteckt hätte – soweit waren wir nämlich noch gar nicht. Anlass war vielmehr ein bereits mehrere Wochen alter Zeitungsartikel mit Bild über die Gründung eines Piraten-Stammtisches – und auf dem Bild war auch ich als Besucherin des Stammtischs zu sehen. Übel nimmt er mir also meine politische Gesinnung, mein Engagement für die „falsche“ Partei.

Ich muss zugeben, erstmal war ich sprachlos. Danach fiel mir immerhin ein, dass ich darauf hinweisen sollte, dass die Parteiarbeit nichts, rein gar nichts, mit meinem Geschäft zu tun hat. Soweit konnte mir der Kunde dann auch zustimmen, war aber trotzdem immer noch ungehalten und meinte, immerhin wäre ich damit ja nun an die Öffentlichkeit getreten. Was soll ich sagen: ja, politisches Engagement findet selten so ganz im Geheimen und im Verborgenen statt, soll es auch nicht.

Ja, mir war klar, dass die Leute das lesen würden. Ich habe auch damit gerechnet, dass man mich anspricht. Eine ebenfalls selbständige Freundin meinte, das wäre der Grund, warum sie sich niemals öffentlich politisch engagieren würde. Für mich kommt das wiederum nicht in Frage.

Ich erbringe eine Dienstleistung, noch dazu eine, die nicht besonders hoch eingeschätzt wird. Dabei ist Fußpflege kein Gewerbe zum reich werden, da will und werde ich mich nicht darin beeinflussen lassen, welche Partei ich in welcher Form unterstütze.

Wer zu mir kommt, möchte sich verwöhnen lassen oder meine Hilfe bei Fußproblemen, manchmal auch eine Haarentfernung oder eine Maniküre. All das gibt es bei mir, dazu einen Kaffee und gerne etwas Smalltalk über Urlaub, Haushalt, Weihnachtsmärkte. Die Politik gibt es für mich nach Feierabend, und ausschließlich dann.

 

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Weihnachten kommt ja immer plötzlich und unerwartet, gerade hat man noch entspannt den Beginn des neuen Jahres gefeiert, da ist schon wieder der 1. Advent und man fragt sich, was mit dem Rest vom Jahr eigentlich passiert ist. Bei mir bricht dann jedes Jahr das gleiche Chaos aus: Viel zu tun im Geschäft und dann auch noch die Vorbereitungen für das Weihnachtsfest. Wenn es dann endlich soweit ist, würde ich am Liebsten nur noch zu Hause kuschelig zu zweit die Füße hochlegen und es besinnlich sein lassen. Das funktioniert natürlich nicht, da ist ja noch die Familie. In diesem Fall sogar zwei Familien, die uns sehen wollen: meine und seine. Neben der Tatsache, dass das eine halbe Deutschlandreise ist, beide Familien zu besuchen und von erholsamen Urlaubstagen nicht viel übrig bleibt, stellt sich da noch ein weiteres Problem: die Weihnachtsgeschenke!

Natürlich soll mein Liebster zu Weihnachten tolle Geschenke habe. Dann ist da noch mein Schwesterchen, die allerdings gerade im Ausland weilt und schon deshalb schwierig zu beschenken ist, aber natürlich auch etwas haben soll. Dazu kommen noch meine Eltern, die sich ja grundsätzlich nichts wünschen. So weit so gut, die Eltern waren dieses Jahr schon im Oktober erledigt: wir besuchen alle zusammen Silvester ein Konzert, da kann ich die Karten verschenken und fertig. Prima, dachte ich mir, ist das schon erledigt, dann bleibt noch mein Liebster und meine Schwester und dann bin ich schon durch. Falsch gedacht, versteht sich, da sind ja auch noch ein paar Freunde, sowie seine Eltern, Oma, Brüder, Schwägerin und Nichten und alle sollen sie beschenkt werden. Schwierig, besonders dann, wenn das Budget beschränkt ist, man aber trotzdem allen ein nettes Präsent machen möchte. Dazu kommt, dass es mir zeitlich in der Weihnachtszeit praktisch nicht möglich ist, einen entspannten Geschenke-Bummel zu machen oder selbst etwas zu basteln oder nähen. Vorher klappt das auch nicht, denn Weihnachten kommt, wie schon erwähnt, immer sehr überraschend. Also bleibt nur bestellen… Die gute Nachricht dabei ist aber: wir haben noch nicht den 23. Dezember und ich habe fast alles zusammen. Gestern erreichte mich noch ein großes, schweres Paket, auf ein Paket warte ich noch. Ein Nichten-Geschenk fehlt noch und eines für meinen Liebsten, das ist aber schon vorbereitet. Hurra! Hoffentlich fällt mir nicht am 22. noch ein, wen ich alles vergessen habe….

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