Postgender und so

Jan
2012
04

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Postgender, das ist ein Schlagwort bei den Piraten. Es meint, dass das Geschlecht nicht wichtig ist. Es kommt eben nicht darauf an, ob ein Mensch Mann oder Frau ist. So gar nicht postgender fühlte ich mich beim heutigen Piratenstammtisch, als ich plötzlich als „Menschin“ bezeichnet wurde. Scherzhaft, versteht sich, weil wir eben gerade die Diskussion über Genderpolitik und Quoten angeschnitten hatten. Trotzdem brachte es mich zum Nachdenken.
Ich bin natürlich keine Menschin, ich bin ein Mensch. Denn Mensch bezeichnet, trotz männlichem Artikel „der Mensch“ eine Art, kein Geschlecht. Der Art Mensch gehöre ich ja an. So wie ein Pferd, das ist ja auch ein Pferd und darüber hinaus eine Stute oder ein Hengst. Oder ein Rind. Kleiner Haken an der Argumentation: es heißt  das Pferd und das Rind. Wie auch das Schaf. Das Huhn. Gibt es alles in männlich und weiblich, aber mit neutralem Artikel. Immerhin: die Schnecke! Jawoll! Die gibt es dummerweise nicht in männlich und weiblich, das sind Zwitter, also immer beides. Sehr postgender, aber nicht gut übertragbar.  Die Libelle! Hm, gibt es die in männlich und weiblich? Oder sind das am Ende auch Zwitter? Wie ist das mit den Fliegen? Immerhin: die Eule! Und die gibt es in männlich und weiblich. Aber wie heißt dann eine männliche Eule? Euler? Oder Eulerich? Euler klingt stark nach Heuler, die gibt es auch in beiden Geschlechtern, wobei das ja immer Jugendformen meint, bei Heulern. Ist bei Jugendformen die geschlechtliche Zuordnung schon entscheidend? Ich meine, ein Mädchen weiß ja schon vor der Pubertät, dass es weiblich ist, wie ist das bei Tieren?
Der Elefant. Auch den gibt es in beiderlei Geschlechtsvarianten. Die weibliche Form ist dann die Elefantenkuh. Hm, ob die sich dadurch verunglimpft fühlt? Ich bin ja auch keine Menschenkuh….
Spannende Betrachtung jedenfalls. Ich bin ein Mensch. Und als Mensch eine Frau sowie als Frau ein Mensch. Ich finde es für mich und für meine Identität durchaus wichtig, dass ich eine Frau bin, es definiert mich weitreichend. Für meine Handlungen, meine Arbeit, die Art, wie ich bewertet werde, sollte es aber keine Rolle spielen, denn in erster Linie bin ich Mensch. Mit Vorzügen und Fehlern, guten und schlechten Seiten, Talenten und und Neigungen, Schwächen und Abneigungen. Als solcher möchte ich in erster Linie gesehen werden.

PS: die meisten Insekten wie Fliegen und Libellen sind keine Zwitter.

Tags: Mensch

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